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Der bereinigte Gewinn lässt Warren Buffett „zusammenzucken“: Warum man genauso reagieren sollte

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In der heutigen Zeit gibt es Behörden wie die CSA in Kanada und die SEC in den USA, um die jeweiligen Rechnungslegungsstandards durchzusetzen: IFRS und US-GAAP. Obwohl diese Aufsichtsbehörden Fehlinterpretationen des Jahresabschlusses minimieren, verfügen sie nicht über genügend Ressourcen, um die Compliance jedes einzelnen Unternehmens durchzusetzen, um die „beste Darstellung“ des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen.

Darüber hinaus erfordern viele Rechnungslegungsentscheidungen sowohl nach US-GAAP als auch nach IFRS (in Kanada und anderen Ländern) ein hohes Maß an Diskretion.

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In vielen Fällen liegt es im Ermessen des Managements, eine Bilanzierungsmethode zu wählen, von der sie glauben, dass sie den Betrieb in einem Quartal am besten abbildet. Bei einem hohen Maß an Flexibilität kann es natürlich sein, dass sich das Management für eine Bilanzierungsmethode entscheidet, bei der man den Ergebnissen etwas auf die Sprünge helfen kann.

Mit anderen Worten, das bereinigte Ergebnis kann gesteigert werden, um die Analysten an der Wall Street zu beeindrucken.

Diese bereinigten Zahlen sind nicht unbedingt die beste Darstellung dessen, was wirklich in einem Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum vor sich geht, und das ist ein wichtiger Grund, warum Warren Buffett kürzlich im letzten jährlichen Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) vor dem bereinigten Gewinn pro Aktie gewarnt hat.

Wie der bereinigte Gewinn pro Aktie irreführen kann

Denke beispielsweise an ein Unternehmen, dessen Geräte aufgrund von Abnutzung einer Wertminderung unterliegen. In solchen Fällen ist ein Unternehmen verpflichtet, den Betrag des Vermögenswertes in der Bilanz abzuschreiben (zu reduzieren).

Es gibt keine strengen Regeln, die ein Unternehmen dazu verpflichten, ihre langlebigen Vermögenswerte kontinuierlich auf Wertminderung zu überprüfen. Daher wird dem Management ein erhebliches Maß an Vertrauen entgegengebracht. Solche Abschreibungen bedeuten jedoch einen Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung, der den Jahresüberschuss für eine bestimmte Berichtsperiode senkt.

Wenn ein Managementteam also immer noch das Ergebnis für ein bestimmtes Quartal übertreffen will, kann es absichtlich dazu verleitet werden, die Abschreibung für eine weitere Berichtsperiode hinauszuzögern – möglicherweise mit der Möglichkeit, Unternehmensanteile zu verkaufen, bevor es die erforderlichen Maßnahmen durchführt, die einen unerwünschten Einfluss auf die kurzfristigen Renditen und Kennzahlen haben.

Das ist alarmierend, wenn man bedenkt, dass die von den Analysten verwendeten Kennzahlen möglicherweise nicht das sind, was sie zu sein scheinen, ohne dass eine angemessene „Gegenanpassung“ vorgenommen werden muss, bevor eine ordnungsgemäße Analyse durchgeführt wird.

Das Schlimmste daran ist die Tatsache, dass es völlig zulässig ist, obwohl es das Potenzial hat, eine große Mehrheit der Öffentlichkeit in die Irre zu führen.

Der bereinigte Gewinn pro Aktie kann nicht das ganze Bild wiedergeben

Die Investoren im Einzelhandelsbereich, die einfach die Finanzzahlen überspringen und auf den bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) verlassen, können Investitionsentscheidungen treffen, die sie möglicherweise nicht getroffen hätten, wenn sie eine bereinigte EPS-Zahl gehabt hätten, die repräsentativer für die Entwicklung eines Unternehmens in einem bestimmten Quartal ist.

Indem ein Investor direkt zu den bereinigten EPS-Zahlen übergeht, vertraut er dem Urteil des Managements in eine Zahl, die möglicherweise nicht darauf hinweist, wie sich die Performance in einem bestimmten Quartal entwickelt hat.

Denke an die einmaligen Anpassungen, die von den großen Banken wie der Royal Bank of Canada (WKN:852173) Anfang des Jahres als Reaktion auf die Neubewertungskosten, die sich aus den Steuerreformen in den USA ergaben, vorgenommen wurden. Solche einmaligen Abschreibungen hätten zu geringeren Gewinnen geführt, obwohl die Ergebnisse tatsächlich besser waren als ausgewiesen.

Das Management hat das Richtige getan, indem es so schnell wie möglich Abschreibungen vorgenommen hat, aber ein Investor hat vielleicht nicht mitbekommen, was passiert ist, wenn er sich direkt die bereinigte EPS-Zahl angeschaut und alles andere ignoriert hat.

Unser Kollege David Jagielski ist der Meinung, dass die Anleger die bereinigten Gewinne ignorieren sollten, was wahrscheinlich eine kluge Entscheidung ist, da sie zu Faulheit und mangelnder Sorgfalt seitens des Investors führen kann.

Wenn man jedoch eine sorgfältige Prüfung durchführt, sind die bereinigten Gewinne gut und schön, solange man tiefer in die Finanzkennzahlen und die Managementdiskussion und -analyse einsteigt. Dann kann man selbst beurteilen, ob die vorgenommenen (oder nicht vorgenommenen) Anpassungen eine faire Darstellung sind und wie man Zahlen wie den bereinigten Gewinn pro Aktie neu anpassen könnte, um eine genauere Darstellung der Ergebnisse in einem Quartal zu erhalten.

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Dieser Artikel wurde von Joey Frenette auf Englisch verfasst und am 03.08.2018 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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