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Ist die Geschichte von Ripple und XRP jetzt zu Ende erzählt?

Foto: Getty Images

Ripple galt für viele als die seriösere Alternative zur Bitcoin-Blockchain. Nun hat der zugehörige Kryptocoin XRP von der Spitze fast 90 % verloren und es ist kein Boden in Sicht. Da stellt sich die Frage, ob das schon das Ende sein könnte. Während die Relevanz von XRP abnimmt, drängen sich die Aktien von IBM, Oracle und SAP möglicherweise jetzt für Investoren in den Vordergrund.

Auf die große Täuschung …

Es war eine schöne Geschichte. Während Bitcoin sich anscheinend völlig dezentral und anarchisch entwickelte, standen hinter Ripple die großen Jungs. Mächtige internationale Banken nutzen das Zahlungsverfahren von Ripple Labs, das zentrale Intermediäre umgeht. Das machte Eindruck.

Zwar unterstützt dieses jede beliebige Währung, aber am effizientesten geht es wohl mit der integrierten Kryptowährung XRP. Entsprechend stieg das Interesse daran insbesondere im Hypejahr 2017 exponentiell an, der Kurs wurde von Bruchteilen eines Cents auf weit über zwei Euro hochgejazzt. Gleichzeitig stieg der Gründer und XRP-Multimilliardär Chris Larsen kurzfristig zu einem der reichsten Personen der Welt auf.

Wenn Ripple sich zu einem globalen Standard entwickeln würde, dann müsste auch der streng begrenzte Vorrat an XRP-Coins weiter an Wert gewinnen, so die Überzeugung vieler.

… folgt die große Enttäuschung

Noch vor Kurzem wurde eine ganze Reihe von Meldungen über Ripple und XRP lanciert:

  • Ashton Kutcher sammelt XRP-Spenden für Gorillas, Madonna für Waisenkinder in Malawi.
  • Goldman Sachs (WKN:920332) wolle XRP-Coins für institutionelle Investoren verwahren.
  • Die staatliche Bank der indischen Regierung plane, auf Ripple zu setzen, um grenzüberschreitende Überweisungen effizienter zu machen.
  • Ripple kooperiere mit dem Internationalen Währungsfonds, verbunden mit der Spekulation, Ripple könnte das „veraltete“ SWIFT-System ablösen.

Nicht fehlen durften natürlich auch ein fantastisches Kursziel von zehn US-Dollar sowie die Ankündigung eines „technischen Durchbruchs“. Da wurden alle Register gezogen, um den Kurs zu puschen, aber es hat nichts geholfen. Der Trend zeigt steil nach unten, allein am 8. August gab es ein Minus von rund 25 % gegenüber dem Euro. Es erscheint mir nicht unwahrscheinlich, dass – unter starken spekulativen Schwankungen – schon bald die alten Niveaus von unter einem Cent wieder erreicht werden.

Die Frage wird dann auch sein, ob Ripple Labs sich als Partner großer Finanzinstitute relevant halten kann.

Wie es jetzt weitergeht

Als das Thema „Blockchain“ über die letzten zwei Jahre immer stärker gehypt wurde, waren die Banken im Zugzwang. Sie wurden schließlich mit einer Technologie konfrontiert, die potenziell ihre Existenz bedroht. Da kam Ripple Labs gerade recht und konnte ihnen eine ausgefeilte Plattform bieten, um sich mit der Kryptowelt vertraut zu machen. Ich hatte immer den Eindruck, dass den beteiligten Großbanken dieser Erfahrungsgewinn viel wichtiger war, als Ripple tatsächlich langfristig zu einem Standard zu machen.

Warum sollten sie ein Interesse daran haben, Chris Larsen zu einem Superreichen zu machen? Ripple Labs mag eine technisch gute Plattform gebaut haben, aber es dürfte keine Raketenwissenschaft sein, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Vielmehr gehe ich davon aus, dass die konservativen Banken sich zukünftig an Oracle (WKN:871460), IBM (WKN:851399) und SAP (WKN:716460) wenden werden, wie sie es seit Jahrzehnten tun.

Diese forcieren derzeit alle ihre sogenannten Blockchain-as-a-Service-Angebote, mit denen relativ unkompliziert Blockchain-gestützte Applikationen in einer sicheren Cloud-Umgebung entwickelt werden können. Damit geben sie ihren Kunden auch viel bessere Kontroll- und Gestaltungsmöglichkeiten. Die Abhängigkeit von einer in der Luft hängenden Kryptowährung kann wegfallen.

Ein Fingerzeig ist, dass die Deutsche Bank (WKN:514000) seit einigen Monaten Premiummitglied im Hyperledger-Konsortium wurde. Dort sind auch SAP, IBM und zahlreiche weitere große Namen mit Technik-, Industrie- und Finance-Hintergrund präsent. Die quelloffene und branchenübergreifende Blockchain-Lösung arbeitet sich stetig in den Vordergrund. Alternativ hat auch zum Beispiel MultiChain bereits ein starkes Partnernetzwerk aufgebaut.

Meine Erwartung ist daher, dass die Bedeutung von XRP stark nachlassen wird. Ob Ripple Labs sich als Technologieanbieter halten kann, will ich dabei offen lassen. Wichtig ist jedoch, dass du dich weder von den gezielten Pressemeldungen noch von angeblichen charttechnischen Wendepunkten beeindrucken lässt.

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Ralf Anders besitzt keine Kryptowährungen und keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von Oracle und besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $30 Calls auf Oracle.

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