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2 Gründe, weshalb ich keine Aktien von BMW, Daimler oder VW kaufe

Foto: Getty Images

Auf den ersten Blick scheint angesichts hoher Gewinne und Rekordabsätze momentan eine der besten Zeiten für die deutsche Automobilindustrie zu sein. Auch wenn man die Bilanzen von BMW (WKN:519000), Daimler (WKN:710000) und VW (WKN:766400) durchforstet, deuten viele Indikatoren wie beispielsweise das Kurs-Gewinn-Verhältnis darauf hin, dass die drei Unternehmen allesamt günstig bewertet sind. Dennoch gibt es aus meiner Sicht zwei gewichtige Gründe, die Aktien nicht zu kaufen.

1. Die deutschen Hersteller sind noch immer extrem vom Diesel abhängig

Der Dieselantrieb hat sich in den letzten Jahren vom Hoffnungsträger zum wunden Punkt gewandelt. Jahrelang wurden Milliardenbeträge in die Weiterentwicklung der Technologie gesteckt, nur um inzwischen mit schwindenden Zulassungszahlen und der Möglichkeit von Fahrverboten in einigen Städten konfrontiert zu werden.

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Der Anteil der Neuzulassungen mit Dieselmotor ist in Deutschland in den letzten Jahren stark gesunken. Von knapp 50 % auf nur noch wenig mehr als 30 % ging es seit Ende 2015 bergab. Zwar hat sich der Anteil auf diesem Niveau scheinbar stabilisiert, doch ist nicht auszuschließen, dass es noch weiter bergab geht, falls in Großstädten weitere Fahrverbote eingeführt werden sollten.

Das ist für die Konzerne ein vielschichtiges Problem, da ein Verbrennungsmotor ein extrem komplexes technisches Meisterwerk ist, das aus mehreren Tausend Einzelteilen besteht und dementsprechend extrem teuer zu entwickeln ist. Sollte die Nachfrage nun weiter einbrechen, stünden die Konzerne vor dem Dilemma, entweder weitere Preisnachlässe gewähren zu müssen, um den Absatz anzukurbeln, oder aber riskieren zu müssen einen Teil der Entwicklungskosten abzuschreiben, was der Wahl zwischen Pest und Cholera gleichkommt. Doch nicht nur der Dieselantrieb ist problematisch, auch der Ottomotor macht es den Konzernen nicht leicht, da der CO2-Ausstoß zu hoch ist, um die von der EU festgelegten Grenzwerte erreichen zu können. Folglich bleibt nur die Möglichkeit auf Alternativen wie Elektroantriebe umzusteigen, was weitere Milliardeninvestitionen notwendig macht.

2. Steigender Konkurrenzdruck aus der Technologiebranche

Hinzu kommt, dass es wohl selten so viele junge Automobilhersteller gab wie heute. Inzwischen gibt es dutzende finanziell bestens ausgestattete Start-ups in den USA, China und auch in Deutschland, die einen Teil vom Kuchen abhaben möchten. Die größte Gefahr für die traditionellen Hersteller geht dabei von der Kreativität dieser Start-ups aus. Man begnügt sich nicht damit, die bewährten Geschäftsmodelle zu kopieren und mit ein paar eigenen Ideen zu verfeinern, sondern versucht die gesamte Branche neu zu erfinden!

Was dabei letztendlich herauskommen wird, ist noch lange nicht abzusehen, aber es ist davon auszugehen, dass die Branche vor grundlegenden Umwälzungen steht, die alle Unternehmen dazu zwingen werden, sich radikal umzuorientieren und mit neuen Ideen zu punkten. Da die deutsche Industrie aus meiner Sicht in der Vergangenheit nicht mit bahnbrechenden technologischen Durchbrüchen und besonderer Agilität, was die Adaptierung neuer Technologien angeht, geglänzt hat, gehe ich davon aus, dass diese Entwicklung zu einer enormen Bedrohung werden kann. Aus Sicht der Konsumenten ist derzeit also eine extrem spannende Zeit, aus der Sicht eines Aktionärs könnten die besten Tage bereits vorbei sein.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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