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100 US-Dollar pro Barrel Öl sind gar nicht so unwahrscheinlich, wie man annimmt

Wer diesen Artikel angeklickt hat, um zu erfahren, wann denn Öl nun endlich auf 100 US-Dollar pro Barrel steigt, den muss ich leider enttäuschen. Tausende von Faktoren beeinflussen den Preis von Öl. Die Nachfrage kann mit dem globalen Wirtschaftswachstum zusammen wachsen und schwinden, und das Angebot kann nicht immer schnell genug liefern, um die Preise konstant zu halten. Und da jeder Atemzug der OPEC den Weltmarkt beeinflusst, kann niemand wissen, wie in den nächsten Wochen oder Monaten die Preise stehen werden.

Und doch denke ich, dass sich auf dem Ölmarkt einige Situationen abzeichnen, die zu bedeutend höheren Preisen führen könnten. Hier mal ein Blick auf das, was auf dem Ölmarkt gerade passiert und näher an die Hürde von 100 US-Dollar pro Barrel führt. Und: Wie kann man sich als Anleger auf die vielleicht steigenden Preise vorbereiten?

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Irgendwo müssen die 3 Millionen Barrel pro Tag ja herkommen

Die Ölförderung ist in der Regel ein Prozess, der mit „drei Schritte vor, drei Schritte zurück“ ganz gut beschrieben ist. Wurde ein neues Vorkommen erschlossen, bohrt man so lange, bis ein gewisses Förder-Level erreicht ist. Anschließend bleibt diese Produktionsrate eine Zeit lang stabil, bis sie zu sinken beginnt, wenn nach und nach das Vorkommen versiegt. Im Laufe der Jahre hat man gelernt, die Lebensdauer von Reservoirs mit Techniken wie der Wassereinspritzung zu verlängern, aber das alles zögert das Unvermeidliche nur hinaus.

Nach Angaben der International Energy Agency befinden sich Vorräte, die rund 51 Millionen Barrel pro Tag (mmbpd) der aktuellen weltweiten Produktionsrate von 98,9 mmbpd liefern, derzeit im Endstadium ihrer Förderungsleistung. Während die Rückgangsrate je nach Art der Produktion variieren kann, liegt der Durchschnitt dieser Speicher bei etwa 6 %. Das bedeutet, dass die Förderer zur Aufrechterhaltung der heutigen Produktion jedes Jahr 3 Millionen mmbpd an Produktion in Betrieb nehmen müssen, nur um die Menge an derzeit gefördertem Öl aufrechtzuerhalten. Und die schließt die weltweit wachsende Nachfrage und die geringere Förderung in politisch instabilen Regionen noch gar nicht ein.

Nach dem Kater

Von 2007 bis 2014 stand das Öl bei um rund 100 US-Dollar pro Barrel. Die Angst vor „Peak Oil“ und die Möglichkeit, dass wir nicht genügend Öl finden können, um unseren Bedarf zu decken, führten zu riesigen Investitionsbudgets für Projekte, die kaum wirtschaftlich waren und deren Preise im dreistelligen Bereich lagen. Außerdem trug das dazu bei, die Entwicklung von Schieferöl in den Vereinigten Staaten zu fördern. Als dann viele dieser wahnsinnigen Projekte an den Start gingen und die Produzenten endlich in der Lage waren, Schieferöl zu fördern, führte dies zu so viel gefördertem Öl, dass die Preise darunter zusammenbrachen – zu eben unter 30 US-Dollar pro Barrel.

Da plötzlich nur noch wenig Geld reinkam, haben die Unternehmen ihre Investitionsbudgets radikal gekürzt und neue Projekte gar nicht erst verwirklicht. Viele konnten sich zumindest durch eine Steigerung der Produktion aus bestehenden Quellen oder aus den noch im Bau befindlichen Projekten behaupten. Viele vermieden es jedoch, neue Explorations- oder Entwicklungsarbeiten zu sanktionieren.

Das Problem: jetzt ist man in der Situation, in der die Zahl der Projekte, die in den nächsten Jahren live gehen sollen, nur sehr gering ist. Laut der Burggraben Holding liegen die Zugänge an Produktionskapazitäten aus geplanten Projekten im Bau zwischen 2019 und 2022 zwischen 1 und 1,5 mmbpd pro Jahr. Heißt: In kurzer Zeit muss die Förderung stark zunehmen, nur um die aktuellen Förderraten aufrechtzuerhalten.

Kann Schiefer die Situation retten?

Diese Kapazitätserweiterungen schließen zwei wichtige Einflussfaktoren auf den heutigen Ölmarkt aus: Wachstum der Schieferproduktion und Nutzung der freien Kapazitäten durch die OPEC. Schieferöl hat sich in den USA zu niedrigen Preisen beweisen können, und die derzeitigen Preise dürften den Förderunternehmen Freudentränen bescheren. In weniger als zwei Jahren haben die Schieferproduzenten die Gesamtkapazität der USA um 2,5 Millionen Barrel pro Tag erhöht.

Ich denke schon, dass die Schieferförderer in der Lage sind, die Produktion in einem riesigen Tempo zu steigern, aber das ist nicht der entscheidende Faktor für die Versorgung des globalen Marktes durch die USA. Denn es kommt darauf an, wie schnell Unternehmen Pipelines verlegen und Exportterminals bauen können. Schon jetzt liegen die US-Rohölpreise um bis zu 10 US-Dollar pro Barrel unter den internationalen Preisen, weil es nicht genügend Exportkapazitäten gibt, um mit dem Produktionswachstum im Ölfeld Schritt zu halten. Da der Transport der begrenzende Faktor ist, wird es länger dauern, bis der Schiefer sein Produkt auf den Weltmarkt bringt.

Und was ist mit der OPEC? Die könnten doch sicherlich eingreifen und die unverschämt steigenden Ölpreise unter Kontrolle bringen, oder? Keiner weiß, was die denken, aber eines ist sicher. Der Preishebel, an dem die sitzen, ist nicht mehr so groß wie früher.

Die gesamte freie Kapazität der OPEC – die Menge an potenzieller Produktion, die sie zur Verfügung hat – ist ein streng gehütetes Geheimnis. Laut Robert McNallys Buch Crude Volatility: The History and Future of Boom-Bust Oil Prices liegt die gesamte freie Kapazität der OPEC irgendwo zwischen 2 und 3 mmbpd. Das klingt nach viel, aber 3 mmbpd bedeutet nicht, was es vor 20, 10 oder sogar fünf Jahren mal bedeutet hat. Die gesamte Reservekapazität beträgt etwa 3 % der weltweiten Produktion. In den letzten 60 Jahren war die einzig verfügbare Kapazität so niedrig wie während des Golfkriegs 1990 und der Höhe der Peak Oil Panic von 2005-2007. Je kleiner der Prozentsatz der freien Kapazität der globalen Produktions-OPEC wird, desto schwieriger ist es, die Preise zu bestimmen.

Brent Rohöl Spot-Preis via YCharts

Was bedeutet das für Anleger?

Ich bin kein Wahrsager, also kann ich nicht wissen, wann der Ölpreis auf 100 US-Dollar pro Barrel steigen oder überhaupt diese Schwelle erreichen wird. Aber aufgrund des natürlichen Rückgangs der bestehenden Quellen und des Fehlens von Kapazitätserweiterungen in den nächsten Jahren, könnte ein Anstieg auf dreistellige Ölpreise tatsächlich passieren.

Man muss jedoch im Hinterkopf haben, dass das Mittel gegen hohe Ölpreise eben auch hohe Ölpreise sind. Man kann sich vorstellen, wie Förderer wieder euphorisch werden und irrsinnige Summen für Irrsinnsprojekte ausgeben. Für Investoren scheint jetzt ein günstiger Zeitpunkt zu sein, in Unternehmen zu investieren, die enorm von den höheren internationalen Ölpreisen profitieren werden, und in solche Unternehmen, die direkt von den erhöhten Investitionen profitieren werden. Also nicht erst warten, bis die Preise wieder auf astronomische Höhen steigen, um zu investieren.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel von Tyler Crowe erschien am 23.9.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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