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Bankenhochzeit: Gehen Deutsche Bank und Commerzbank die Ehe ein?

Die Stimmung in der Finanzmetropole Frankfurt am Main könnte angespannter nicht sein. Auf der einen Seite lotsen zahlreiche Finanzinstitute ihre Angestellten aus London in die Main-Metropole, auf der anderen Seite verdunkeln sich die Wolken über den ehemaligen Vorzeigeinstituten Deutsche Bank (WKN: 514000) und Commerzbank (WKN: CBK100). Bekommen die beiden Geldhäuser ihre Probleme in den Griff oder kommt es wirklich zur Elefantenhochzeit?

Ein langer Leidensweg

Seit der globalen Finanzkrise 2008 geht es mit beiden Geldhäusern steil bergab. Die Aktie der Deutschen Bank verlor fast 80 % an Wert. Die Commerzbank musste sogar mit einem Verfall von gut 90 % klarkommen. Weiterhin scheint es so, als wären neue Tiefststände nur eine Frage der Zeit – eine Erholung ist in weite Ferne gerückt.

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Kein Wunder, dass Fusionsgerüchte in letzter Zeit die Runde machen. Allein schon deswegen, weil mit dem 24. September 2018 Börsengeschichte geschrieben wurde. Das Gründungsmitglied des deutschen Aktien-Indexes, die Commerzbank AG, steigt aus dem elitären Kreis ab und der Bezahldienstleister Wirecard (WKN: 747206) auf. Zwar darf die Deutsche Bank noch im DAX verweilen, jedoch musste sie im Euro Stoxx 50 Platz schaffen für ein anderes deutsches Unternehmen: Linde (WKN: 648300).

Sorgen solche Meldungen normalerweise für heftige Kurskapriolen, tat sich nach Bekanntwerden jener Nachrichten eher wenig. Die Kurse blieben im Keller. Auch die Nachricht, dass womöglich eine Fusion beider Geldhäuser im Raum steht, half den Kursen nur ganz kurz nach oben.

Besteht noch Hoffnung?

Die Frage, die sich immer mehr Leute stellen, lautet: Haben es die Geldhäuser noch selbst in der Hand, ihr Geschäft wieder hin zur Profitabilität umzukrempeln? Ich glaube nicht, weil die nötigen Umstrukturierungen weiter Geld verschlingen würden. Des Weiteren haben die Banken generell viele Trends verschlafen und den Wandel hin zur Digitalisierung den FinTech-Unternehmen überlassen.

Auch die Hoffnung auf einen baldigen Zinsanstieg scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Die Europäische Zentralbank möchte schön langsam zur Normalität zurückkehren, es dürfte jedoch noch einige Zeit brauchen, bis wir dort wieder ankommen. Außerdem machen sich am Horizont weitere dunkle Wolken breit. Die amerikanischen Konkurrenten verdienen wieder kräftig und ziehen an den deutschen Geldhäusern vorbei. Außerdem steht noch nicht fest, was genau passiert, wenn Großbritannien ungeregelt aus der EU aussteigt oder der angezettelte Handelskrieg mit den USA tatsächlich in einer Eskalation endet.

Eine riskante Wette auf die Wende

Sollte die Stimmung trotz boomender Wirtschaft wirklich kippen und eine Rezession – wie sie momentan von vielen befürchtet wird – eintreten, würde das Kreditausfallrisiko steigen. Da die Banken auch so schon Probleme mit der Profitabilität haben, könnte es zu einer weiteren Abwärtsspirale kommen. Auch Christian Sewing sagt dazu: „Wir müssen die Profitabilität der Bank steigern und können dann über weitere Dinge reden.“

Die Idee des Zusammenschlusses kommt meiner Ansicht nach nicht daher, einen neuen Champion zu formen, sondern eher aus der Not heraus, nicht völlig den Anschluss zu verlieren und in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Eine Fusion könnte schöne Synergien ergeben. Die Commerzbank auf der einen Seite hat ein stabiles Privat- und Firmenkundengeschäft. Auf der anderen Seite kann die Deutsche Bank auf ein fundiertes Investmentbanking und viel Erfahrung bei Firmenzusammenschlüssen zurückgreifen.

Wie es nun weitergeht

Europäische Banken hoffen weiterhin, dass sich das Zinsniveau bald bessern wird. Denn die Rentabilität und Profitabilität der Geldhäuser bröckelt zunehmend. Selbst die boomende Wirtschaft, niedrige Kreditzinsen und Vollbeschäftigung bringen keine nennenswerten Gewinnzuwächse, auch wenn gerade diese Faktoren das Geschäft beleben sollten. Niedrige Zinsen sollten das Kreditwachstum anregen, was wiederum das Geschäftswachstum antreiben sollte. Aufgrund von Bürokratie und Personalaufwand bleibt unterm Strich aber leider ein Nullsummenspiel.

Auch die Bilanz der beiden Konzernlenker sieht nicht rosig aus. Alle umgelegten Hebel, eingebrachten Ideen und Umsetzungsversuche scheinen wirkungslos. Martin Zielke, Chef der Commerzbank und seit Mai 2016 im Amt, konnte den Börsenkurs trotz massiven Umstrukturierungen zwar um 16 % (Stand: 26.09.2018) antreiben, dem langfristig orientierten Anleger hilft dies jedoch nur wenig. Für Christian Sewing sieht die Lage noch beklemmender aus. Er übernahm das Ruder Anfang April dieses Jahres und muss sich seitdem mit einem Kursverlust von minus 8 % (Stand: 26.09.2018) geschlagen geben.

Auch wenn es nach aktueller Nachrichtenlage nicht so aussieht, dass beide Unternehmen zusammenkommen, kann dieser Umstand nicht ausgeschlossen werden. Egal ob sich nun die beiden deutschen Geldhäuser zwangsverheiraten oder es zu einer anderen Ehe kommt. Wenn man den Kampf um die internationalen Milliarden nicht verlieren möchte, werden Symbiosen geschlossen werden müssen. Ich stehe dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber und würde aktuell mit einer Investition warten.

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Daniel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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