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Rückwärts-Splits bei ETF´s: Was jeder Investor wissen sollte

Quelle: Getty Images

Anleger lieben börsengehandelte Fonds, weil ETF´s ihnen Zugang zu Märkten verschaffen, die ihnen sonst verschlossen blieben. Viele Anleger haben sich insbesondere spezielle ETF-Arten zugelegt, die verschiedene Hebeleffekte nutzen, um den Einsatz zu erhöhen oder Wetten darauf abzuschließen, wie sich verschiedene Markt-Kennzahlen, wie beispielsweise die Volatilität, verhalten werden.

Die Gefahren von gehebelten ETF´s sind bekannt, und selbst wenn man den doppelten oder dreifachen Hebel meidet, können Spezialangebote wie Volatilitäts-ETFs zu ebenso schmerzhaften Resultaten führen. Aber, wenn du nur ein flüchtiger Beobachter dieser Fonds bist, wirst du vielleicht nicht einmal die langfristige Zerstörungskraft bemerken, die sie besitzen. Das liegt an einer wenig sichtbaren Entwicklung: Viele Spezial-ETF´s nehmen Rückwärts-Splits vor. Obwohl sie nicht versuchen, ein großes Geheimnis daraus zu machen, können sie für diejenigen, die sich der Praxis nicht bewusst sind, immer noch irreführend sein.

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Rückwärts-Splits und Volatilitäts-ETF´s

Das jüngste Beispiel für dieses Phänomen stammt aus dem Bereich der Volatilität´s-ETF´s. Ende letzten Monats kündigte ProShares an, dass es eine Aktienzusammenlegung bei zwei seiner beliebten Fonds, dem ProShares Short VIX Short Term Futures (WKN: A1JZDM) und dem ProShares Ultra VIX Short Term Futures (WKN: A2DY2P), durchführen wird. Ab dem 18. September 2018 wird der Short Volatility ETF (er setzt auf eine sinkende Volatilität am Markt) im Verhältnis 1 für 4 gesplittet, was bedeutet, dass Anleger, die bisher 400 Anteile besaßen, dann 100 Anteile zu einem viermal höheren Preis als zuvor besitzen werden. Ähnliches wird mit dem Ultra-Volatilität´s ETF geschehen, bis auf das Splitverhältnis, welches 1 für 5 betragen wird.

Der Rückwärts-Split für den Short Volatility ETF sollte für diejenigen, die den Volatilitäts-ETF-Markt in diesem Jahr verfolgt haben, keine große Überraschung sein. Bereits im Februar 2018 führte eine explosive Bewegung des Volatilitätsindex dazu, dass ein konkurrierender Short Volatility ETF seine Türen vollständig schloss, und die angebotenen ProShares verloren an einem einzigen Tag 80 % ihres Wertes. Trotz der seitdem aufgetretenen Höhen und Tiefen steht der ProShares-ETF immer noch fast 90 % tiefer als Anfang 2018. Ein 1 für 4 Rückwärts-Split wird ausreichen, um den Aktienkurs wieder deutlich näher an das alte Niveau vor dem Rückgang im Februar 2018 heranzuführen.

Der Rückwärts-Split des Ultra Volatility ETF´s ist dagegen überraschender. Dieser ProShares-Fonds profitierte von der gleichen Volatilitätsspitze, die seinem Short-ETF-Pendant wehtat, und verdreifachte sich beinahe zwischen dem ersten Handelstag des Jahres und seinem Februarhoch. Im Jahresverlauf hat jedoch eine Rückkehr zu relativ niedrigen Volatilitätsbedingungen all diese Gewinne und noch mehr wieder aufgezehrt, so dass der Ultra-Volatilitäts-ETF im bisherigen Jahresverlauf insgesamt fast 20 % im Minus steht.

Nichts Neues

Rückwärts-Splits sind bei vielen gehebelten und Volatilität´s-ETF´s die Regel. So wird dies beispielsweise für den Ultra-Volatilität´s-ETF der neunte Rückwärts-Split innerhalb von sechseinhalb Jahren sein, wobei die bisherigen Splitverhältnisse von 1 für 4 bis 1 für 10 reichen. Um die Splits ins rechte Licht zu rücken, wenn du Anfang 2012 sechs Millionen Anteile am ProShares Ultra VIX Short-Term Futures ETF gehalten hättest, hättest du heute nur noch fünf – und nach dem Inkrafttreten des kommenden Rückwärts-Splits Ende dieses Monats nur noch einen einzigen Anteil.

Dies ist ein etwas extremes Beispiel, denn der Markt hat sich in diesem Zeitraum entschieden gegen den Ultra VIX ETF entwickelt. Der Short VIX ETF hat im gleichen Zeitraum drei klassische 2 für 1-Splits durchgeführt, wobei aus einem ursprünglichen acht Anteile wurden – und nach dem kommenden Rückwärts-Split nur noch zwei.

Wenn man sich jedoch andere gehebelte ETF´s ansieht, kann man ähnliche Phänomene sowohl bei bullischen als auch bei bärischen Fonds beobachten. Seit 2010 hat der bullische ProShares Ultra Silver zwei Splits durchgeführt, einen regulären und einen umgekehrten, die insgesamt zu einem Netto-Splitverhältnis von 1 für 2 geführt haben. Der bärische ProShares UltraShort Silver besitzt unterdessen ein dramatischeres Netto-Split-Verhältnis von 1 für 100, das über drei Rückwärts-Splits und einen regulären Split erreicht wurde. Für Öl hat ProShares Ultra Bloomberg Crude Oil drei Rückwärts-Splits durchgeführt, was zu einem Netto-Split-Verhältnis von 1 für 40 führt, während der ProShares UltraShort Bloomberg Crude Oil seit 2010 ein moderateres Split-Verhältnis von 2 für 5 aufweist.

Kenne die Risiken

Es ist nicht ganz fair, diese ETF´s anhand ihrer langfristigen Performance zu beurteilen, denn sie sind die ersten, die zugeben, dass sie eher für den kurzfristigen Gebrauch als für den langfristigen Einsatz bestimmt sind. Die meisten dieser Fonds haben Schwankungen, die nur für Händler bestimmt sind.

Dennoch haben unzählige Investoren einen Teil dieser ETF´s als langfristige Anlagen genutzt. Short Volatility ETF´s waren mehrere Jahre erfolgreich, bis sie auf einen Schlag, aufgrund eines einzigen schlechten Tages, die meisten oder alle ihre Gewinne wieder verloren.

Rückwärts-Splits dienen dazu, die Aktienkurse von gehebelten und Volatilität-ETF´s höher zu stellen, als es ihre langfristigen Erträge in vielen Fällen vermuten lassen. Wenn es diesen ETF´s nicht erlaubt wäre, Rückwärts-Splits durchzuführen, dann wäre vielen Anlegern klarer, wie viel Geld sie auf lange Sicht damit verloren hätten.

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Dan Caplinger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 

Dieser Artikel von Dan Caplinger erschien am 15.09.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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