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Investieren in Gold – der komplette Guide für Einsteiger

Man stellte sich mal vor, man steht in einem Bach, hat eine Metallpfanne in den Händen und hofft verzweifelt, einen kleinen gelben Schimmer zu erblicken. Dieser Schimmer wäre dann Licht, das von Gold reflektiert wird, jenem Metall, für das sich Anfang der 1850er Jahre unzählige Menschen über einen ganzen Kontinent bewegt haben. Aber warum nur? Was ist so besonders an Gold, dass die Menschen dafür bereit waren, ihr gewohntes Leben aufzugeben, in der Hoffnung, dieses Edelmetall zu finden? Und, was noch wichtiger ist, warum nimmt Gold in unserer globalen Wirtschaft immer noch einen so wichtigen Platz ein? Hier nun mal eine Einführung zu Gold, die äußerst sinnvoll ist, wenn man mit dem Gedanken spielt, in das Edelmetall zu investieren. Wir werfen auch einen Blick auf die verschiedenen Arten, wie man in Gold investieren kann – etwa über Schmucks Münzen, Goldbarren, Goldbescheinigungen, Indexfonds (ETFs), Investmentfonds, Terminkontrakte, Goldbergbauaktien, Gold-Streaming und Lizenzunternehmen. Abschließen untersuchen wir, welche die Goldanlagestrategie für Anfänger sind.

Was überhaupt ist Gold?

Gold ist ein Element, gehört zur Gruppe der Metalle, in der Chemie lautet das Symbol „Au“. Es ist sehr weich und formbar. Tatsächlich kann eine einzige Unze Gold zu einem dünnen Blatt von bis zu 5 Quadratmetern geschlagen werden. Die Dicke dieses sogenannten Blattgolds wäre geringer als die Dicke eines menschlichen Haares. Die Formbarkeit von Gold ist einer der Hauptgründe, warum es für die Herstellung von Schmuck verwendet wird. Es ist so weich, dass es mit anderen Metallen gemischt werden muss, um seine Festigkeit zu erhöhen, damit es dem täglichen Gebrauch standhalten kann. Gold ist auch ein guter Leiter, eine Eigenschaft, die in der jüngeren Geschichte bei der Nutzung von Elektrizität eine große Rolle gespielt hat.

Jede Unze Gold ist im Grunde jeder anderen Unze Gold gleich. Es gibt keine Möglichkeit für ein Unternehmen, mit dem Gold, das es produziert, einen einzigartigen Wert zu schaffen. Und als solches ist Gold ein Rohstoff, der auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage gehandelt wird. Physisches Gold wird in der Regel in Form von Goldbarren gehandelt, die einfach ein Goldbarren oder eine Goldmünze sind, die mit der Menge an Gold, die es enthält, sowie der Reinheit des Goldes gestempelt ist. (Barren unterscheiden sich vor allem darin von Münzen, dass alle Barren in der Regel gleich sind, Münzen hingegen durch ihre Prägung bestimmte Sammlerstücke sind, die nochmal eine andere Form der Nachfrage unterliegen. Die Prägung ist oft wichtiger als der Goldgehalt.)

Wie viel Gold gibt es?

Gold ist in der Natur zwar reichlich vorhanden, aber schwer zu gewinnen. So enthält Meerwasser Gold — aber in solch geringen Mengen, dass die Gewinnung mehr kosten würde als der Ertrag. Es gibt also einen großen Unterschied zwischen der Verfügbarkeit von Gold und den weltweiten Goldvorräten. Das World Gold Council schätzt, dass heute rund 190.000 Tonnen Gold oberirdisch verwendet werden und noch rund 54.000 Tonnen Gold, die nach heutiger Fördertechnik wirtschaftlich aus der Erde gewonnen werden können. Aber Fortschritte bei den Fördermethoden oder wesentlich höhere Goldpreise könnten diese Zahl ändern. So wurde Gold in der Nähe von Unterwasser-Thermalschächten in Mengen entdeckt, die vermuten lassen, dass sich eine Förderung lohnt – wenn denn der Goldpreis auf ein Level steigt, das die Wirtschaftlichkeit des Bergbaus gewährleistet.

Wie gewinnt man Gold?

Wie genau kommt Gold aus dem Boden zu den Menschen? Einst war Goldwäsche – also das Waschen von schlammigen Flusswasser in Pfannen – die gängige Praxis, heutzutage aber wird das Edelmetall im Allgemeinen aus dem Boden gefördert. Auch wenn es reine Goldminen gibt, findet man es in der Regel doch bei anderen Metallen, etwa zusammen mit Silber oder Kupfer. So kann ein Bergmann tatsächlich Gold als Nebenprodukt seiner anderen Förderungen aus dem Boden holen – oder aber man konzentriert sich ausschließlich auf Gold und holt Silber und Kupfer als Nebenprodukte aus dem Boden.

Bergleute beginnen damit, einen Ort aufzuspüren, von dem sie annehmen, dass dort Gold in derart ausreichenden Mengen vorhanden ist, dass sich die Förderung lohnt. Dann müssen die Kommunen und Behörden dem Unternehmen die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Mine erteilen. Die Erschließung einer Mine ist ein gefährlicher, teurer und zeitaufwändiger Prozess mit wenig bis gar keinem wirtschaftlichen Ertrag, bis die Mine schließlich in Betrieb ist – was manchmal ein Jahrzehnt oder gar länger dauern kann.

Die größten Anfangsrisiken nach der Inbetriebnahme einer Mine sind, dass das Gold nicht ausreichend vorhanden ist, oder dass die Förderung Schwierigkeiten macht. Während des Bergbaus gibt es alle möglichen betrieblichen Probleme zu lösen, vom Umgang mit dem Personal bis hin zur Gefahr von Katastrophen wie dem Zusammenbruch einer Mine oder tödlichen Gaslecks. Und wenn das gesamte Gold, das wirtschaftlich gewonnen werden kann, einmal abgebaut ist, müssen die Bergleute die Mine schließen und das Gelände wieder in den Zustand zurückversetzen, in dem sie es einst vorgefunden haben.

Bergbau ist also kein einfaches Geschäft. Aber wenn man an eine frische Unze Gold will, hat man eigentlich keine andere Wahl.

Woher kommt die Nachfrage nach Gold?

Gold wird nach seinem Abbau von einer ganzen Reihe Industrien genutzt. Allen voran der Schmuckbranche, die rund 50 % der Goldnachfrage ausmacht. Weitere 40 % stammen aus direkten physischen Investitionen in Gold, einschließlich Gold, das zur Herstellung von Münzen, Edelmetallen, Medaillen und Goldbarren verwendet wird. Diese breite Kategorie umfasst Privatpersonen, Zentralbanken und in jüngster Zeit auch börsengehandelte Fonds, die Gold im Auftrag anderer kaufen. Die restliche Nachfrage nach Gold kommt aus Bereichen wie der Zahnheilkunde, Hitzeschilde und andere technische Geräte.

Warum ist Gold so wertvoll?

Warum ist Gold also so teuer und begehrt? In der Antike führten Formbarkeit und Glanz zur Verwendung für Schmuck und erste Münzen. Es war damals auch viel schwieriger, Gold zu gewinnen, bevor moderne Abbaumethoden geschaffen wurden – Gold war also rar. Je rarer eine Sache ist, desto mehr Wert bekommt sie.

Dies ist alles eine Vereinfachung einer weitaus komplexeren Geschichte. In gewisser Weise war es jedoch nur natürlich, dass die frühen Menschen das Edelmetall als Mittel zum Handel und zum Aufbau von Vermögen nutzten. Tatsächlich waren die frühen Papierwährungen im Allgemeinen mit Gold hinterlegt, wobei jede gedruckte Rechnung einer Goldmenge entsprach, die in einem Tresorraum aufbewahrt wurde, gegen die sie also jederzeit hätte ausgetauscht werden können (was selten vorkam). Diese Herangehensweise dauerte bis ins 20. Jahrhundert an. Allerdings sind moderne Währungen weitgehend Fiat-Währungen, so dass die Verbindung zwischen Gold und Papiergeld längst aufgehoben ist.

Und doch ist die Faszination von Menschen für Gold ungebrochen. Noch immer kommt ein großer Teil der Nachfrage aus der Schmuckindustrie. Aber ein beachtlicher Teil der Nachfrage kommt von Unternehmen, die Gold in seiner physischen Form über Münzen, Edelmetalle und Barren besitzen und halten wollen. Das liegt vor allem an der Wirtschaftsgeschichte des Goldes und der daraus resultierenden Sichtweise auf das Metall als Notfall-Investment. Wenn Papiergeld plötzlich wertlos werden würde, müsste die Welt auf etwas Wertvolles zurückgreifen, um den Handel zu erleichtern. Eine der logischsten Optionen ist dann Gold, denn das war die Rolle, die es einnahm, bevor die Papierwährungen die Herrschaft übernahmen. Dies ist einer der Gründe dafür, dass Anleger bei volatilen Finanzmärkten auf Gold setzen und damit den Preis für das Edelmetall in die Höhe treiben.

Wie wird der Goldpreis berechnet?

Das Metall ist trotz seiner edlen Vergangenheit letzlich doch nur eine Ware, wie Eisenerz oder Kupfer. Es ist also das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, das am Ende den Preis von Gold an einem bestimmten Zeitpunkt bestimmt.

Die Nachfrage nach Schmuck ist relativ konstant, obwohl die konjunkturellen Einbrüche natürlich zu vorübergehenden Nachfragerückgängen in dieser Branche führen. Die Nachfrage der Anleger, einschließlich der Zentralbanken, tendiert jedoch dazu, mit der Konjunktur und der Stimmung der Anleger zu korrelieren. Wenn die Anleger sich also über die Wirtschaft Sorgen machen, dann kaufen sie oft Gold, und aufgrund dieser gestiegenen Nachfrage treiben sie den Preis in die Höhe. Man kann auf der Website des World Gold Council die Schwankungen nachverfolgen. Das ist eine Handelsgruppe, die von einigen der größten Gold-Bergbauunternehmen der Welt unterstützt wird.

Wie gut hält Gold seinen Wert in der Baisse?

Die Antwort darauf hängt zum Teil davon ab, wie stark man auf Gold gesetzt hat, aber ein kurzer Blick auf die Goldpreise im Verhältnis zu den Aktienkursen während der Baisse, die mit der Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 verbunden ist, liefert ein aussagekräftiges Beispiel.

Zwischen dem 30. November 2007 und dem 1. Juni 2009 fiel der S&P 500-Index um 36 %. Der Goldpreis stieg dagegen um 25 %. Gold konnte Aktien also um mehr als 60 Prozentpunkte übertreffen. Dies war der Beleg für einen anhaltenden Rückgang der Aktien, aber der war auch besonders dramatisch. Damals gab es sehr reale Bedenken hinsichtlich der Lebensfähigkeit des globalen Finanzsystems.

Wenn sich die Kapitalmärkte in Turbulenzen befinden, schneidet Gold oft relativ gut ab, da Investoren nach sogenannten Safe-Haven-Investitionen Ausschau halten.

Wie man in Gold investiert

Investment Option Vorteile Nachteile Beispiele
Schmuck – Leicht zu beschaffen – Hohe Kosten
– Wiederverkaufswert gering
– Jede Art von Schmuck mit ausreichend hohem Goldgehalt (14 Karat und mehr)
Gold – Man hält pures Gold – Hohe Kosten
– Außer Anstieg von Goldpreis keine weiteren Chancen auf Wachstum
– Muss gelagert werden
– Verkauf nicht einfach
– Sammlermünze
– Goldbarren
Gold-Zertifikate – Direktes Investment in Gold
– Man muss  Gold nicht selber lagern
– Nur so gut und sicher wie das Unternehmen dahinter
– Wird von wenigen Unternehmen angeboten
– Nicht sehr liquide
– Perth Mint Certificates
Gold-ETFs – Direktes Investment in Gold
– Sehr liquide
– Gebühren
– Außer Anstieg von Goldpreis keine weiteren Chancen auf Wachstum
– SPDR Gold Shares (WKN:A0Q27V)
Futures – Man braucht anfangs kein großes Kapital, um einzusteigen
– Sehr liquide
– Kein direktes Investment in Gold
– Großer Hebel
– Die Verträge sind terminiert
– Futures vom Chicago Mercantile Exchange
Aktien von Gold-Bergbauunternehmen – Wachstum durch Minenausbau
– Abhängig vom Goldpreis
– Kein direktes Investment in Gold
– Minenbetrieb birgt Risiken
– Andere Rohstoffe werden mitabgebaut
– Barrick Gold (WKN:870450)
– Goldcorp (WKN:890493)
– Newmont Mining (WKN:853823)
Investmentfonds und ETFs mit Fokus auf Gold – Diversifikation
– Wachstum durch Minenausbau
– Abhängig vom Goldpreis
– Kein direktes Investment in Gold
– Minenbetrieb birgt Risiken
– Andere Rohstoffe werden mitabgebaut
– Fidelity Select Gold Portfolio
– VanEck Vectors Gold Miners ETF (WKN:A2AHFU)
– VanEck Vectors Junior Gold Miners ETF (WKN:A2AHFT)
Streaming- and Royalty-Unternehmen – Diversifikation
– Wachstum durch Minenausbau
– Abhängig vom Goldpreis
– Konstant gute Margen
– Kein direktes Investment in Gold
– Minenbetrieb birgt Risiken
– Andere Rohstoffe werden mitabgebaut
– Wheaton Precious Metals (WKN:A0DPA9)
– Royal Gold (WKN:885652)
– Franco Nevada (WKN:A0M8PX)

Schmuck. Da ein Schmuckveredler für seine Dienste bezahlt werden will, ist Schmuck nicht die beste Wahl als Goldinvestment. Der Wiederverkaufswert wird nach dem Kauf rasch sinken. Überhaupt muss Gold erst einmal in ausreichender Form im Schmuck vorhanden sein: etwa 10, 14 oder 18 Karat. (Ein Karat ist ein Maß für die Reinheit des Goldes. Reines Gold ist 24 Karat, aber da Gold so weich ist, muss es mit anderen Metallen gemischt werden, wobei das Karat dann das Verhältnis von Gold zu anderen Metallen bezeichnet.) Wer Goldschmuck kauft, sollte dies für ideelle Werte tun, nicht vorrangig um zu investieren. Wer Schmuck nur aufgrund des Goldgehalts kauft, ist mit einem Barren besser beraten. Wenn Gold in Schmuckform seinen Wert hält, dann meist nicht wegen des Goldes, sondern weil es ein schönes Stück für Sammler ist.

Münzen und Barren. Wer physisches Gold als Investitionswert sucht, ist mit Münzen und Goldbarren gut beraten. Allerdings muss man auch hier sehen, dass es nicht unnötig teuer wird. Denn es kostet natürlich Geld, das Rohgold in eine Münze zu pressen, und das wird oft an den Endkunden weitergegeben. Zudem wollen die Münzhändler als Zwischenhändler bezahlt werden. Das ist ein bisschen wie eine Kommission beim Aktienhandel. Möglicherweise ist die beste Wahl für die meisten US-Investoren, Goldbarren direkt von der US-Mint zu kaufen, da kann man sich auf einen zuverlässigen Partner verlassen.

Anschließend muss man sich mit dem Gold beschäftigen. Wohin damit? In eine Schublade, einen Safe, in ein Schließfach einer Bank? Am Ende hat man auf diese Weise u.U. laufende Kosten allein für die Lagerung des Goldes. Und der Verkauf kann hinterher ebenfalls sich als Schwierigkeit gestalten, da man das Gold von der Bank holen und zu einem Händler bringen muss. Der macht einem dann einen Preis, der unter dem aktuellen Spotpreis liegt – was man ebenfalls als Gebühr betrachten kann.

Dann muss man auch noch den Unterschied zwischen Goldbarren und Sammlermünzen bedenken. Numismatische Münzen, wie sie genannt werden, werden nicht nach ihrem Goldgehalt verkauft, sondern nach Angebot und Nachfrage für jede einzelne Münze. Es sind Sammlerstücke, ähnlich Kunstwerken, und sind keine besonders gute Möglichkeit, in Gold zu investieren.

Gold-Zertifikate. Gold-Zertifikate sind eine weitere Möglichkeit, um Gold zu “besitzen”, das am besten in der Kategorie der Goldbarren aufgehoben ist. Allerdings muss dazu noch ein bisschen was erklärt werden. Goldzertifikate werden von einem Unternehmen ausgegeben, das Gold besitzt. Dieses Zertifikat bietet dem Käufer ein direktes Investment in Gold, ohne dass man tatsächlich Gold zuhause rumliegen hätte – das ist sicher beim Aussteller gelagert.

Goldzertifikate sind normalerweise für nicht zugeteiltes Gold, was bedeutet, dass das Unternehmen versichert, über genügend Gold zu verfügen, um alle ausstehenden Zertifikate zu bedienen. Man kann jedoch auch zugeteilte Goldzertifikate kaufen, wobei die Zertifikate dann für bestimmte Goldbarren gelten, die Kosten sind in dem Fall jedoch höher. Das große Problem dabei ist, dass die Zertifikate wirklich nur so gut sind, wie das Unternehmen, das sie ausgibt. Deshalb ist eine der begehrtesten Optionen für Gold-Zertifikate die Perth Mint, die von der Regierung Westaustraliens unterstützt wird. Ist man allerdings nur an einer Papierform von Gold interessiert, könnten Indexfonds die bessere Wahl sein.

Börsengehandelte Fonds, ETFs. Wer Gold nicht direkt besitzen will, für den könnte ein börsengehandelter Fonds wie SPDR Gold Shares wahrscheinlich der richtige Weg. Dieser Fonds kauft Gold direkt im Namen seiner Aktionäre. Man muss wahrscheinlich eine Provision zahlen, um einen ETF zu handeln, und es wird eine Verwaltungsgebühr erhoben (die Kostenquote von SPDR Gold Share beträgt 0,40 %), aber man profitiert von einer liquiden Anlage, die direkt in Goldmünzen, Goldbarren und Barren investiert. Allerdings investieren nicht alle ETFs im Zusammenhang mit Gold direkt in Gold, wie ich weiter unten erläutern werde.

Terminkontrakte. Futures sind eine weitere Möglichkeit, Gold zu halten, ohne es direkt zu besitzen, aber es ist eine riskante Wahl, die für Anfänger ungeeignet ist. Auch erfahrene Anleger sollten hier lieber zweimal nachdenken. Im Wesentlichen ist ein Futures-Kontrakt eine Vereinbarung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer, eine bestimmte Menge Gold zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft und zu einem bestimmten Preis zu tauschen. Da sich die Goldpreise nach oben und unten bewegen, schwankt der Wert des Vertrags, wobei die Konten von Verkäufer und Käufer entsprechend angepasst werden. Futures-Kontrakte sind im Allgemeinen standardisiert und werden an Börsen gehandelt, so dass man am besten mit einem Broker sprechen sollte.

Das eigentliche Problem: Futures-Kontrakte werden in der Regel nur mit einem Bruchteil der gesamten Kontraktkosten gekauft. Beispielsweise muss ein Anleger nur 20 % der gesamten Kosten für das vom Vertrag kontrollierte Gold einbehalten. Dadurch entsteht ein Hebel, der die potenziellen Gewinne und Verluste eines Anlegers erhöht. Und da Verträge bestimmte Endtermine haben, können Sie nicht einfach an einer verlorenen Position festhalten und hoffen, dass sie sich wieder erholt. Futures-Kontrakte sind eine komplexe und zeitaufwändige Art, in Gold zu investieren, die Gewinne und Verluste erheblich verstärken kann. Obwohl es gut zu wissen ist, dass es Futures-Kontrakte gibt, sind sie, wie bereits erwähnt, risikoreich und für Anfänger nicht empfehlenswert.

Goldminenaktien. Ein großes Problem bei einer Direktanlage in Gold ist, dass es kein Wachstumspotenzial gibt. Eine Unze Gold wird heute die gleiche Unze Gold in 100 Jahren sein. Das ist einer der Hauptgründe, warum der berühmte Investor Warren Buffett Gold nicht mag – es ist im Wesentlichen ein unproduktives Gut. Er zieht es vor, Investitionen zu besitzen, aus denen etwas entstehen kann, was bedeutet, dass sie eine Art Einkommensstrom erzeugen.

Aus diesem Grund kaufen einige Anleger Gold lieber indirekt über Minenaktien. Die Preise von Minenaktien folgen in der Regel den Preisen der Rohstoffe, auf die sie sich konzentrieren, also steckt eine nachvollziehbare Logik dahinter. Da Bergleute jedoch Unternehmen führen, die im Laufe der Zeit expandieren können, können Investoren von der steigenden Goldproduktion profitieren. Dieses kann einem Wachstum verschaffen, das eine simple Münze einfach nicht bieten kann.

Allerdings gibt es auch einen Nachteil. Da ein Bergbauunternehmen ein operatives Geschäft ist, besteht auch das Risiko, dass es außerplanmäßige Probleme gibt. Wie eingangs erwähnt, produzieren Minen nicht immer so viel Gold wie erwartet, die Arbeiter streiken manchmal, und leider ist der Bergbau an sich riskant, und es kann zu Katastrophen kommen, die die Produktion stoppen und Menschenleben fordern. Alles in allem können diese Unternehmen besser oder schlechter abschneiden als Gold – je nachdem, was beim jeweiligen Unternehmen gerade vor sich geht.

Darüber hinaus produzieren die meisten Bergbauunternehmen mehr als nur Gold. Das hängt von der Art und Weise ab, wie Gold in der Natur vorgefunden wird, sowie von den Diversifizierungsentscheidungen des Managements des Bergbauunternehmens. Wer eine diversifizierte Anlage in Edel- und Halbedelmetalle sucht, könnte sich mit einer Anlage in ein Unternehmen, das noch mehr als nur Gold fördert, wohlfühlen. Für jemanden, der aber ausschließlich auf Gold setzen will, ist jede Unze gefördertes Fremdmetall natürlich eher uninteressant.

Goldminenaktien haben ihre Vor- und Nachteile und sind nicht die reinste Art, Gold zu besitzen. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte die Bergbaukosten eines Unternehmens, das bestehende Minenportfolio und die Expansionsmöglichkeiten bei bestehenden und neuen Anlagen genau im Auge behalten. Alle diese Faktoren spielen eine Rolle dabei, was ein Investor bereit ist, für die Aktien eines Bergauunternehmens zu zahlen (zusätzlich zum Spotpreis des Metalls selbst, versteht sich).

Investmentfonds. Eine weitere Möglichkeit für Investoren, die lieber Goldaktien als reines Gold halten wollen, ist der Kauf eines ganzen Portfolios von Bergbauunternehmen über eine gemeinsame Anlage. Dies erspart den Anlegern die Suche nach den verschiedenen Anlagemöglichkeiten und ist ein einfacher Weg, ein diversifiziertes Portfolio von Bergbauaktien mit einer einzigen Investition zu erstellen. Es finden sich hier jede Menge Möglichkeiten, die meisten großen Investmentfondshäuser bieten offene Fonds an, die in Gold-Bergauunternehmen investieren. Um nur zwei Beispiele zu nennen: das Fidelity Select Gold Portfolio und der Vanguard Precious Metals Fund.

Wie der Name des Vanguard-Fonds jedoch andeutet, wird man im Portfolio eines Fonds wahrscheinlich Unternehmen finden, die mit anderen Edel-, Halbedel- und Basismetallen handeln. Das ist nicht wesentlich anders als der direkte Besitz von Minenaktien, aber man sollten das im Auge behalten, da nicht alle Fondsnamen dies deutlich machen. Der Name des Fidelity-Fonds könnte beispielsweise den Eindruck erwecken, dass er nur in Unternehmen investiert, die Gold abbauen, was nicht der Fall ist.

Die Gebühren für aktiv gemanagte Fonds können dagegen wesentlich höher sein als bei indexbasierten Produkten. Man muss sich die Prospekte aufmerksam durchlesen, um einen besseren Überblick darüber zu erhalten, wie investiert wird (der Ansatz und ob der Fonds aktiv verwaltet wird oder ein passiver Indexfonds ist) sowie die Kostenstruktur. Beachten Sie, dass die Kosten je nach Fonds sehr unterschiedlich sein können. Zum Beispiel hat der Vanguard Precious Metals Fund eine Kostenquote von 0,43 %, während die Kostenquote von Fidelity Select Gold Portfolio 0,84 % beträgt. Die Kosten können sehr hoch sein, aber diese beiden gelten als relativ günstig.

Auch wenn man Aktien eines aktiv verwalteten Investmentfonds kauft, hofft man letztendlich, dass die Fondsmanager, denen man seine hart erarbeiteten Ersparnisse anvertraut hat, gewinnbringend investieren können. Das klappt nicht immer wie geplant.

Bergbau-orientierte ETFs. Aus diesem Grund könnte es die bessere Wahl sein, ein indexbasiertes Produkt zu besitzen, wie einen ETF mit Fokus auf den Bergbau. Einige Optionen sind hier VanEck Vectors Gold Miners ETF und VanEck Vectors Junior Gold Miners ETF. Beide investieren in Goldgräber (mit den gleichen Vorbehalten gegenüber anderen Metallen), aber wie man am Namen erkennen kann, sind sie unterschiedlich ausgerichtet: Juniors konzentriert sich auf kleinere Goldgräber. Die Kostenquoten liegen hier bei 0,53 % bzw. 0,54 %. Wer nach einer einzigen Anlage sucht, die ein breit diversifiziertes Engagement bei Gold-Bergbauunternehmen bietet, für den können solche kostengünstigen indexbasierten ETFs eine gute Option sein.

Aber hier ein Wort der Warnung: Man muss unbedingt verstehen, was der ETF tun soll. Der Unterschied zwischen dem SPDR Gold Shares ETF und den beiden VanEck ETFs mit Goldminenfokus ist nur die Spitze des Eisbergs, wie der feinere Unterschied zwischen den beiden VanEck ETFs sehr deutlich macht. Bei der Recherche muss man sich den Index, der verfolgt wird, ganz genau anschauen: Wie ist er aufgebaut, wie gewichtet und wann und wie kommt er wieder ins Gleichgewicht? Alles wichtige Informationen, die leicht zu übersehen sind, wenn man davon ausgeht, dass der Begriff ETF mit einem einfachen Investmentansatz gleichgesetzt wird.

Streaming- und Royalty-Unternehmen. Die letzte Möglichkeit, in Gold zu investieren, ist der Kauf von Aktien einer Streaming- und Royalty-Firma. Für die meisten Anleger ist dies wahrscheinlich die beste Allround-Option, um in Gold zu investieren, solange man nicht direkt bei sich zuhause Gold rumliegen haben will. Streaming- und Royalty-Unternehmen wie Wheaton Precious Metals und Royal Gold geben Bergbauunternehmen Geld und erhalten im Gegenzug das Recht, in Zukunft Gold und andere Metalle aus bestimmten Minen zu reduzierten Preisen zu kaufen. Sie sind wie Spezialfinanzierungsgesellschaften, die in Gold bezahlt werden, was ihnen erlaubt, viele der Risiken zu vermeiden, die mit dem Betrieb einer Mine verbunden sind.

Natürlich ist das nicht alles zum Thema Streaming-Unternehmen, aber hier mal eine kurze Liste von Vorteilen: Man hat ein breit gefächertes Portfolios, vertraglich eingebaute niedrige Preise, die in guten und schlechten Jahren zu großen Margen führen, und das Risiko von Goldpreisänderungen (da Streaming-Unternehmen Geld verdienen, indem sie das Gold verkaufen, das sie von den Bergbauunternehmen kaufen). Allerdings verfügt keines der großen Streaming-Unternehmen über ein reines Goldportfolio, wobei Silber das häufigste zusätzliche Risiko darstellt. Franco-Nevada, das größte Streaming- und Royalty-Unternehmen, ist ebenfalls mit Öl- und Gasförderung beschäftigt. Hier muss man gut recherchieren, um zu verstehen, welche Rohstoffe man aus der Investition erhält. Und selbst Streaming-Unternehmen viele der Risiken des Betriebs einer Mine umgehen, ist am Ende doch immer noch Problem im Raum: Wenn eine Mine einfach kein Gold produziert, gibt es für eine Streaming-Firma nichts zu kaufen.

Allerdings stellen die breiten Margen, die sich aus dem Streaming-Ansatz ergeben, einen wichtigen Puffer für diese Unternehmen dar. So hält sich die Rentabilität der Streamer bei fallenden Goldpreisen besser als bei Bergbauunternehmen. Dies ist der Schlüsselfaktor, der Streaming-Unternehmen einen Vorteil als Investition verschafft. Man investiert im weitesten Sinne in Gold, erhält Wachstumspotenzial durch die Investition in neue Minen, und ihre großen Margen bieten einen gewissen Schutz, wenn die Goldpreise dann mal fallen. Diese Kombination ist schwer zu schlagen.

Wie kann man als Anfänger am besten in Gold investieren?

Es gibt keinen perfekten Weg, Gold zu besitzen: Jede Option bedeutet Kompromisse. Allerdings ist die beste Allround-Lösung wahrscheinlich die Investition in Streaming- und Royalty-Unternehmen. Aber das ist nur ein Teil des Puzzles. Es gibt andere Faktoren, die man berücksichtigen muss.

Zum Beispiel kann Gold eine volatile Anlage sein, daher sollte man nicht 100 % des Vermögens in eine Goldanlage investieren. Der wirkliche Vorteil für neue und erfahrene Anleger liegt in der Diversifizierung, die Gold bieten kann; Anleger kaufen oft Gold, wenn die Aktienkurse fallen, um ihr Vermögen zu schützen. Eine kleine Menge Gold im Portfolio kann die Diversifikation erheblich erhöhen. Obgleich dieser Prozentsatz eine persönliche Entscheidung ist, wären mehr als 10 % vermutlich zu viel, es sei denn man ist felsenfest von der Zukunft des Marktes überzeugt.

Das Timing des Goldkaufs ist etwas komplizierter, da man bei hohen Goldpreisen mehr für Gold und goldnahe Aktien bezahlen wird. Das schmälert den Diversifikationsvorteil auf lange Sicht nicht, aber hohe Goldpreise können auf kurze Sicht eher niedrige Renditen bedeuten. Der Versuch, den Zeitpunkt des Starts zu bestimmen, führt jedoch zu Timing-Calls, die man selbst als erfahrener Investor lieber vermeiden sollte.

Wenn man in Gold investieren will, ist es wahrscheinlich am sinnvollsten, sich für einen Prozentsatz im Portfolio für Gold zu entscheiden und dann im Laufe der Zeit kleine Beträge kauft.

Sobald man seine Position in Gold aufgebaut hat, sollte man unbedingt erwägen, diese als Kernstück Ihres Portfolios zu behalten. Das kommt natürlich mit einem Vorbehalt: Wenn man 10 % im Portfolio anstrebt, dann sollte man diese Zuteilung einmal im Jahr unter die Lupe nehmen, um sicherzustellen, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Wenn Gold ein gutes Jahr hat und die Position auf 12 % oder mehr eines Portfolios gestiegen ist, kann man einen Teil der Position verkaufen, um sie wieder runter auf 10% zu bringen und das resultierende Geld in andere Anlagen zu investieren. Und andersherum gilt: Wenn die Goldposition auf 8 % fällt, dann kann man weiter hinzukaufen, um wieder auf 10 % zu kommen. Das ist natürlich nur ein einfaches Portfolio-Rebalancing, aber eben auch eine wichtige Prüfmethode, das man nicht vergessen sollte.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel von Reuben Gregg Brewer erschien am 26.8.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.