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4 Lektionen aus der Finanzkrise, die jeder Anleger für immer im Kopf haben sollte

Vor mittlerweile zehn Jahren ist Lehman Brothers zusammengebrochen, aber für viele Amerikaner scheinen die Finanzkrise und die daran angeschlossene Rezession noch gar nicht so lange her zu sein. Während der Zusammenbruch der Aktienmärkte 2008 und 2009 sicherlich ein schrecklichen Ereignis war, gab es doch einige wertvolle Lektionen, die man aus dem Crash lernen kann.

Und egal wie nah man damals an den Ereignissen dran war, hier sind vier wertvolle Lektionen, die alle Anleger aus dieser turbulenten Zeit lernen können. Mögen sie als Leitfaden für die Bewältigung schwieriger wirtschaftlicher Zeiten in der Zukunft dienen können.

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Nicht panisch verkaufen

Der S&P 500 Index hat in den letzten 30 Jahren eine annualisierte Gesamtrendite von mehr als 10 % erzielt, aber der durchschnittliche Aktienfondsanleger hat im gleichen Zeitraum weniger als 4 % reingeholt. Einer der Hauptgründe ist, dass zu viele Investoren das genaue Gegenteil von dem tun, was sie in schwierigen Zeiten tun sollen – sie geraten in Panik und verkaufen ihre Investitionen “bevor sie weiter sinken.“

Mit anderen Worten, es ist allgemein bekannt, dass das Hauptziel der Investition darin besteht, niedrig zu kaufen und hoch zu verkaufen, aber während Crashs wie der Finanzkrise tun viele Investoren genau das Gegenteil.

Tatsächlich sind Panikverkäufe überhaupt daran schuld, dass der Markt sinkt. Während der Finanzkrise waren es nicht nur Einzelanleger – auch institutionelle Anleger konnten ihre Aktien nicht schnell genug verkaufen. Es mag sinnvoll sein, volatile Anlagen wie Aktien in turbulenten Zeiten zu verkaufen und das Geld in “sicherere” Anlagen zu stecken, aber dies kann sich verheerend auf die langfristige Performance auswirken.

Sich auf die besten Aktien zu günstigen Preisen konzentrieren

In einem Artikel der Bloomberg Businessweek vom Oktober 2008 sagte Brian Gendreau von ING Investment Management, dass “Finanzpaniken nicht ewig anhalten…. Entweder werden wir in eine Weltwirtschaftskrise geraten, oder einige dieser Vermögenswerte werden zu sehr attraktiven Preisen gehandelt”.

Hier mal ein paar Beispiele, wie nach der Finanzkrise einige der stärksten Unternehmen der Welt billig gehandelt wurden:

Unternehmen (WKN) Aktienpreis mit Stand 11.9.2018 Tiefstand in der Finanzkrise
Amazon.com (WKN:906866) 1.986,39 34,68
Goldman Sachs (WKN:920332) 230,17 47,41
Johnson & Johnson (WKN:853260) 138,55 46,25
Microsoft (WKN:870747) 111,23 14,87
Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) 214,99 44,82
Apple (WKN:865985) 223,60 11,17

Quelle: CNBC.

Warren Buffett sagte schon einst: “Gute Gelegenheiten kommen selten. Wenn es Gold regnet, hol den Eimer ran, nicht den Fingerhut.” Deshalb investierte Buffett während und nach der Finanzkrise Milliarden von Dollar in Goldman Sachs, Bank of America und andere. Es handelte sich um solide Unternehmen, die zu Schnäppchenpreisen gehandelt wurden. Wenn der Crash kommt, tief durchatmen und die Situation als Kaufgelegenheit betrachten.

Aktien sind langfristig der beste Vermögensträger

Während es eine gute Idee ist, Korrekturen und Abstürze zu nutzen, bedeutet das nicht, dass man aufhören sollte zu investieren, wenn der Markt dann wieder teuer erscheint.

Es ist fast unmöglich, den Markt zu timen. Der Versuch, dies zu tun, führt oft dazu, dass Gewinne ausbleiben. Hier ist die Lektion: Auf lange Sicht ist die Börse ein unglaublicher Vermögensgenerator, ganz gleich, wann man einsteigt.

Hier mal ein Beispiel. Nehmen wir an, man hätte einen S&P 500 Indexfonds zur schlimmstmöglichen Zeit gekauft – vor der Finanzkrise, im Oktober 2007, als der Markt seinen Höhepunkt erreichte. Man hätte sich nicht nur von den Verlusten in der Krise erholt, die Investition wäre auch um mehr als 134 % gestiegen.

^SPXTR Daten via YCharts

Diversifikation – keine Aktie ohne Risiko

Abschließend sei gesagt, dass die vielleicht wichtigste Lektion, die wir aus der Finanzkrise lernen können, der Wert der Diversifikation ist. Hier sind zwei Gewissheiten, die wir kennen:

Es wird in Zukunft einen weiteren Marktcrash geben – wir wissen bloß nicht, wann.

Es gibt keine Möglichkeit zu wissen, welcher Sektor, welches politische Ereignis oder welcher andere Grund den Crash auslösen wird.

In schwierigen Zeiten ist nichts sicher. Vor der Finanzkrise wäre es absurd gewesen, dass Lehman Brothers den Konkurs erklärt hätte, man Aktien von Bear Stearns zum Spottpreis kaufen kann oder es die Aktionäre von General Motors kalt erwischt hätte. Nur wenige Leute dachten, dass es den Aktionären von AIG, Citigroup, Fannie Mae, Freddie Mac oder Washington Mutual so schlecht gehen würde wie es dann tatsächlich auch war.

Wer jedoch einen oder sogar einige dieser Aktien als Teil eines gut diversifizierten Korbes von hochwertigen Aktien gehalten hätte, den hätte es nicht allzu schlimm erwischt. Ich persönlich hatte Aktien von AIG und Bear Stearns, die in die Krise gingen, aber sie machten nur einen kleinen Prozentsatz meines Portfolios aus, so dass die Krise für mich sicherlich nicht angenehm war, aber ich nicht annähernd so am Boden zerstört war wie viele andere Investoren.

Hier ist die Lektion: Egal wie unverwundbar eine bestimmte Aktie auch erscheinen mag, sie ist es nicht. Dementsprechend sollte man investieren und nicht alles auf eine Aktie oder eine Branche verteilen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Apple, besitzt außerdem Aktien von Johnson & Johnson und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway.

Dieser Artikel von Matthew Frankel erschien am 14.9.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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