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Gehören Marihuana-Aktien zur Altersvorsorge ins Portfolio?

Foto: Getty Images.

Schon bald kommt der Tag, auf den die Investoren schon lange gewartet haben. Am 17. Oktober wird Kanada offiziell zugelassenen Apotheken erlauben, Freizeit-Marihuana an Erwachsene zu verkaufen. Kanada wird das erste Industrieland der Welt sein, das den Verkauf von Cannabis für Erwachsene erlaubt, und das zweite Land nach Uruguay, das Cannabis für den Freizeitgebrauch zulässt.

Was jedoch die Aufmerksamkeit der Investoren erregt, sind Zahlen dahinter. Zwischen Inlandsverkäufen und Exporten in ausländische Märkte, in denen medizinisches Marihuana legal ist, könnte die Cannabisindustrie in Kanada rund 5 Mrd. US-Dollar pro Jahr erwirtschaften. Die kanadischen Anbaubetriebe haben bereits mehrere hundert Millionen Dollar pro Jahr generiert, indem sie ihr Cannabis an medizinische Patienten in Kanada verkauft und in ausländische Märkte exportiert haben.

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Gehören Pot-Aktien zur Altersvorsorge?

Gelinde gesagt ist es praktisch unmöglich, eine Branche zu finden, die das hohe Wachstum bietet, das Marihuana-Aktien in den nächsten fünf Jahren versprechen. Bedeutet das, dass Marihuana-Aktien in die Altersvorsorge-Portfolios gehören? Einfach gesagt, nein, das tun sie nicht.

Bieten Marihuana-Aktien positive Aspekte? Ja. Es wird schwer, einen Branche zu finden, die schneller wächst. Außerdem könnte man argumentieren, dass das Verkaufspotenzial von Marihuana nach wie vor nach oben zeigt, da die USA und andere Länder weiterhin medizinisches und/oder Freizeit-Marihuana legalisieren.

Es gibt jedoch in der Branche inhärente Schwachstellen, mit denen man sich auseinandersetzen muss, bevor man diese Aktien für das Rentenportfolio in Betracht ziehen kann.

Marihuana-Aktien haben nicht bewiesen, dass sie Profit generieren können

Beginnen wir mit den Grundlagen: mangelnde Rendite.

Selbst mit einem dreistelligen prozentualen Umsatzwachstum, das für 2018, 2019 und vielleicht sogar 2020 bei einigen Marihuana-Aktien erwartet wird, gibt es nur wenige Garantien, dass diese zusätzlichen Einnahmen zu einer starken Rendite führen werden. Von Canopy Growth (WKN:A140QA), der nach Marktkapitalisierung größten Marihuana-Aktie, wird von der Wall Street erwartet, dass sie in ihrem kommenden Geschäftsjahr den höchsten Jahresumsatz erzielen wird. Trotz der schnell steigenden Umsätze könnte Canopy Growth aber einen Verlust erleiden. Muss ich die Anleger an den Verlust von 0,40 CAD pro Aktie erinnern, den das Unternehmen kürzlich im ersten Quartal gemeldet hat? Das war mehr als sechsmal höher (bezogen auf die Anzahl der Aktien) als im Vorjahresquartal.

Pot-Aktien haben nicht gezeigt, dass die Investoren an erster Stelle stehen

Ruheständler sollten sich von Marihuana-Aktien distanzieren, da die Management-Teams noch nicht bewiesen haben, dass die Aktionäre an erster Stelle stehen.

Seit Jahresbeginn hat Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) beispielsweise die Übernahme von CanniMed Therapeutics mit Sitz in Saskatchewan in Höhe von 852 Mio. US-Dollar, den 2,5-Mrd.-Dollar-Buyout von MedReleaf mit Sitz in Ontario und eine Partnerschaft mit Alfred Pedersen & Son in Dänemark angekündigt. Das Unternehmen hat eine massive Anbauanlage mit dem Namen Aurora Sun gebaut. Obwohl diese Maßnahmen darauf abzielen, Aurora als größten Pot-Produzenten mit 570.000 Kilogramm pro Jahr zu etablieren, hat das Unternehmen seine Expansion fast vollständig durch Buy-Deal-Angebote finanziert.

Das Problem bei Buy-Deal-Angeboten besteht darin, dass sie die Zahl der ausstehenden Aktien des Unternehmens zum Nachteil der Investoren in die Höhe treiben. Nachdem Aurora Cannabis das Geschäftsjahr 2014 mit nur 16 Millionen ausstehenden Aktien abgeschlossen hat, könnte das Unternehmen das Geschäftsjahr 2018 mit fast 1 Milliarde Aktien abschließen.

Geringe Einnahmen

Üblicherweise ziehen es Rentner vor, Aktien zu kaufen, die eine Dividende ausschütten. Dividendenaktien tendieren dazu, ihre Konkurrenten ohne Ausschüttungen auf lange Sicht zu übertreffen und dienen als Anzeichen für ein bewährtes Geschäftsmodell.

Wie jedoch bereits erwähnt, sind Marihuana-Aktien nicht einmal an dem Punkt angekommen, an dem wir ihr Geschäftsmodell als zeiterprobt oder erfolgreich bezeichnen können. Die Zahlen auf dem Papier deuten darauf hin, dass Skaleneffekte eintreten und die steigenden Kosten sinken werden, sodass Pot-Aktien auf lange Sicht profitabel sein werden. Es ist jedoch unklar, ob sich die Dinge in der realen Welt so entwickeln, wie es die Zahlen auf dem Papier erahnen lassen.

Da nur eine kleine Handvoll Marihuana-Aktien den Anlegern eine Dividende bietet, sollte man als Rentner vielleicht eher die Finger davon lassen.

Die Industrie steckt noch in den Kinderschuhen

Abschließend können wir in der Vergangenheit nach Hinweisen suchen. Auch wenn kein Industrieland jemals zuvor grünes Licht für Freizeit-Marihuana gegeben hat, gibt es einige US-Bundesstaaten, die wir als Vergleich heranziehen können.

In Colorado, Washington und Oregon führte die Überproduktion dazu, dass der Pro-Gramm-Preis für getrocknetes Cannabis einbrach. Sogar für Anbaubetriebe, die sich auf alternative Produkte mit höheren Margen wie Öle und Lebensmittel konzentriert haben, gab es kein Entkommen vor dem rasanten Rückgang der Großhandels- und Einzelhandelspreise.

Was dieser sprunghafte Preisverfall zeigt, ist, dass Marihuanakonzerne in der gesamten Lieferkette die Dynamik von Angebot und Nachfrage noch nicht verstanden haben. Wenn Kanada in weniger als zwei Monaten Freizeit-Marihuana auf den Markt bringt, werden sich die Anbaubetriebe, Verarbeiter, der Vertrieb und die Einzelhändler in einer ähnlichen Situation befinden.

Es ist eine Tatsache, dass die Marihuanaindustrie, wie jeder andere Industriezweig, Zeit braucht, um zu reifen. Solange wir keine Anzeichen dafür erkennen, dass die Branche ihren Markt versteht, besteht für Rentner keine Notwendigkeit, Pot-Aktien für ihre Portfolios in Betracht zu ziehen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 23.08.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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