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Der Ölmarkt befindet sich in einer „entscheidenden Phase“

Foto: Getty Images

Der Ölmarkt befindet sich im Umbruch. Während die Nachfrage weiterhin lebhaft wächst, erreichte das Angebot im August einen Rekord von 100 Millionen Barrel pro Tag (BPD), laut dem jüngsten Ölmarktbericht der Internationalen Energieagentur (IEA). Allerdings nachdem der Irak eine Rekordproduktion geliefert hatte, während die Lieferungen aus Libyen sich gleichzeitig erholten. Aus diesem Grund gab es mehr als genug Öl, um den Bedarf des Marktes zu decken.

Die IEA stellte jedoch in ihrem Bericht einige Dinge fest, die darauf hindeuteten, dass sich der Ölmarkt in den kommenden Monaten verschärfen und das Rohöl sogar noch über seinen derzeitigen Stand von 80 US-Dollar pro Barrel für Brent, den weltweiten Ölstandard, treiben könnte. Das veranlasste die IEA zu dem Schluss, dass der Ölmarkt in eine „entscheidende Phase“ eintritt, da unklar ist, ob andere Produzenten in der Lage sein werden, genug zu produzieren. Wenn sie es nicht schaffen, dann könnte der Ölpreis noch höher steigen.

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Die aktuelle Situation

Obwohl  im August global mehr als 100 Millionen BPD produziert wurden, gibt es einige Bedenken, ob die Produzenten dieses Tempo beibehalten können. Erstens ist die Produktion in Venezuela immer noch im freien Fall. Die IEA stellte fest, dass die Produktion im vergangenen Monat durchschnittlich 1,24 Millionen BPD betrug und bis zum Jahresende auf 1 Millionen BPD sinken könnte, wenn der Rückgang wie bisher weitergeht. Das ist ein starker Rückgang für ein Land, das in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 2,5 Millionen BPD produziert hat. Es ist nicht so, als ob Venezuela das Öl ausgeht, da das Land die größten Reserven in der OPEC besitzt. Stattdessen hat das Land aufgrund seiner derzeitigen wirtschaftlichen Probleme nicht das Geld, um in die Aufrechterhaltung seiner Produktion zu investieren.

Unterdessen sind die Ölexporte aus dem Iran in Erwartung der  Sanktionen, die Anfang November in Kraft treten, zurückgegangen. Daher werden die Exporte aus dem Iran wohl um 500.000 BPD sinken. Allerdings könnten diese nach Ansicht einiger Analysten sogar um bis zu 2,5 Millionen BPD fallen.

Obwohl die OPEC über etwa 2,7 Millionen BPD an freier Kapazität verfügt, um bei der Schließung der Lücken zu helfen, ist nicht klar, wie viel genau zur Verfügung stehen wird, um die weiteren Rückgänge der venezolanischen und iranischen Exporte auszugleichen, so die IEA. Die IEA stellt weiter fest, dass „wenn wir nach zusätzlichen Fässern von anderswo suchen, um weitere Exportrückgänge aus Venezuela und dem Iran auszugleichen, das Bild gemischt ist“. Denn die Produktion aus Brasilien ist in diesem Jahr aufgrund einer Vielzahl von Problemen nicht so stark gestiegen wie erwartet. Unterdessen verlangsamen die Beschränkungen der Pipelines das Produktionswachstum im Perm-Becken, der am schnellsten wachsenden Ölregion der Welt. Dieses Problem wird wahrscheinlich erst Ende nächsten Jahres verschwinden, wenn neue Pipelines in Betrieb gehen sollen.

Was das für den Ölmarkt bedeutet

Diese Faktoren veranlassten die IEA zu dem Schluss, dass „wir in eine für den Ölmarkt sehr wichtige Phase eintreten“. Die Situation in Venezuela könnte sich nicht nur aufgrund der wirtschaftlichen Probleme des Landes schneller verschlechtern, sondern auch der Konflikt könnte nach Libyen zurückkehren und damit die Versorgung stören. Gleichzeitig steht das Embargo des Iran bevor. Aus diesem Grund könnte die Preisspanne von 70 bis 80 US-Dollar pro Barrel für Brent schon bald Realität werden, da „die Dinge sich verschärfen“.

Obwohl höhere Ölpreise für die Ölverbraucher schlecht wären, würde dies den Ölproduzenten zugutekommen, insbesondere denen, die Brent liefern, was derzeit 10 US-Dollar pro Barrel teurer ist als West Texas Intermediate (WTI). Multinationale Ölkonzerne wie ConocoPhillips (WKN:575302) und Chevron (WKN:852552) würden zu denjenigen gehören, die am meisten profitieren. Im Falle von ConocoPhillips würde jeder Dollar Preiserhöhung bei Brent den Cashflow im Laufe eines Jahres um 105 bis 125 Mio. US-Dollar steigern, während es bei WTI nur 45 Mio. bis 55 Mio. US-Dollar wären.

In der Zwischenzeit produziert Chevron in den USA durchschnittlich 575.000 BPD Öl und andere Flüssigkeiten, die WTI-basierte Preise erzielen, während sie fast 1,2 Mio. BPD in Brent abrechnen. Aufgrund der höheren Gewichtung gegenüber Brent würden Chevron und ConocoPhillips mehr Geld pro Barrel verdienen, wenn die globalen Ölpreise infolge von Angebotsproblemen in Venezuela und im Iran steigen würden.

Globale Ölproduzenten könnten als Gewinner hervorgehen

Der Ölmarkt könnte in den nächsten Monaten sehr volatil sein. Wenn die Produktion in Venezuela weiter sinkt und die Lieferungen aus dem Iran aufgrund von Sanktionen einbrechen. Dann könnte der Preis von Brent deutlich über 80 US-Dollar pro Barrel steigen. Das wäre eine gute Nachricht für Ölproduzenten wie ConocoPhillips und Chevron, da sie einen größeren Teil ihres Öls zu Brent-basierten Preisen verkaufen, was ihren Aktien in den kommenden Monaten mehr Treibstoff geben könnte, um die Konkurrenz zu übertreffen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 16.09.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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