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Die Lufthansa scheut Frankfurt und setzt auf München – das zahlt sich aus

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Die Lufthansa (WKN:823212) ist mit ziemlich deutlichem Abstand Europas größter Flaggenträger. Das schafft sie unter anderem dadurch, dass sie bei ihrer Kernmarke im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Flaggenträgern eindeutig auf zwei Hubs gleichzeitig setzt.

Sowohl von Frankfurt als auch von München aus fliegt Lufthansa in die ganze Welt. Diese Diversifizierung machte sich zuletzt wieder einmal richtig bezahlt, denn sie erweitert nicht nur die Kapazitäten, sondern gibt auch wertvolle Flexibilität.

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Der Juli war stark, auch dank München

Die Lufthansa konnte für den Juli wirklich gute Passagierzahlen vorlegen. Zusammen mit ihren Töchtern beförderte sie innerhalb des Monats 14,2 Mio. Fluggäste, was 8,2 % mehr als im Vorjahr war. Die deutsche Kernmarke verzeichnete ein Passagierplus von 5,8 %.

Das Passagieraufkommen der deutschen Kernmarke an Münchens Franz-Josef-Strauß-Flughafen konnte mit 9 % überdurchschnittlich stark wachsen. Dort wurden 2,4 Mio. Passagiere gezählt. Das ist zwar deutlich weniger als in Frankfurt, wo die Passagierzahl 4,2 Mio. betrug, dafür weist Frankfurt mit einem Wachstum von 3,8 % auch eine deutlich geringere Dynamik auf.

Interessant ist auch der Vergleich der verkauften Sitzkilometer. Hier musste Frankfurt im Vergleich zum Vorjahr sogar einen Rückgang in Höhe von 1,5 % hinnehmen, München konnte hingegen 11,9 % wachsen. München scheint also besonders für Langstreckenflieger relevanter zu werden.

Frankfurt bleibt ein Gigant, ist aber auch behäbig

Natürlich ist es viel zu früh für einen Abgesang auf den Frankfurter Flughafen. Er gehört zu den größten Europas und ist, vor allem dank der Lufthansa, bestens mit der ganzen Welt vernetzt. Es gibt aber trotzdem eine Tendenz bei der Lufthansa, sich mehr auf andere Flughäfen als Hubs zu konzentrieren.

Der Frankfurter Flughafen verlangt sehr hohe Gebühren und das bei oft nur mittelmäßigem Service. Die Lufthansa befindet sich deshalb schon länger in einem Streit mit Fraport (WKN:577330), der unter anderem dazu geführt hat, dass man einige der kapazitätsstarken A380-Maschinen von Frankfurt nach München verlagert hat.

In München kommt der Premiumgedanke zum Tragen

Natürlich sind Kosten wichtig, aber man sollte nicht unterschätzen, inwieweit Lufthansa in München auch den Premiumgedanken in seiner ganzen Bandbreite zur Geltung kommen lassen kann. Der Premiumanspruch ist zuletzt wieder wichtiger geworden, immerhin kann Lufthansa seit kurzem als einzige europäische Fluggesellschaft das begehrte Fünf Sterne-Rating von Skytrax vorweisen.

Das Münchener Terminal 2 ist ein Joint Venture zwischen dem Flughafen München und der Lufthansa. Deshalb ist es der Lufthansa und seinen Partnerairlines vorbehalten. Das Umsteigen bei Lufthansa-Verbindungen findet in München also bequem innerhalb des Terminals 2 statt. In Frankfurt müssen dagegen oft wirklich weite und komplizierte Wege zurückgelegt werden, um zu einem Anschlussflug zu gelangen. Generell scheint bei dem Münchener Terminal 2 viel richtig gemacht zu werden. Im letzten Jahr wurde das Terminal 2 in einer groß angelegten Skytrax-Befragung zum besten der Welt gewählt.

Auch bei der Flotte belohnt die Lufthansa München mit den besten Modellen. Nur dort werden die attraktiven neuen A350er-Langstreckenjets eingesetzt, die besonders leise und komfortabel sind. Da nun auch der Doppeldecker A380 von München aus fliegt, hat man dort nun eine Flotte von Weltniveau.

Für Kunden heißt das in der Summe, dass mit Lufthansa von München aus in die weite Welt zu fliegen, besonders wenn man davor einen Zubringerflug hatte, oftmals eine weitaus angenehmere Erfahrung ist, als das von Frankfurt aus der Fall ist. Die Lufthansa hat mit München ein starkes zweites Bein, und das dürfte langfristig sehr gut für Kunden und Geschäft sein.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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