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6 Anzeichen dafür, dass die nächste Rezession näher ist als gedacht

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Wenn du irgendwann während der Finanzkrise investiert hast, hast du wahrscheinlich inzwischen gute Gewinne gemacht — falls du deine Positionen behalten hast. Die US-Wirtschaft befindet sich inmitten der zweitlängsten wirtschaftlichen Expansion in der Geschichte — die längste reicht 161 Jahre zurück. Seit der Talsohle im März 2009 hatten sich alle drei großen Aktienindizes mindestens vervierfacht. Es war eine wirklich einzigartige Reise — und die Chancen stehen gut, dass sie eher früher als später zu Ende geht.

Um es ganz klar zu sagen: der Versuch, vorauszusagen, wann es zu Rezessionen kommen wird, ist reine Vermutung. Führende Marktanalysten haben seit dem Ende der Großen Rezession fast jedes Jahr erfolglos den Crash prophezeit. Aber der Konjunkturzyklus lügt nicht: Rezessionen sind unvermeidlich — und meiner Einschätzung nach sind wir wahrscheinlich näher an der nächsten, als du denkst.

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Wie kann ich mir so sicher sein? Nun, das kann ich nicht. Wie ich gerade erwähnt habe, kann man so etwas nicht mit Sicherheit vorhersagen. Es gibt jedoch sechs Warnsignale, die darauf hindeuten, dass eine Rezession relativ nahe sein könnte.

1. Die Arbeitslosenquote ist kaum mehr zu drücken

Seitdem die Arbeitslosenquote im Oktober 2009 bei 10 % ihren Höhepunkt erreicht hat, ist sie kontinuierlich gesunken. Im Mai 2018 lag die Quote bei 3,8 %, was die niedrigste Arbeitslosenquote seit April 2000 darstellt und den tiefsten Wert seit 39 Jahren markiert hätte, wenn die Quote nur um ein Zehntel niedriger gewesen wäre. Eine niedrige Arbeitslosenquote ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass die US-Wirtschaft in guter Verfassung ist.

Das Problem ist folgendes: Es ist unglaublich schwierig, eine Arbeitslosenquote von 4 % noch zu senken. Wenn die Leute ihren Arbeitsplatz wechseln, wird es schwer, genügend Arbeitsplätze zu schaffen, um die Quote kontinuierlich auf unter 4 % zu senken. Zudem könnte es schwer für die Arbeitgeber werden, qualifiziertes Personal zu finden, wenn kaum jemand zur Verfügung steht. Wenn Arbeitgeber Stellen nicht besetzen können, wird ihre Produktionskapazität eingeschränkt.

Abgesehen davon gibt eine solche Situation den Arbeitnehmern mehr Macht. Wenn die Unternehmen höhere Löhne zahlen müssen, um neue Arbeitskräfte anzulocken und vorhandene Fachkräfte zu halten, könnte dies zu einem deutlichen Anstieg der Inflation führen, was wiederum schlecht wäre. Ich werde die Inflation aber in einem der nächsten Punkte ausführlicher behandeln.

2. Die Zinskurve verflacht sich

Ein weiteres wachsendes Problem ist die Abflachung der Zinskurve.

Die Zinsstrukturkurve ist nichts anderes als eine Darstellung der Zinssätze, die bei verschiedenen Laufzeiten von US-Staatsanleihen gezahlt werden. Traditionell erwarten wir, dass kurzfristige Anleihen wie einmonatige und dreimonatige Anleihen einen deutlich niedrigeren Zinssatz zahlen als langfristige Anleihen wie 10- und 30-jährige Anleihen. Eine Abflachung der Zinsstrukturkurve tritt ein, wenn sich der Abstand zwischen kurz- und langfristigen Zinsen verringert. Eine Inversion, bei der die kurzfristigen Zinsen höher sind als die langfristigen, ist seit der Weltwirtschaftskrise jeder Rezession vorausgegangen.

Warum ist das eine große Sache? Der Grund dafür ist, dass die Banken Kredite zu kurzfristigen Zinssätzen aufnehmen und zu längerfristigen Zinssätzen vergeben. Je größer der Unterschied zwischen den beiden ist, desto profitabler ist es für die Banken, sich Geld zu leihen. Wenn diese Lücke jedoch schrumpft, wird es weniger attraktiv Geld zu verleihen. Dann haben die Banken praktisch keine Lust, Geld zu verleihen, was zu einem Stillstand des Wachstums und einer Rezession führt.

Klar ist, dass die 10-Jahres- und 3-Monatsanleihen derzeit nicht invertiert sind — diese beiden spezifischen Laufzeiten sind nämlich oft gute Maßstäbe für die Betrachtung der Zinsstrukturkurve. Der Renditeabstand zwischen diesen beiden Werten hat sich jedoch verringert, und das könnte ein Warnzeichen sein.

3. Die Inflation beschleunigt sich

Man sollte die Tatsache, dass die Inflation — d. h. der steigende Preis eines identischen Waren- und Dienstleistungspakets — seit Anfang des Jahres zunimmt, nicht außer Acht lassen. Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics verzeichnete der Verbraucherpreisindex für alle städtischen Verbraucher — ohne Lebensmittel und Energie — im Juli 2018 ein Plus von 2,4 %. Das ist der höchste Wert seit September 2008.

Da die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen, was wahrscheinlich auf einen starken Arbeitsmarkt und ein starkes Lohnwachstum zurückzuführen ist, wird die Federal Reserve gezwungen, ihre Geldpolitik aggressiver zu gestalten. Mit Geldpolitik meine ich die Fähigkeit, die Zinssätze über den Leitzinssatz zu beeinflussen. Wenn die Zinssätze rapide ansteigen, könnte dies die Kreditvergabe einschränken und die Zinsen für Unternehmen und Einzelpersonen für variabel verzinsliche Kredite erhöhen.

Kurz gesagt: ein wenig Inflation ist gut (die Fed peilt gewöhnlich 2 % an), doch zu viel davon kann schlecht sein.

4. Weniger Hausverkäufe in wichtigen Märkten

Während der Großen Rezession war der Wohnungsbau ein wichtiger Indikator für die vor uns liegenden Probleme. Es ist möglich, dass wir dieses Mal ähnliche Warnzeichen (ohne wahnsinnig hohe Hypothekenausfallsquoten) sehen könnten.

Wie von CNN Money Anfang dieses Monats festgestellt wurde, sind die Hausverkäufe in vier der letzten fünf Monate zurückgegangen, trotz der Tatsache, dass die Hauspreise und Löhne steigen. Das könnte ein Signal dafür sein, dass Eigenheimbesitzer einfach nicht in der Lage sind, sich neue Häuser zu leisten, oder dass sie glauben, dass ihre Häuser  nicht richtig bewertet werden.

Im Juni 2018 verzeichneten wir laut CoreLogic einen Rückgang der Verkäufe von neuen und bestehenden Häusern und Eigentumswohnungen in Kalifornien um 11,8 % gegenüber dem Vorjahr. Der kalifornische Wohnungsmarkt ist oft ein Frühindikator für die gesamte Branche. Ein Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich ist ein Warnsignal, auf das die Wall Street und die Investoren achten sollten.

5. Kreditkartenschulden und Zahlungsverzug nehmen zu

Kreditkarten sind eine Art Vorbote für die US-Wirtschaft. Die starke Nutzung deutet auf eine verstärkte Kaufaktivität hin, was gut ist, da das US-BIP weitgehend konsumgetrieben ist. Andererseits können Ausfälle und erhebliche Kreditkartenschulden die US-Wirtschaft während einer Rezession heimsuchen.

Ein Bericht der Kreditauskunftei TransUnion vom Februar 2018 ergab, dass drei wichtige Kreditkennzahlen gestiegen waren.

  • Die Anzahl der ausstehenden Kreditkarten stieg zwischen 2014 und 2017 von 364,2 Mio. auf 418,6 Mio.
  • Die durchschnittliche Verschuldung pro Karteninhaber stieg von 5.329 US-Dollar im Jahr 2014 auf 5.644 US-Dollar ab 2017.
  • Der Prozentsatz der Konten, die 90 oder mehr Tage überfällig waren, war von 1,48 % im Jahr 2014 auf 1,87 % im Jahr 2017 gestiegen.

Da die Zinssätze steigen, wird die Bedienung dieser Schuld schwieriger werden, was zu einer erhöhten Ausfallquote führen könnte. Wie wir bei der Immobilienkrise 2008-2009 gesehen haben, können steigende Delinquenzquoten einen  Dominoeffekt für die Unternehmen hinter diesen Krediten verursachen.

6. Der Konjunkturzyklus deutet auf eine Rezession hin

Obwohl sich die Börse und die US-Wirtschaft nicht an die Durchschnittswerte halten, täten die Wall Street und die Investoren ein Gut daran, auf die aktuellen und historischen wirtschaftlichen Expansionszyklen zu achten.

Wie bereits erwähnt, befinden wir uns derzeit in der zweitlängsten wirtschaftlichen Expansion der letzten 161 Jahre (109 Monate und mehr). Die einzige längere Expansion waren die 120 Monate bis zur Dotcom-Blase. Dies deutet — basierend auf der historischen Expansionslänge — darauf hin, dass wir den letzten Phasen unserer aktuellen Expansion näher sind als der Mitte.

Obwohl Durchschnittswerte allein nicht genügend konkrete Beweise dafür liefern, dass eine Rezession hinter der Ecke lauert, sind sie ein weiterer Teil eines wachsenden Puzzles, das impliziert, dass eine Rezession näher ist, als man wahrscheinlich vermuten mag.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 28.08.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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