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Pfizer hat gerade ein 10-Jahres-Hoch erreicht: Kaufen, Verkaufen oder Halten?

Wer hätte das gedacht? Die Pfizer (WKN: 852009)-Aktie hat den S&P 500-Index im Jahr 2018 bisher geschlagen. Das ist richtig, die Aktien des 168-jährigen Arzneimittelherstellers sind bis heute (21.08.2018) um 17 % gestiegen, mehr als doppelt so viel wie der S&P 500. Tatsächlich erreichte die Pfizer-Aktie kürzlich ein Zehnjahreshoch. Sie ist nicht weit davon entfernt, das Allzeithoch von Anfang 2000 zu übertreffen.

Einige, die bereits Pfizer-Aktien besitzen, könnten nun versucht sein, zu verkaufen und Gewinne mitzunehmen. Andere könnten sich fragen, ob es noch mehr Luft nach oben gibt. Solltest du Pfizer-Aktien jetzt kaufen, verkaufen oder halten? Ich denke, die Antwort ist klar.

Die wichtigste Frage

Die wohl wichtigste Frage in jeder Situation ist: “Warum?” Für die Anleger ist es sicherlich wichtig zu wissen, warum sich die Pfizer-Aktie in diesem Jahr so gut entwickelt hat.

Der Aktienkurs der Pfizer-Aktie ist fast das ganze Jahr 2018 über seitwärts gelaufen. Doch ab Juli hob der große Pharmakonzern ab. Der Anstieg ist zum Teil auf die positive Entwicklung des Gesamtmarktes zurückzuführen. Allerdings gab es auch einige Pfizer-spezifische Faktoren, die die solide Performance erklären.

Der größte dieser Faktoren war die Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal am 31. Juli. Pfizer hat die Schätzungen der Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie übertroffen. Das Unternehmen profitierte insbesondere von der Stärke des erfolgreichen Pneumokokken-Impfstoffs Prevnar 13 und des Gerinnungshemmers Eliquis.

Außerdem kündigte Pfizer innerhalb von nur drei Wochen ab Mitte Juli sechs wichtige Pipeline- und regulatorische Updates an. Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat die Zulassung für Xtandi zur Behandlung von Männern mit nicht-metastasierendem Prostatakrebs erweitert und Pfizers Biosimilar zu Neupogen zugelassen. Die europäischen Zulassungsbehörden haben außerdem das Biosimilar Herceptin und Xeljanz zur Behandlung von Colitis ulcerosa zugelassen.

Auch im Pipelinebereich konnte Pfizer deutliche Fortschritte verzeichnen. Gemeinsam mit dem Partner Spark Therapeutics (WKN: A12HQS) startete das Unternehmen eine Phase-3-Studie zur experimentellen Hämophilie-B-Gentherapie. Pfizer und Eli Lilly (WKN: 858560) gaben positive Ergebnisse für Tanezumab zur Behandlung von Osteoarthritisschmerzen bekannt. Diese guten Nachrichten trugen dazu bei, die Pfizer-Aktie in die Höhe zu treiben.

Weichenstellung für ein höheres Wachstum

Für Investoren gibt es jedoch vielleicht eine noch kritischere Frage: “Was passiert als nächstes?” Ein gutes Quartal und ein halbes Dutzend positiver regulatorischer und Pipeline-Ankündigungen sind nicht unbedingt für den zukünftigen Erfolg ausschlaggebend. Aber in Pfizers Fall denke ich, dass es eine größere Geschichte gibt, die sehr ermutigend ist.

Pfizer war wie ein Läufer mit 10-Pfund-Gewichten an den Knöcheln. Diese symbolischen Gewichte sind weiterhin Produktknappheitsprobleme im Geschäft mit sterilen Injektionspräparaten und Umsatzeinbrüche bei einer Vielzahl älterer Medikamente, die ihre Exklusivität verloren haben oder bald verlieren werden.

Die gute Nachricht ist, dass sich diese Fesseln in nicht allzu ferner Zukunft lösen sollten. Pfizers CEO Ian Read erklärte in der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal, dass das Unternehmen bereits im dritten Quartal 2018 mit einem besseren Ergebnis für das Geschäft mit sterilen Injektionspräparaten rechne. Und während Pfizer noch in diesem Jahr die Exklusivität für Lyrica verlieren wird, sollte der Arzneimittelhersteller den starken Gegenwind überwinden, der mit seinen älteren Medikamenten nach 2020 verbunden ist.

Ian Read glaubt, dass Pfizer die stärkste Pipeline seit Jahrzehnten besitze. Ich glaube, er hat Recht. Das Unternehmen führt derzeit klinische Studien im Spätstadium durch, die zusätzliche Indikationen für aktuelle Medikamente wie Bavencio, Ibrance und Xeljanz verfolgen. Das Schmerzmittel Tanezumab, das zusammen mit Lilly entwickelt wird, ist ein vielversprechender Kandidat. Pfizer behauptet, dass mehrere Krebsmedikamente und Tafamadis für seltene Krankheiten auf ihre Zulassung warten.

Darüber hinaus erwägt Pfizer eine mögliche Ausgliederung des Consumer-Health-Geschäfts. Eine im Juli angekündigte Konzern-Umstrukturierung sollte einen solchen Schritt erleichtern, falls sich das Unternehmen dazu erschließt. Pfizer möchte seine Entscheidung noch in diesem Jahr bekannt geben. Die letzte Ausgliederung von Pfizer – Tiergesundheitsunternehmen Zoetis (WKN: A1KBYX) – verlief für Investoren sehr gut.

Die Antwort ist…

Du hast wahrscheinlich herausgefunden, was meine Meinung dazu ist, ob man Pfizer-Aktien kaufen, verkaufen oder halten sollte. Ich denke, alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Pharma-Aktie gekauft und dann langfristig gehalten werden sollte.

Aber es gibt einen zusätzlichen Bonus, den ich noch nicht erwähnt habe: Pfizers Dividende. Die Dividendenrendite liegt derzeit bei 3,23 %. Mit der Wiederanlage dieser soliden Dividende liegt Pfizers  Gesamtrendite in diesem Jahr bisher bei über 20 %.

2018 war ein gutes Jahr für den Arzneimittelhersteller. Ich vermute, dass noch bessere Tage vor uns liegen.

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Keith Speights besitzt Aktien von Pfizer. The Motley Fool besitzt besitzt keine der erwähnten Aktien. 

Dieser Artikel von Keith Speights erschien am 21.08.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.