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Warum es noch lange nicht zu spät für Tech-Aktien ist

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An den großen Technologie-Aktien scheiden sich bei den Investoren die Geister. Die bekannten „FANG“-Aktien, zu denen Facebook (WKN: A1JWVX), Amazon (WKN: 906866), Netflix (WKN: 552484) und Alphabet (WKN: A14Y6F), die Muttergesellschaft von Google, zählen, werden von vielen Investoren als überteuert wahrgenommen.

Traditionelle Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) zeichnen zweifelsohne dieses Bild. Andere Investoren schwören auf diese Aktien und behaupten, bei solchen Unternehmen seien Bewertungen egal. Schauen wir uns die Tech-Aktien mal aus einer Foolishen Perspektive an.

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Was haben die Pessimisten zu sagen?

Die Investoren, die die FANG-Aktien für zu hoch bewertet halten, meinen, dass die zukünftigen Umsatz- und Gewinnsteigerungen sich schon in den höheren Bewertungen wiederfinden würden. Damit wären die Aktien keine marktschlagenden Investitionen mehr. In der Tat ist in den Kursen sehr viel Hoffnung eingepreist, und wenn diese Hoffnungen nicht erfüllt werden, dann knallt es stärker als bei anderen Aktien:

Als Facebook zuletzt mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2018 die Erwartungen der Analysten und Investoren verfehlte und einen unerwartet mauen Ausblick auf das restliche Geschäftsjahr gab, stürzte die Aktie in einer ersten Reaktion nachbörslich um fast ein Viertel ab! Falls du mehr über diese harte Landung erfahren möchtest, dann findest du hier alles Wichtige dazu.

Um uns einen Überblick zu verschaffen, sollten wir einen Blick auf die aktuellen Bewertungsniveaus werfen. Ich habe mich für die zwei bekanntesten Kennzahlen – das KGV und das KBV – entschieden, um die Bewertungen darzustellen:

Kennzahl Facebook Amazon Netflix Alphabet (Google)
KGV 32,7 190,2 153,6 57,7
KBV 7,0 20,8 23,9 5,2

Quelle: Eigene Berechnungen, Gewinn je Aktie aus den Jahresabschlüssen 2017

Puh! Gerade bei Amazon und Netflix sehen wir Bewertungen, die Value-Altmeister Benjamin Graham wohl vor Schreck im Grabe rotieren lassen. Auch Facebook und Alphabet sind auf den ersten Blick alles andere als günstig. Versuchen wir aber einmal, die Bewertungsniveaus zu erklären.

Das Umsatzwachstum treibt die Kurse

Amazon beispielsweise legte seinen Fokus noch nie auf Profitabilität, sondern auf die Erschließung neuer Märkte und das Kundenerlebnis. Und das zahlte sich aus: Neben dem Onlinehandel, für den Amazon am ehesten bekannt ist, betreibt man mit AWS (Amazon Web Services) den mit Abstand größten Cloud-Service der Welt. Mit der Übernahme von Whole Foods und der Eröffnung eigener Buchläden versucht man sich nun auch im stationären Einzelhandel. Nicht zu vergessen der Streaming-Service Prime Video, das Hardwaregeschäft mit den Echo-Geräten und so weiter und so fort. All diese Bereiche bieten noch riesiges Umsatzwachstumspotenzial, und Amazon hört immer noch nicht auf, in ganz neue Märkte vorzustoßen.

Amazon konnte seinen Umsatz in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 28 % im Jahr steigern, in den kürzlich vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal lag die Steigerung zum Vorjahr sogar bei 39 %! Gehen wir nun davon aus, dass Amazon in den nächsten zehn Jahren Umsatzwachstumsraten von durchschnittlich „nur“ 20 % erzielen kann. Der Umsatz läge nach dieser Rechnung im Jahr 2027 bei 1.102 Milliarden US-Dollar, oder gut 1,1 Billionen Dollar.

Könnten die Tech-Aktien sogar günstig sein?

In den letzten Quartalen konnte man sehen, dass Amazon seinen Fokus nun wohl stärker auf Gewinne richtet. Wird dieser Trend beibehalten, halte ich es für realistisch, dass Amazon im Jahr 2027 eine Nettomarge von 10 % erreichen kann. Dies entspräche bei unserem prognostizierten Umsatz einem Jahresüberschuss von 110 Milliarden Dollar.

Die aktuelle Marktkapitalisierung von ca. 914 Milliarden US-Dollar ist etwa das 8,3-Fache unseres geschätzten Gewinns im Jahr 2027. Ich möchte wetten, dass Amazon in zehn Jahren kein KGV von 8,3 aufweisen wird. Mit anderen Worten, in meinen Augen hat die Aktie noch starkes Aufwärtspotenzial. Ich würde keine Verzehnfachung mehr erwarten, eine Blase sieht jedoch ganz anders aus.

Ein ähnliches Bild kann man für alle diese Unternehmen zeichnen. Alphabet schreibt zwar jetzt schon massive Gewinne, hat aber neben dem florierenden Onlinewerbegeschäft ein ganzes Arsenal anderer Geschäftsbereiche in den Startlöchern, die langfristig für steigende Umsätze sorgen sollten: das Internet der Dinge, autonomes Fahren, medizinische Roboter und Quantencomputer, um nur einen kleinen Teil der spannenden Projekte von Alphabet zu nennen. Das KGV von 2017 ist zudem durch Sondereffekte verzerrt und läge eigentlich deutlich niedriger.

Bei Facebook sieht es ähnlich aus: Auch hier liegt die Gewinnmarge sehr hoch und das Unternehmen ist bestrebt, seinen Fuß in die Tür wichtiger Zukunftstechnologien zu setzen. Netflix investiert momentan jährlich Milliarden in neuen Content; sobald diese Investitionen aber zurückgehen, winken saftige Gewinne. Eine Erörterung, ob Facebook oder Netflix derzeit die bessere Investition ist, kannst du hier lesen.

Was können wir daraus lernen?

Warren Buffett hat einmal etwas Wichtiges gesagt, das uns in dieser Fragegestellung weiterhelfen könnte. Er sagte, es sei besser, großartige Unternehmen zu einem vernünftigen Preis zu kaufen als durchschnittliche Unternehmen zu einem billigen Preis. Wie wir gesehen haben, lassen sich die heutigen Bewertungen der „FANG“-Aktien durchaus rechtfertigen, wenn man den Blick auf die zukünftigen Gewinnpotenziale richtet.

Dass es sich bei Unternehmen mit derart hohen Marktanteilen und Bekanntheitsgraden um großartige Unternehmen handelt, brauchen wir wohl nicht zu diskutieren. Daher glaube ich, dass es jetzt immer noch eine gute Zeit ist, um in Tech-Aktien zu investieren.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Alphabet und Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon, Facebook und Netflix.

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