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Der Warren-Buffett-Trend, der Anlegern jetzt Sorgen bereiten sollte

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Wieder einmal konnten sich Warren Buffett und Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) über ein bärenstarkes Quartal freuen.

Am Samstag, den 4. August, veröffentlichte Berkshire Hathaway seine operativen Ergebnisse für das zweite Quartal, und wie üblich konnte das Konglomerat fantastische Zahlen vorlegen. Das operative Ergebnis stieg um 67 % auf fast 6,9 Milliarden US-Dollar, während die Kapitalerträge von 0,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal auf 4,8 Milliarden US-Dollar stiegen. Insgesamt hat Berkshire im ersten Halbjahr 2018 einen um 1,55 Milliarden US-Dollar höheren Nettogewinn erzielt als in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres.

Aber inmitten all dieser guten Nachrichten tauchen irritierende Daten auf, die ich als besorgniserregend einstufen würde: die Cash-Position des Unternehmens.

Ist Berkshire Hathaways wachsender Cash-Vorrat ein Warnsignal?

Berkshire Hathaway beendete das Quartal mit 64,56 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und 46,54 Milliarden US-Dollar an kurzfristigen Investitionen in US-Bonds. Zusammen sind das 111,1 Milliarden US-Dollar und damit mehr als 2 Milliarden US-Dollar mehr als im Vorquartal.

Wie mein Kollege Matt Frankel Anfang dieser Woche feststellte, ist der Anstieg des Barwerts im zweiten Quartal vollständig auf die Übernahme von Monsanto durch Bayer zurückzuführen. Monsanto war zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses eine Beteiligung an Berkshires Beteiligungsportfolio. Dies würde bedeuten, dass Berkshire Hathaway sein operatives Ergebnis für das Quartal vollständig in Aktien reinvestiert hat; andernfalls hätten wir einen noch größeren Anstieg der Cash-Position gesehen.

Dennoch haben wir in den letzten 20 Quartalen (das sind fünf Jahre) ein deutliches Wachstum der gesamten Cash-Position von Berkshire Hathaway verzeichnet. Seit der Partnerschaft mit 3G Capital Management zum Kauf von Heinz (mittlerweile Teil von Kraft Heinz) und der Ankündigung eines Deals in Höhe von 5,6 Milliarden US-Dollar zur Übernahme von NV Energy, beide in der ersten Hälfte des Jahres 2013, hat sich Berkshires Cash-Position mehr als verdreifacht.

Quelle: Berkshires Quartalsbericht via YCharts, Chart vom Autor

Dies ist weit von der Norm entfernt, da Berkshire Hathaway und Warren Buffett zwischen dem ersten Quartal 2006 und dem zweiten Quartal 2013 konstant zwischen 24,5 und 49,1 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und kurzfristigen Anlagen halten.

Buffett selber sagte in einem Interview mit CNBC nach den Betriebsergebnissen des ersten Quartals über die Cash-Position des Unternehmens:

Cash ist so ziemlich die schlechteste Investition der Welt, wenn man nicht gerade langfristig etwas richtig Dummes anstellt. Ich würde viel lieber 30 Milliarden Dollar haben.

Warum gibt es Grund zur Sorge?

Warum ist Berkshire Hathaways Cash-Position so groß? Eine Antwort könnte sein, dass Buffett einfach noch nicht den Deal gesehen hat, den er als richtig empfindet. Buffett sagt, dass jede Akquisition, die sein Unternehmen unternimmt, substanziell sein muss, um das Ergebnis zu verbessern. Diese so genannten Needle-Mover-Transaktionen sind nicht gerade günstig, was den Vorstand von Berkshire dazu veranlasst haben könnte, eine angemessene Liquidität aufzubauen.

Es könnte auch heißen, dass mit dem Wachstum von Berkshire Hathaway auch der Bedarf an ausreichendem Kapital vorhanden ist. Man muss bedenken, dass dieses Unternehmen eine angemessene Kapitalausstattung benötigt.

Aber – und das ist die große Sorge, und das sollten Anleger unbedingt im Auge behalten – es könnte auch daran liegen, dass Buffett einfach nichts sieht, was es sich derzeit zu kaufen lohnt.

Auch wenn Buffett den Wert einer langfristigen Investition gepredigt hat, will er bei einem Investment, wie alle anderen auch, immer ein gutes Geschäft machen. Schließlich gibt es einen großen Unterschied zwischen der Übernahme einer Minderheitsbeteiligung an einem Multimilliarden-Dollar-Geschäft und der Übernahme eines ganzen Unternehmens in Höhe von 40 Milliarden oder sogar 100 Milliarden US-Dollar.

Mit Ausnahme der Beteiligung von 38,6 % (im Wert von fast 2,8 Milliarden US-Dollar) an Pilot Travel Centers, dem Eigentümer des Pilot Flying J Truck Stop, im Jahr 2017, ist es drei Jahre her, dass Buffett eine 100 %ige Beteiligung an einem Unternehmen erworben hat. Das letzte Mal, dass Berkshire Hathaway drei Jahre lang keine umfassende Akquisition tätigte, war zwischen 1992 und 1995. Die Tatsache, dass Buffett und sein Team nach drei Jahren nichts dazugekauft haben, mag auf die aktuelle Aktienbewertung hindeuten.

Schauen wir uns doch mal das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 an. Dieses spezielle Kurs-Gewinn-Verhältnis basiert auf dem durchschnittlichen inflationsbereinigten Ergebnis der letzten 10 Jahre. Sein aktueller Wert von 33,1 ist höher als am Black Tuesday während der Weltwirtschaftskrise und wird nur noch von der Dotcom-Blase zu Beginn des Jahrhunderts übertroffen. Wie man es dreht und wendet, die Börse sieht gerade sehr hoch bewertet aus, und das konnte Buffett und seine Mannschaft derzeit überzeugen, das Bargeld zu halten.

Die Frage, die wir uns als Investoren stellen müssen, ist diese: Ist Buffetts Bereitschaft, hier und da ein paar Milliarden in eine Handvoll Aktien zu investieren, größer als die mangelnde Akquisitionsbereitschaft des Unternehmens? Wenn nicht, könnte es ein Omen sein, dass der Börse rauere Zeiten bevorstehen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 9.8.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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