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Der neue Mercedes EQC ist eine Blamage für Daimler

Der neue Elektro-SUV mit dem Namen EQC ist das erste von zehn Modellen seiner neuen elektrischen EQ-Reihe, die Daimler (WKN:710000) bis zum Jahr 2022 aufbauen will. Anfang September wurde das von Investoren und Konsumenten mit Spannung erwartete Auto schließlich vorgestellt.

Die EQ-Modelle stellen eine große Offensive Daimlers dar. Daimler will, sobald die Reihe im Jahr 2022 abgeschlossen ist, 60 % der Fahrzeugtypen über EQ abbilden. Entsprechend viel Aufmerksamkeit erfährt Daimlers erstes EQ-Modell, dieses könnte schließlich wegweisend für die gesamte Reihe sein.

Ist Daimler damit der große Coup gelungen, um die Konkurrenten BMW (WKN:519000), Volkswagen (WKN:766403) und vor allem den kalifornischen Herausforderer Tesla (WKN:A1CX3T) auf Abstand zu halten?

Was kann das Auto?

Der 4,76 Meter lange EQC ist der erste vollelektrische SUV von Daimler. Zwei Elektromotoren treiben den 2,4 Tonnen schweren EQC an. Der EQC kommt in 5,1 Sekunden von 0 auf 100, bei 180 km/h ist jedoch (schon) Schluss. Die Batterien des EQC haben eine Kapazität von 80 kWh.

Die Gesamtreichweite gibt Daimler mit 450 Kilometern an – hier wurde jedoch der alte Messzyklus NEFZ verwendet. Im neuen WLTP-Verfahren ist mit weniger Reichweite zu rechnen, wahrscheinlich unter 400 Kilometern. An einer Schnellladesäule soll die Batterie schon nach 40 Minuten bis zu 80 % geladen sein.

Interessanterweise schwieg Daimler zum Preis des neuen Autos. Dieser wird wahrscheinlich erst veröffentlicht werden, sobald man das Fahrzeug Anfang 2019 vorbestellen können wird. Das ist sehr schade, da damit ein Vergleich mit bestehenden Elektro-SUVs erschwert wird. Versuchen wir uns dennoch daran.

Ein kurzer Vergleich mit den Konkurrenten

Als Konkurrenz fällt einem natürlich sofort das Tesla Model X ein. Doch auch Jaguar hat mit dem I-Pace seit Kurzem einen Konkurrenten auf dem Markt.

Die wichtigsten Daten, die mich als Konsumenten interessieren, sind die Beschleunigung, die Höchstgeschwindigkeit, die Reichweite und der Preis. Zusätzlich habe ich Fahrzeuglänge und -gewicht in den Vergleich eingebaut, da der Preis und die Reichweite maßgeblich davon abhängen, wie groß und schwer das Fahrzeug ist. Sehen wir uns an, wie die drei Kontrahenten sich schlagen:

Mercedes EQC Jaguar I-Pace Tesla Model X 100D
Fahrzeuglänge 4,76 m 4,68 m 5,05 m
Fahrzeuggewicht 2.425 kg 2.208 kg 2.459 kg
Beschleunigung 0–100 km/h
5,1 Sekunden 4,8 Sekunden 4,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h 200 km/h 250 km/h
Batteriekapazität 80 kWh 90 kWh 100 kWh
Reichweite 450 km (nach NEFZ) 470 km (nach WLTP) 565 km (nach NEFZ)
Preis ??? ab 77.850 Euro ab 114.400 Euro

Was wir sehen

Der EQC liefert im Vergleich zu seinen beiden Konkurrenten die schlechteste Beschleunigung, die niedrigste Höchstgeschwindigkeit und die niedrigste Reichweite. Von einem brandneuen Auto aus dem Hause Daimler hätte ich mir wirklich mehr erwartet.

Daimler hätte im Gegensatz zu Tesla alle finanziellen Mittel, um ein wirklich bahnbrechendes Elektrofahrzeug zu entwickeln. Eines, das die Massen im wahrsten Sinne des Wortes „elektrisiert“. Ich als Konsument jedoch wüsste zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund, warum ich mir einen EQC statt eines I-Pace oder eines Model X kaufen sollte.

Einzig über den Preis könnte der EQC die beiden Konkurrenten schlagen – CEO Zetsche sprach von einer „sehr wettbewerbsfähigen Preisstellung“. Doch Mercedes-Benz war noch nie ein Name, den man mit Preiskampf verbunden hat.

Zusammengefasst

Der EQC ist nicht der erhoffte große Sprung für Daimler, der die Wettbewerber mächtig unter Druck setzt. Im Gegenteil, Daimler wäre wirklich gut beraten, seine EQ-Flotte zügig auszubauen – mit Autos, die ihren Konkurrenten gegenüber wirklich Vorteile haben. Ansonsten droht Daimler beim Thema Elektroautos ziemlich zu scheitern. Schließlich haben andere Hersteller wie BMWAudi und Volvo ebenfalls neue Modelle in den Startlöchern.

Investoren von Daimler sollten genau beobachten, ob Daimler mit dem EQC Erfolg hat oder nicht. Dieses Auto könnte ein entscheidender Wegweiser für die elektrische Zukunft Daimlers sein.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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