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Lufthansas Blamage im Premiumbereich: Wo die fünf Sterne nicht verdient sind

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Noch vor wenigen Jahren hieß es oft, dass in der europäischen Luftfahrtbranche bald nur noch der Preis zählt. „Billiger ist besser“ hieß die Devise.

Nach der Pleite von airberlin und der wachsenden Kritik an den aggressiven Geschäftspraktiken von Ryanair (WKN:A1401Z) scheint der Höhepunkt des Billigtrends aber schon wieder vorbei zu sein.

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Das kam der Lufthansa (WKN:823212) gerade recht, die sich vor ein paar Jahren bewusst dazu entschieden hat, nicht in den unerbittlichen Preiskampf einzusteigen.

Lufthansas neuer Premiumanspruch

Als europäischer Flaggenträger muss man sich aktuell entscheiden. Entweder man bietet sterilen, aber noch erträglichen Service und kann so dank überschaubarer Kosten im harten Kampf um die niedrigsten Tickets konkurrieren, oder aber man bietet besseren Service und oftmals neuere Kabinen, muss dann aber einen gewissen Aufpreis bei seinen Tickets verlangen. Für Billigairlines ist sowieso in erster Linie ein niedriger Preis wichtig.

Die Lufthansa hat sich einem gewissen Premiumanspruch verschrieben. So gibt es hier die häufig deutlich bessere Betreuung durch das Boden- und Bordpersonal, noch immer Gratisversorgung an Bord und in der Regel relativ gut ausgestattete Kabinen. Um den neuen Premiumanspruch zu unterstreichen bzw. anzustreichen, hat man auch bei Logo und Farbe nachgebessert. Das Gelb verschwindet von den Fliegern, in Zukunft wird ein edles Blau mit weißen Details eingesetzt.

Einen Ritterschlag bekam diese Strategie dann im Dezember des letzten Jahres. Lufthansa wurde mit dem begehrten Fünf-Sterne-Rating von Skytrax ausgezeichnet. Dieses gilt in der Luftfahrtbranche bei vielen als die höchste Auszeichnung einer Airline und ist ein Synonym für sehr hohe und verlässliche Qualität. Bis die Lufthansa dazukam, waren die fünf Sterne nur ausgewählten asiatischen und Golf-Airlines vorbehalten.

Damit ist aber natürlich nicht nur das Ansehen der Lufthansa, sondern auch der Anspruch gestiegen, und es gibt gute Gründe, daran zu zweifeln, dass die Lufthansa diesem stets gerecht wird. Bei zwei Aspekten gibt sich die Kranich-Airline nämlich eine ziemliche Blöße.

Die Gepäck-Knausrigkeit wird noch schlimmer

Es ist nicht sonderlich lange her, da war selbst auf europäischen Flügen Gratisaufgabegepäck inklusive. Jetzt hat die Lufthansa aber sogar auf der Langstrecke damit begonnen, dieses zu eliminieren. Wer den günstigsten Tarif auf Nordamerikaflügen bucht, darf mittlerweile kein Gepäckstück mehr aufgeben.

Die Lufthansa hat etwas gestrichen, was lange Zeit selbstverständlich war, und schmälert dabei den Selbstanspruch an ein Mindestmaß von Service. Da immer seltener Aufgabegepäck erlaubt ist, nehmen immer mehr Leute ihren Koffer mit an Bord. Das sorgt dafür, dass die Gepäckfächer oft überfüllt sind und das Boarding generell langsam und unruhig abläuft, weil fast jeder noch seinen Koffer irgendwo unterbringen muss.

Mit dem Verschwinden von Gratisaufgabegepäck geht somit nicht nur eine Dienstleistung verloren, sondern auch ein Teil des Premiumgefühls an Bord. Diesen Trend hätte man bei der Lufthansa nicht auch noch auf die Langstrecke übertragen müssen.

Die Business Class gibt sich die Blöße

Jeder Flaggenträger, der etwas auf sich hält, ist mittlerweile in seiner neuesten Kabinenversion für Langstrecken auf eine Business Class umgestiegen, in der meist eine 1-2-1-Konfiguration der Sitze dazu führt, dass jeder Passagier einen direkten Zugang zum Gang hat. Darüber hinaus ist es mittlerweile üblich, dass jeder Business-Class-Sitz mit einer Art von Abschirmung eine Kabinenatmosphäre nachahmt. In den neuesten Business-Class-Kabinen von Delta und Qatar Airways hat man sogar eine richtige kleine Kabine mit Schiebetür.

Hier fällt die Lufthansa peinlich aus der Reihe. Dort gibt es bisher noch die früher übliche Version der Business Class, in der zwei Sitzplätze am Fenster sind und somit, wer am Fenster sitzt, keinen direkten Gangzugang hat. Privatsphäre ist hier quasi nicht vorhanden, da man eher nur einen breiten Stuhl hat, der sich auf Langstreckenjets in die Liegeposition umstellen lässt.

Hier wird die Lufthansa ihrem Premiumanspruch wirklich nicht gerecht. Komischerweise hat man auch die Flotteneinführung der hochmodernen A350 nicht genutzt, um hier nachzuziehen. Wenigstens ab dem Jahr 2020 will man dann endlich zur Konkurrenz mit einer zeitgemäßen Business Class aufholen.

Premium und glückliche Aktionäre sind nur schwer vereinbar

Langstreckenflüge ohne Gratisaufgabegepäck und eine absolut nicht mehr zeitgemäße Business Class sind Gründe genug, den Premiumanspruch der Lufthansa infrage zu stellen.

Natürlich haben solche Unstimmigkeiten ihren Ursprung im ewigen Kampf zwischen Serviceanspruch und Gewinnoptimierung. Wenn die Lufthansa ihrem neuen Selbstbild einer Premiumairline gerecht werden will, wird das teuer. Ein bisschen werden hier auch höhere Ticketpreise die höheren Kosten abdecken können, aber es würde mich nicht wundern, wenn der hohe Anspruch am Ende zu so hohen Ausgaben führt, dass die Premiumstrategie langfristig an den Gewinnen nagt.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Delta Air Lines.

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