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Aktien für Einsteiger: Diese fünf Fehler können dich an der Börse viel Geld kosten

Ich möchte dich zunächst beglückwünschen, dass du auf diesen Artikel geklickt hast. Offenbar investierst du seit Kurzem in Aktien oder hast vor, damit zu beginnen. Du hast damit eine tolle Möglichkeit für den Vermögensaufbau gewählt, die beliebte Anlageformen in Deutschland wie Bausparverträge und Lebensversicherungen um Längen schlägt – wenn du es richtig machst!

Beim Investieren in Aktien gibt es nämlich einige Fehler, die du tunlichst vermeiden solltest. Welche das sind, das sehen wir uns jetzt an.

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Zu oft handeln

Viele Investoren haben das Problem, dass sie zu oft kaufen und verkaufen – da sie das Gefühl haben, irgendetwas tun zu müssen. Geduld zählt nicht zu den Stärken des Menschen.

Beim Investieren sollten wir uns zurückhalten, so gut es geht. Wenn du den Drang verspürst, Aktien zu verkaufen, dann mach einen Spaziergang an der frischen Luft. Und während dieses Spaziergangs überlegst du dir, warum du auf einmal deine Aktien verkaufen willst. Oft legt sich dieser Drang, etwas tun zu müssen, dann von ganz alleine.

Zu häufiges Kaufen und Verkaufen kostet dich nämlich nicht nur eine Stange Gebühren – sondern frisst dir auch deine Renditen weg! Die besten Renditen beim Investieren in Aktien erhalten wir, wenn wir langfristig dabeibleiben. Der erfolgreiche Starinvestor Warren Buffett sagte nicht umsonst einmal:

Wenn du es liebst, ständig zu kaufen und zu verkaufen, dann möchte ich dein Broker sein – aber nicht dein Partner.

In Abwärtsphasen verkaufen

Der wohl am meisten gemachte Fehler von Anlegern weltweit: verkaufen, wenn die Märkte fallen. Sobald das Aktiendepot im roten Bereich ist und das Minus größer und größer wird, werden wir nervös – und treffen dann unüberlegte Entscheidungen, wie ich sie eben skizziert habe.

Die bessere Variante wäre, einfach nichts zu tun. Solange du nicht verkaufst, hast du deinen Verlust nicht realisiert und hast somit nur auf dem Papier Geld verloren. Bisher aber sind die Aktienmärkte nach wirklich jeder Krise stärker zurückgekommen – warum sollte das in Zukunft anders sein? Nicht zu verkaufen, bedeutet für dich, dass du beim nächsten Aufschwung auch dabei bist! Und wer weiß, vielleicht verkaufst du ja ausgerechnet am Tiefpunkt des Bärenmarkts?

Besonders kluge Investoren nutzen sogar die Abwärtsphasen im Markt, indem sie ihre Positionen aufzustocken. Viele großartige Unternehmen werden während Krisenzeiten unverhältnismäßig niedrig bewertet. Wenn du dich hier eindeckst, kannst du hervorragende Renditen erzielen, sobald der Markt wieder steigt!

Aus dem Bauch heraus kaufen

Wenn du die Aktien eines Unternehmens kaufen willst, dann musst du dir darüber im Klaren sein, dass du ab dem Kauf Miteigentümer des Unternehmens bist. Du darfst es dir auch gerne bildlich vorstellen: Dir gehört vielleicht ein Anteil an einer Produktionsmaschine oder ein Stück der IT-Infrastruktur, oder der Seifenspender auf einer Mitarbeitertoilette – ganz, wie du möchtest.

Da du Miteigentümer des Unternehmens bist, solltest du nicht einfach wild irgendwelche Aktien kaufen, weil du es im Gefühl hast, dass sie steigen werden. Analysiere das Unternehmen gründlich, damit du weißt, warum du gerade an diesem Unternehmen einen Anteil besitzen möchtest. So kommst du sehr wahrscheinlich zu besseren Ergebnissen, als wenn du einfach das kaufst, was dich gerade anlacht.

Altbackene Börsenweisheiten befolgen

Sell in May and go away, but remember to be back in September – so lautet eine viel zitierte Börsenweisheit. Die Wahrheit ist aber: Es gibt keinen einzigen triftigen Grund, warum die Kurse im Sommer schlechter laufen sollten als zu anderen Jahreszeiten. Verkriecht sich der DAX im Sommer wohl in seinem kühlen Bau? Nach dieser Logik müsste er im Winter allerdings auch Winterruhe halten.

Im saisonalen Verlauf des Dow Jones Index lässt sich lediglich eine Septemberschwäche ausmachen. Im Mai, Juni, Juli und August aber zeigte der Dow Jones in der Vergangenheit durchschnittlich eine positive Performance – das Befolgen der Börsenweisheit führte hier durchschnittlich zum Verpassen von Gewinnen. Die Schwäche im September lässt sich außerdem dadurch erklären, dass in diesem Monat in der Vergangenheit besonders viele negative Einmaleffekte die Kurse verzerrt haben: die Asienkrise im Sommer 1997, das Attentat auf das World Trade Center am 11. September 2001 oder die Lehman-Pleite im September 2008.

Nicht nur für diese Börsenweisheit, sondern für die meisten unter ihnen gilt: Ihren vermeintlichen Wahrheitsgehalt nehmen sie größtenteils daher, dass sie sich reimen.

Chartanalyse betreiben

Chartanalyse ist im Prinzip der Weg, mit dem du die meisten oben genannten Fehler vereinst: Du handelst viel zu oft, läufst Gefahr, in Abwärtsphasen zu verkaufen, und du kaufst womöglich einfach aus dem Bauch heraus. Du kannst dir vorstellen, was wir Fools von Chartanalyse halten.

Du kannst dir alle möglichen Zickzackkurven ansehen: die Performance deines eigenen Depots, die Ausschläge eines Seismografen, die Aufrufstatistiken einer Homepage – und wirklich überall wirst du Möglichkeiten finden, „Widerstände“, „Unterstützungen“ und „Trendkanäle“ einzuzeichnen. Unser Gehirn sucht gerne nach Mustern, und daher fällt es uns erstaunlich leicht, vergangene Kursbewegungen mit solchen Linien zu „erklären“.

Die Wahrheit ist: Ich kenne keinen Investor, der durch Chartanalyse wirklich reich geworden ist. Alle großen Investoren unserer Zeit und in der Vergangenheit waren Investoren, die sich auf die Fundamentaldaten beschränkt haben. Wenn du eine Aussicht haben möchtest, besser abzuschneiden als der Markt, solltest du es diesen großen Investoren gleichtun.

Zusammengefasst

Wenn man es richtig macht, sind Aktieninvestitionen viel weniger spannend, als es in Hollywoodfilmen dargestellt wird. Teilweise ist es vielleicht sogar langweilig.

Denn es geht nicht darum, möglichst häufig zu handeln, Charts zu analysieren und den Markt zu timen. Erfolgreiche Investoren investieren langfristig in großartige Unternehmen mit gesunden Finanzen und starken Vorteilen gegenüber der Konkurrenz. Sobald man eine großartige Investition ausgemacht hat, ist die wahre Kunst vielmehr, nichts zu tun und den Markt und den Zinseszins für sich arbeiten zu lassen.

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