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General Electric hat ein Energieproblem

Foto: Getty Images

General Electric (WKN:851144) ist dabei, ihr Geschäft zum zweiten Mal innerhalb eines Jahrzehnts umzubauen. Nachdem GE im Zuge der Finanzkrise und der damit einhergehenden verschärften Regulierung der Banken sich weitgehend vom Finanzgeschäft getrennt hatte, sind nun Kerngeschäfte wie Transport, Gesundheitswesen sowie Öl und Gas dran.

Damit verbleiben bei General Electric nur noch die Bereiche Luftfahrt (vor allem Flugzeugtriebwerke) und Ausrüstung sowohl für konventionelle als auch für erneuerbare Energie. Die Luftfahrt wächst profitabel, so dass es sich für GE lohnen sollte, in diesem großartige Geschäft zu bleiben. Aber die Geschäfte rund um die konventionelle und erneuerbare Energieerzeugung konkurrieren direkt untereinander, und dieser Zusammenhang ist ein Grund, warum GE ein langfristiges Energieproblem haben könnte.

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Das Stromgeschäft schrumpft

GE ist einer der größten Anbieter von Kraftwerken und Turbinen für die Energiewirtschaft. Der Anlagenbau und die Erbringung von Dienstleistungen an bestehenden Kohle- und Erdgaskraftwerken machen den größten Teil des entsprechenden Geschäfts aus.

Im Jahr 2017 machten GE´s Kraftwerksaktivitäten ein 35-Milliarden-Dollar-Geschäft aus. Damit ist es fast so groß wie die Segmente Luftfahrt (27 Milliarden US-Dollar) und erneuerbare Energien (9 Milliarden US-Dollar) zusammen. Das Problem ist, dass es sich im strukturellen Niedergang befindet. Im zweiten Quartal 2018 sank der Umsatz des Segments gegenüber dem Vorjahr um 19 % auf 7,6 Milliarden US-Dollar und der Gewinn um 58 % auf 421 Millionen US-Dollar oder 5,6 %.

Das Kohlekraftwerksgeschäft ist sowohl in den USA als auch in reifen Märkten wie Europa im Wesentlichen zum Erliegen gekommen. Erdgas hat in den letzten zehn Jahren einen Teil der Lücke geschlossen, aber jetzt steht es unter starkem Druck durch erneuerbare Energien – ein weiteres Geschäft, in dem GE eine bedeutende Präsenz hat.

Erneuerbare Energien kämpfen um ihren Platz in der Welt.

GE Renewables erwirtschaftete 2017 insgesamt 9,2 Milliarden US-Dollar wovon 8,0 Milliarden US-Dollar auf Windenergieanlagen entfielen. Die Kosten für Windkraftanlagen sind so weit und so schnell gesunken, dass der Wind begonnen hat, Kohle und Erdgas im Stromnetz zu ersetzen. Laut der Investmentbank Lazard können neue, nicht subventionierte Windkraftanlagen Strom für 3 bis 6 Cent pro Kilowattstunde produzieren, verglichen mit 4,2 bis 7,8 Cent pro Kilowattstunde für neue Erdgaskraftwerke. Kein Wunder, dass mehr als die Hälfte aller neuen Kapazitäten von 2014 bis 2017 auf erneuerbare Energien entfielen.

Trotz der Tatsache, dass die Gesamtinvestitionen für erneuerbare Energien wachsen und der Wind einen Teil des bisherigen Stromabsatzes von GE verdrängt, ist das erneuerbare Geschäft volatil und hat sich langfristig nicht als sehr profitabel erwiesen. Der Umsatz sank im zweiten Quartal um 29 % auf 1,6 Milliarden US-Dollar und der Segmentgewinn um 48 % auf 82 Millionen US-Dollar, bei einer Marge von 5 %.

Dieses schwache Rentabilitätsprofil ist bei allen erneuerbaren Energien erkennbar. Mit sinkenden Installationskosten steigen die Absatzmengen, was den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommarkt erhöht. Aber Hersteller wie GE sehen in diesem Fall oft Umsatzrückgänge, weil das Volumen nicht ausreicht, um die sinkenden Verkaufspreise pro Watt erneuerbarer Energien auszugleichen. Infolgedessen stagniert der Umsatz und die Margen bleiben unter stetigem Druck.

Erneuerbare Energien zerstören das traditionelle Stromgeschäft von GE, sind aber kein besonders profitabler Ersatz. Insgesamt scheint das Energiegeschäft dadurch strukturell an Bedeutung zu verlieren.

Energie ist ein schwieriges Feld für GE

GE hat jetzt, da es sich von seinen Transport-, Öl- und Gas- sowie Gesundheits-Sparten trennt, stark auf Energie gesetzt. Aber das Stromgeschäft ist derzeit ein schwieriger Markt für die Ausrüster. Ironischerweise ist GE Teil des Problems, denn sie produziert margenschwache Windturbinen, die Marktanteile der Kohle- und Erdgasanlagen stehlen, von denen sie seit Jahrzehnten profitiert hat. Dies ist ein großes und langfristiges Stromproblem für GE, da es wahrscheinlich bedeutet, dass die Rentabilität im Stromgeschäft auf absehbare Zeit niedrig bleiben wird. Der einzige potenzielle Turnaround, den ich erkennen kann, ist, wenn der Umsatz und die Margen im Windturbinen-Segment steigen, was langfristig auf einen Wachstumspfad des Energiegeschäfts führen würde. Aber das ist angesichts des Wettbewerbsdrucks auf dem Markt unwahrscheinlich.

Für Investoren von GE ist dies hochrelevant, weil Kraftwerke oder Windturbinen wohl nicht in der Lage sind, die Aktie in Zukunft anzutreiben. Vielmehr wird GE immer abhängiger von der Luftfahrt, wenn Umsatz und Ergebnis wachsen sollen. Das ist noch okay, solange mehr Flugzeuge in die Luft steigen, aber wenn die Nachfrage nach Flugzeugen nachlassen sollte, gibt es langfristig wohl nicht viel Unterstützung aus dem Energiegeschäft.

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Dieser Artikel wurde von Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 10.09.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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