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Warum Berkshire jetzt vielleicht Aktien zurückkauft

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Am 17. Juli gab Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) eine Änderung seines Aktienrückkaufsprogramms bekannt:

„Das frühere Aktienrückkaufsprogramm sah vor, dass der für den Rückkauf gezahlte Preis eine Prämie von 20 % auf den damaligen Buchwert dieser Aktien nicht übersteigt. Nach der vom Vorstand beschlossenen Änderung können Aktienrückkäufe jederzeit getätigt werden, wenn sowohl Warren Buffett, Chairman und CEO von Berkshire, als auch Charlie Munger, Vice Chairman von Berkshire, glauben, dass der Rückkaufpreis konservativ geschätzt unter dem inneren Wert von Berkshire liegt.“

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Natürlich hat Berkshire im jüngsten Bericht zum zweiten Quartal keine Rückkäufe gemeldet, da das Quartal zwei Wochen vor der Ankündigung endete. Buffett und Munger haben also entschieden, dass das Geld jetzt etwas lockerer sitzen muss, aber hat die Ankündigung signalisiert, das sie genau jetzt Anteile zurückkaufen möchten? Obwohl sich die Aktie in der Nähe eines Allzeithochs befindet, denke ich, dass es durchaus möglich ist, dass Berkshire jetzt seine eigenen Aktien zurückkaufen könnte.

Der 1,2fache Buchwert ist nach der Steuersenkung zu knauserig

Der erste Grund, warum Berkshire jetzt Aktien zurückkauft, ist reine Mathematik. Unternehmen, die hohe Kapitalrenditen erzielen, sollten mit einem höheren Kurs-Buchwert-Verhältnis bewertet werden, da man weniger Kapital benötigt, um einen Gewinn zu erzielen. Zum Glück für Berkshire senkte das neue US-Steuergesetz den Steuersatz für Berkshire im zweiten Quartal um fast ein Drittel — von 28,9 % im zweiten Quartal 2017 auf nur noch 20 % im letzten Quartal.

Aber werden niedrigere Steuern automatisch zu höheren Renditen führen? Skeptiker könnten glauben, dass die meisten Unternehmen ihre Steuererleichterungen durch Preissenkungen und niedrigere Vorsteuermargen verzocken werden.

Aber da kommt Berkshire ins Spiel. Während Berkshires gesamter Unternehmenslaufbahn hat sich Buffett an das Prinzip gehalten, nur Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen gegenüber der Konkurrenz zu kaufen. Daher sollten Berkshires Unternehmen mit ihren breiten Wettbewerbsvorteilen sicherstellen, dass die meisten der Steuervorteile erhalten bleiben. Diese nachhaltig höheren Renditen sollen zu einem höheren inneren Wert auf Kurs-Buchwert-Basis führen.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird Berkshire etwa mit dem 1,4-Fachen des Buchwertes gehandelt. Das ist nicht weit von 1,2 entfernt und könnte genauso eine angemessene neue Schwelle für Rückkäufe nach der Steuersenkung sein.

Wohin nur mit all dem Geld?

Berkshire schrieb in seinem Quartalsbericht, dass die Versicherungen auf ungefähr 116 Mrd. US-Dollar sitzen würden. Das ist eine sehr große Menge verglichen mit den 20 Mrd. US-Dollar, die sich Buffett gerne für alle Fälle bereit hält. Dieser Geldberg ist aufgrund der hochprofitablen Geschäfte von Berkshire und des Mangels an sinnvollen Übernahmen in den letzten Jahren angestiegen. Der letzte große Kauf des Unternehmens — die Übernahme von Precision Castparts im Wert von 32 Mrd. US-Dollar — wurde bereits Anfang 2016 abgeschlossen.

Buffett selbst machte vor Kurzem seinem Frust auf CNBC Luft und sagte, dass „Bargeld die schlechteste Investition der Welt“ sei, „außer man macht langfristig etwas Dummes.“ Auf die Frage hin gab Buffett sogar zu, dass der Einsatz von Bargeld in einem Indexfonds „nicht das Dümmste auf der Welt“ wäre.

Da Buffett wahrscheinlich glaubt, dass Berkshire in Zukunft den Index übertreffen wird — warum nicht in Berkshires Aktien investieren, wenn sie zu einem vernünftigen Kurs zu haben sind?

Die hohen Preise für Unternehmen könnten sich fortsetzen

Warum ist es so schwer, sinnvolle Übernahmen zu finden? Das aktuelle Umfeld mit relativ hohen Bewertungen und niedrigen Zinsen hat die Käufer vor große Herausforderungen gestellt. Im jährlichen Aktionärsbrief 2017 beschrieb Buffett den aktuellen Stand des Übernahmemarktes:

„[Ein vernünftiger Kaufpreis] erwies sich als Hindernis für praktisch alle Geschäfte, die wir 2017 geprüft haben, da die Preise für anständige, aber keineswegs spektakuläre Unternehmen ein Allzeithoch erreichten. Der Preis schien für eine Armee von optimistischen Käufern fast irrelevant.“

Berkshire war in der Lage gewesen, letztes Jahr eine Einigung mit Oncor, einem Versorgungsunternehmen in Texas, zu erzielen, wurde jedoch von Elliott Management, einem aktivistischen Hedgefonds überboten, der Oncor-Bonds besaß und mehr bezahlte.

Da ganze Übernahmen scheinbar außer Reichweite sind, könnte Buffett stattdessen eine große Minderheitsbeteiligung an einem börsennotierten Unternehmen erwerben. Doch Berkshire kauft nicht gerne mehr als 10 % an einem börsennotierten Unternehmen, die man nicht kontrolliert — aus regulatorischen Gründen. Das heißt, nur die größten Unternehmen sind geeignete Käufe.

Da es sich bei den größten Unternehmen heute um hochgeschätzte Technologieunternehmen handelt, sind die größten Investitionen auf dem öffentlichen Markt unerreichbar — denn Buffett ist bekanntlich geizig bei Käufen und vorsichtig bei Tech-Unternehmen. Darüber hinaus hat Buffett bereits seinen Anteil an Apple (WKN:865985) in diesem Jahr auf rund 5 % des Unternehmens erhöht.

Einfach Berkshire kaufen

Angesichts des niedrigeren Körperschaftsteuersatzes, eines ständig wachsenden Barbestandes und des Mangels an sinnvollen Alternativen wäre ich nicht überrascht zu erfahren, dass Berkshire in diesem Quartal beginnt, Aktien zurückzukaufen. Das bedeutet, dass Berkshire in diesem Moment sehr wohl Aktien zurückkaufen könnte, selbst wenn die Aktie in der Nähe von eines Allzeithochs liegt.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: Long Januar 2020 150 USD Calls auf Apple und Short Januar 2020 155 USD Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Billy Duberstein auf Englisch verfasst und am 13.08.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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