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Dank Toyota ist Uber jetzt mehr wert als Daimler – ein Vergleich

Foto: Daimler AG

Wir sind es ja mittlerweile gewohnt, dass die Bewertungen kalifornischer Tech-Titanen in anderen Atmosphären schweben. Aber wenn Toyota (WKN:853510) meint, dass Uber mehr wert sei als Daimler (WKN:710000), dann lässt das doch aufhorchen. Ich habe mir das mal genauer angeschaut.

Darum geht’s

Sicherlich aus guten Gründen fürchten die etablierten Autokonzerne, in Zukunft an Bedeutung zu verlieren. Deshalb investieren sie händeringend in digitales Neugeschäft, solange die Milliarden noch fließen. In diesem Spiel darf natürlich auch der in absoluten Zahlen profitabelste Konzern der Branche nicht fehlen. Noch im Juni investierte Toyota 1 Mrd. US-Dollar in den Betreiber der Taxi-Buchungs-App Grab aus Singapur.

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Grab ist ähnlich wie Uber aufgestellt, investiert viel in Tech-Ventures, fokussiert sich allerdings auf die Region Südostasien. Dort war die Expansion von Uber nicht sonderlich erfolgreich und die Amerikaner zogen sich über einen Deal mit Grab zurück.

Nun ist es so, dass Toyota schon 2016 eine strategische Partnerschaft mit Uber eingegangen war. An der Seite der ebenfalls japanischen Softbank (WKN:891624) nimmt der Autobauer seither mächtig Einfluss auf die Geschicke der beiden Taxi-Riesen. Am 27. August wurde berichtet, dass Toyota zusätzlich 500 Mio. US-Dollar in die Hand nehmen wolle, um auf Basis eines eigenen Minivan-Modells beschleunigt Roboterfahrzeuge zu entwickeln.

Über dieses Investment soll Uber auf eine Bewertung von stolzen 72 Mrd. US-Dollar kommen. Das sind etwa 2 Mrd. mehr als der Börsenwert von Daimler zum gleichen Tag.

Wie kann das sein?

Auf den ersten Blick könnten die beiden Unternehmen unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite der Pionier der Automobiltechnik mit 135 Jahren Geschichte. Auf der anderen Seite der vor 9 Jahren gegründete revolutionäre Vermittlungsdienst aus San Francisco. Daimler schreibt jedes Quartal Milliardengewinne, während Uber für das 2. Quartal 659 Mio. US-Dollar Verlust meldete.

Daimler produziert mit einem weltweiten Produktionsnetzwerk eine der breitesten Fahrzeugpaletten am Markt, vom kleinen Smart bis zum megagroßen Mining-Truck. Uber hingegen verfügt nur über wenige greifbare Vermögensgegenstände. So gesehen ist es schwer zu verstehen, warum die beiden etwa gleich viel wert sein sollen.

Aber Uber hat sich eben auch eine beeindruckende digitale Plattform geschaffen, die viele Länder auf allen Kontinenten umspannt. Noch setzt das junge Unternehmen auf Fahrer aus Fleisch und Blut, aber schon in wenigen Jahren sollen Roboter mit Kamera-, Radar- und Lidar-Augen diese ablösen. Dort liegt die Zukunft, wie viele Marktbeobachter prognostizieren. Schon in zehn Jahren sollen mehrere 100 Milliarden Euro mit solchen individuellen Mobilitätsdiensten umgesetzt werden.

Wer dort einen schönen Marktanteil erobert und gute Margen erwirtschaften kann, der darf mit immer weiter wachsenden Milliardengewinnen rechnen, und Pionier Uber ist offensichtlich in einer guten Ausgangsposition. Die japanische Rückendeckung in Verbindung mit Silicon-Valley-Technik katapultiert das Unternehmen weiter nach vorne.

Noch ist das Rennen offen

Wenn es jedoch um selbstfahrende Autotechnik geht, sieht beispielsweise Navigant Research bislang eher die etablierten Hersteller aus Europa und den USA vorne, während Uber bestenfalls als Underdog eingeschätzt wird. Daimler ist dort in der Spitzengruppe vertreten und unterhält jede Menge ambitionierter Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Im Juli wurde beispielsweise bekannt, dass sie nächstes Jahr gemeinsam mit Bosch einen fahrerlosen Shuttleservice in Kalifornien testen will. In China läuft ein ähnliches Projekt gemeinsam mit dem lokalen Tech-Riesen Baidu (WKN:A0F5DE).

Während Uber sich außerdem aus dem Feld der selbstfahrenden LKW zurückgezogen hat, ist Branchenprimus Daimler dort weiterhin sehr aktiv, nachdem bereits 2014 ein Konzeptfahrzeug vorgestellt wurde. Im Juni wurden erweiterte Entwicklungskapazitäten in Portland (Oregon) zusammengezogen. Insgesamt dürfte es aus technischer Sicht für Uber schwer werden, an Daimler und all den anderen vorbeizuziehen. Aber was ist mit den Netzwerken?

Nun ist Daimler zwar auch weltweit präsent, aber wenn es um Teilnehmerzahlen an Mobilitätsdiensten geht, kann sie selbst nach der Zusammenlegung mit den bisher konkurrierenden Diensten von BMW (WKN:519000) noch nicht mithalten. Die Amerikaner spielen in einer ganz anderen Liga und wachsen zudem in atemberaubender Geschwindigkeit.

Trotzdem ist das deutsche Duo zuversichtlich, ein gutes Stück vom Kuchen abzubekommen, sobald die Technik reif ist. Zum Selbstbewusstsein dürfte auch beitragen, dass die beiden bei weiteren wichtigen Bausteinen gemeinsame Sache machen, darunter der Kartendienst HERE und die Ladenetze ChargeNow und IONITY.

Es bleibt schwer zu verarbeiten

Uber hat in wenigen Jahren auf beeindruckende Weise eine Fahrdienst-App ausgerollt und zudem einige aussichtsreiche Technologien im Labor. Das ist nicht schlecht für ein Start-up. Ob das jedoch wirklich schon reicht, um mehr als Daimler wert zu sein, erscheint zweifelhaft, da die Stuttgarter technologisch mindestens auf Augenhöhe sind und sich dank S-Klasse und Co. bequem selbst finanzieren können.

Möglicherweise noch bevor Uber nachhaltige Gewinne schreibt, wird Daimler die Summe von 72 Mrd. US-Dollar (das entspricht etwa den Vorsteuergewinnen über die letzten 5 Jahre) an weiteren Gewinnen eingefahren haben, wenn der Konzern seine Position nur einigermaßen halten kann. Offenbar erwarten allerdings einige Investoren, dass Daimler schon in wenigen Jahren auf allen Ebenen Margen und Absatzmengen verlieren wird sowie mit den neuen digital getriebenen Geschäftsmodellen keinen Pfifferling gewinnen kann.

Die heute noch verlustreiche Uber soll hingegen einen Durchmarsch hinlegen und eines Tages weltweit hochprofitabel unseren vollautomatischen Individualtransport organisieren. Man kann natürlich kein Szenario ausschließen, aber letztlich kochen die auch nur mit Wasser. Ich sehe hier etwas zu viel Euphorie bei Uber und deutlich zu viel Pessimismus bei Daimler.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Baidu. The Motley Fool empfiehlt BMW, Daimler und Softbank.

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