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Aktiv verwaltete Fonds vs. Passive Fonds

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Es gab immer und immer wieder Diskussionen darüber, ob aktive Fonds oder passive Fonds „besser“ sind. Die Antwort ist einfach: beide dienen unterschiedlichen Zwecken. Den Anlegern sollte es am wichtigsten sein, welche Art sich besser entwickelt, d.h. welche eine höhere Rendite hat. Allerdings sollte man auch das Thema Risiko unbedingt in Betracht ziehen.

Kurz gesagt, aktiv verwaltete Fonds verfügen über Investmentmanager oder gar Managementteams, die Aktien oder Wertpapiere auswählen, von denen sie erwarten, dass sie die Benchmark übertreffen oder anderweitig einen Mehrwert für das gesamte Portfolio schaffen. Passiv verwaltete Fonds hingegen bilden einen Index ab und lassen keine Manager Investitionsentscheidungen treffen. Jeder dieser Ansätze hat Vor- und Nachteile, die Investoren kennen sollten.

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Im Folgenden werden wir auf einige der wichtigsten Unterschiede zwischen aktiven und passiven Fonds eingehen. Hinweis: In diesem Artikel beziehe ich mich weitgehend auf „Fonds“, mache aber keine Unterscheidung zwischen Investmentfonds und Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs). Es gibt sowohl passive als auch aktive Investmentfonds und ETFs, obwohl die meisten ETFs passiv sind, während Investmentfonds häufiger aktiv verwaltet werden.

Was sind überhaupt passive Fonds?

Um passive Fonds zu verstehen, muss man zunächst ein paar wichtige Punkte zum Thema Indexinvestitionen verstehen.

Es gibt knapp unter 4.000 börsengehandelte Aktien. In der Anlagewelt hat ein Index zwei Hauptziele: Messung der Gesamtperformance des Aktienmarktes und als Benchmark für die Portfolio-Performance einzelner Anleger. Indizes sind wie komplexe Durchschnitte, die widerspiegeln, wie sich der Gesamtmarkt entwickelt; theoretisch sollte der Durchschnitt ihrer Performance die Gesundheit des Aktienmarktes als Ganzes widerspiegeln.

Es gibt mehrere beliebte US-Marktindizes, die verschiedene Gruppierungen von Aktien abbilden und verfolgen:

  • S&P 500: Enthält 500 der größten Aktien (nach Marktkapitalisierung), die an dem New York Stock Exchange (NYSE) und dem NASDAQ notiert sind.
  • Nasdaq Composite: Ein marktkapitalgewichteter Index mit 3.300 Stammaktien (ohne ins Detail zu gehen, umfasst der Index andere Wertpapiere als Stammaktien), der an der NASDAQ-Börse notiert ist.
  • Wilshire 5000: Stellt die gesamte Börse dar. Sie ist nach Marktkapitalisierung gewichtet und enthält über 3.000 Wertpapiere aller Marktkapitalisierungen.
  • Russell 2000: Besteht aus 2.000 der kleinsten Aktien (nach Marktkapitalisierung) im Russell 3000 Index.

Die oben genannten sind allesamt Aktienindizes, aber es gibt auch eine Vielzahl von Anleihenindizes.

Diese Indizes werden verwendet, um die Gesamtperformance des Marktes – oder eines bestimmten Teils des Marktes – zu messen. Wenn beispielsweise der S&P 500 in einem Monat um 0,8 % zulegt, während der S&P Small Cap 600 um 1,7 % zulegt, bekommt man zu lesen, dass Small-Cap-Aktien die Wertentwicklung von Large-Cap-Aktien um 0,9 % übertroffen haben.

Wenn man weiß, was überhaupt Indizes sind, ist man auf einem guten Weg, um Fonds zu verstehen und was genau sie tun. Denn passiv verwaltete Fonds werden oft durch den Index definiert, den sie verfolgen. Ein Fonds, der den S&P 500 verfolgt, kauft und verkauft beispielsweise Aktien, während sie dem S&P 500 hinzugefügt und wieder abgezogen werden. Passive Fonds kaufen und verkaufen auch Aktien, um die gleiche Gewichtung wie der Index zu erhalten, der beim S&P 500 auf der Marktkapitalisierung basiert. Einige Indexfonds halten nicht alle Wertpapiere des Index, sondern nur eine Teilmenge, die die Performance des Index nachahmen sollte.

Da es weniger Managementbeteiligungen gibt, haben passive Fonds in der Regel niedrigere Kostenquoten als aktiv verwaltete Fonds. Kostenquoten können ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen passiven Fonds sein, die den gleichen Index verfolgen, da die Fonds theoretisch die gleichen Renditen aufweisen.

Nun zum wichtigen Teil – die Rendite. Passive Fonds werden bestenfalls die Performance der von ihnen verfolgten Indizes erreichen. Tatsächlich tendieren Indexfonds nach Berücksichtigung der Gebühren dazu, ihre Benchmarks leicht zu unterschreiten, deren Renditen ohne Gebühren gemessen werden.

Befürworter einer passiven Investition sagen, dass die Vorteile niedrigere Gebühren, zusätzliche Transparenz und das Potenzial für eine bessere Steuereffizienz sind. Passive Fonds sind transparenter, da die zugrunde liegenden Bestände eines Index leicht online gefunden werden können. Sie gelten manchmal als steuerlich effizienter, weil manchmal Wertpapiere seltener gekauft und verkauft werden als bei aktiv verwalteten Fonds, aber das muss nicht immer der Fall sein.

Wie funktionieren aktive Fonds?

Während aktive Fonds ihre Benchmark-Indizes übertreffen können, haben die meisten von ihnen dies in der Vergangenheit leider nicht getan, obwohl natürlich einige aktiv verwaltete Fonds lobende Ausnahmen sind. Befürworter aktiver Fonds sagen, dass zu den Vorteilen eine größere Flexibilität, die Fähigkeit zur Absicherung und die Fähigkeit zur besseren Verwaltung von Steuern gehören. Denn es gibt eine größere Kontrolle darüber, wann Aktien verkauft werden. Aktive Fonds haben eine größere Flexibilität, da ihre Manager nicht durch die Einhaltung des Index eingeschränkt sind; sie können alle Wertpapiere kaufen und verkaufen, die ihrer Meinung nach zur Strategie des Fonds passen. Fondsmanager können ihre Wetten auch mit Short-Positionen, Futures oder Optionen absichern, während ein passiver Fonds dies normalerweise nicht kann. Diese zusätzliche Flexibilität kann zu mehr Risiko führen, da Investitionsentscheidungen in den Händen von Menschen liegen.

Das „Morningstar Active/Passive-Barometer“ ist ein Halbjahresbericht, der die Performance von US-Aktivfonds im Vergleich zu passiven Peers in den jeweiligen Morningstar-Kategorien misst. Der Bericht zeigte, dass aktive Fonds im Jahr 2017 die Leistung passiver Fonds in mehreren Kategorien übertrafen, aber der Bericht vom Juni sagte, dass sich dieser Trend geändert hat: „Nur 36 % der aktiven Manager, die in einem der neun Segmente der U.S. Morningstar Style Box kategorisiert sind, übertrafen in den letzten 12 Monaten bis Juni 2018 ihren durchschnittlichen passiven Konkurrenten. Im Jahr 2017 erreichten 43 % der aktiven Manager diese Leistung.“

Der Bericht macht deutlich, dass aktiv verwaltete Fonds auf längere Sicht „viel zu wünschen übrig gelassen haben.“

Es kann Verwendung für beide im Portfolio geben

Manchmal sind passive Fonds besser als aktive Fonds und umgekehrt. Die meisten Argumente für und gegen beide sind Allgemeinheiten; es gibt keine Absolutwerte.

Aktiv verwaltete Fonds können teurer sein, wenn häufiger Transaktionen getätigt werden, und häufiges Handeln kann auch steuerliche Auswirkungen haben. Hohe Fluktuation kann aber auch bei passiv gemanagten Fonds in Betracht gezogen werden: Wenn der Index viel Fluktuation hat, wird dies der Fonds spiegeln.

Aktiv verwaltete Fonds können am besten für Anleger sein, die bestimmte Wetten auf dem Markt abschließen wollen oder an bestimmte Manager glauben. Aktiv verwaltete Fonds können Anlegern die Chance bieten, sich besser zu entwickeln als der Gesamtmarkt. Passiv verwaltete Fonds können für jene Anleger gut geeignet sein, die „kaufen und vergessen“ wollen, da diese Fonds ein konstantes, kostengünstiges Marktrisiko bieten können. Aber auch diese Richtlinien sind nicht absolut.

Aktive und passive Fonds sind sehr unterschiedliche Gattungen, aber beide können ihren Platz im Portfolio eines erfolgreichen Investors finden.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Jaclyn McCLellan erschien am 18.9.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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