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4 Fälle, in denen die Portfolio-Diversifikation keinen Sinn macht

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Wenn es ein Wort gibt, das Finanzanalysten, Wall Street-Gurus und so ziemlich jeder Anlageberater in den Mund nimmt, dann ist es „Diversifikation“. Die Idee, Anlagen in einer Vielzahl von Branchen und Aktienklassen zu kaufen und so verschiedene wirtschaftliche und börsliche Ereignisse zu nutzen, wird als stabile, vorsichtige und überlegene, langfristige Strategie angesehen.

Breite Diversifikation ist nicht immer sinnvoll

Doch nicht jeder Finanzmagnat ist ein Fan von Diversifikation. Das Orakel von Omaha, Warren Buffett, sagte: „Eine breite Diversifikationg ist nur erforderlich, wenn die Investoren keine allzu große Ahnung haben.“

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Unterdessen sagte Anleihen-Experte Bill Gross: „Sie sind von einer bestimmten Aktie überzeugt? Dann setzen Sie etwa 10 % Ihres Portfolios darauf. Gute Anlageideen sollten nicht in bedeutungsloser Streuung untergehen.“

Zwar ist es riskant, vieles auf eine Karte zu setzen, und niemand, auch ich nicht, würde jedem Investor vorschlagen, dies zu tun – aber eine breite Diversifikation ist auch nicht immer die Lösung. Hier sind vier Fälle, in denen eine breite Diversifikation keinen Sinn macht.

1. Wenn man mit einem relativ kleinen Geldbetrag investiert

Zunächst einmal ist Diversifikation nicht immer eine gute Idee, wenn man mit einem relativ kleinen Betrag arbeitet. Was ist ein „relativ kleiner Betrag“? Nun, das ist eine Frage der Interpretation. Für einige Leute sind das vielleicht 250 oder 500 Euro. Für andere sind es vielleicht 5.000 Euro oder noch mehr. Das Problem ist, dass Gebühren einen großen Teil vom Betrag abziehen können, wenn man zu viele Aktien kauft.

Wenn man beispielsweise 1.000 Euro hat und 10 Aktien kaufen möchten, könnte ein Broker durchschnittlich 7 bis 10 Dollar pro Kauf an Gebühren erheben. Das sind 7 % bis 10 % des gesamten Betrags, den man abdrücken würde, nur um am Ende Aktien im Wert von 90 bis 93 Euro zu halten. Während sich das langfristig zwar schon auszahlen könnte, ist man wahrscheinlich besser dran, nur ein oder zwei Aktien mit den 1.000 Euro zu kaufen und neues Kapital (sowie neue Aktien) hinzuzufügen, wenn das Portfolio wächst und gedeiht.

2. Wenn man dazu Geld vom Broker leihen muss

Der größte Fehler besteht darin, dass man Geld vom Broker leiht, um das Portfolio zu diversifizieren. Je nach Maklerunternehmen liegt die Kreditaufnahmekapazität in der Regel zwischen dem Einfachen und Dreifachen des Wertes. Theoretisch könnte man also mit 1.000 Euro Cash zusätzliche 1.000 bis 3.000 Euro borgen.

Unter Verwendung unseres vorherigen Beispiels könnte ein Investor mit 1.000 Euro in bar plötzlich Aktien im Wert von bis zu 4.000 Euro kaufen, was eine Marge von 3.000 Euro beinhalten würde. Obwohl die Kommissionskosten im Verhältnis zu den Gesamtinvestitionen deutlich geringer zu sein scheinen, würden sie diesen Anleger dennoch 7 bis 10 % seines Bargeldbestands kosten.

Viel gefährlicher sind jedoch die Margenzinsen. Die sind in der Regel hoch. Bei der Diversifikation könnte ein Investor zwischen 8 % und 10 % pro Jahr auf das geliehene Geld zahlen. Darüber hinaus erhöht die Verwendung von Margen die Hebelwirkung und das Risiko des Portfolios, was eine Diversifikation typischerweise natürlich nicht bewirken soll. Eine kleine Abwärtsbewegung an der Börse könnte verheerende Auswirkungen auf ein stark diversifiziertes Portfolio haben.

Lange Rede kurzer Sinn: kein Geld vom Broker leihen, bloß um zu diversifizieren.

3. Wenn man den Überblick zu verlieren droht

Ein weiterer Grund, es nicht mit Diversifikation zu übertreiben, ist, dass man mit der bestehenden Liste an Aktien nicht mehr mitkommt.

Natürlich sollte man ein angemessen diversifiziertes Portfolio von Vermögenswerten halten. Man sollte auch in der Lage sein, jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat zu nutzen, um das Portfolio zu überprüfen und sicherzustellen, dass man bei jeder Aktie noch immer aus den richtigen Gründen dabei ist. Auch hier ist die Anzahl der Aktien in einem „angemessen diversifizierten Portfolio“ völlig frei wählbar und könnte zwischen einer Handvoll Aktien oder vielleicht Dutzenden von Aktien rangieren.

Wenn die Diversifikation zum Problem wird, ist man nicht mehr in der Lage, mit allen Vermögenswerten, die man hält, Schritt zu halten. Wenn man nicht mehr die Zeit oder Energie hat, um die großen News zu den wichtigsten Aktien mitzubekommen, dann ist es wahrscheinlich keine gute Idee, dem Portfolio noch mehr Vermögenswerte hinzuzufügen.

4. Wenn es die Qualität der Kapitalanlagen mindert

Um Bill Gross‘ Zitat von vorhin zu wiederholen: Die Diversifikation eines Portfolios sollte man nicht erzwingen, wenn man wenige Aktien hat, die man als großartige Chance erachtet.

Ich persönlich habe zwischen 2012 und 2014 aktiv Anteile an einem kanadischen Goldbergbauunternehmen namens Claude Resources erworben. Ich habe dann meine Position bei 26 verschiedenen Gelegenheiten über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren erweitert. Claude war damals damit beschäftigt, eine Umstrukturierung seiner Schulden vorzunehmen. Obwohl diese Aktie damit mit Abstand die größte Position in meinem Portfolio ausmachte, war es doch nicht außergewöhnlich groß.

Doch 2016 änderte sich das. Eine Erholung der Spot-Goldpreise sowie der Aufkauf von SSR Mining (WKN:A2DVLE), der recht teuer war, schickte Claude Resources steil nach oben. Jetzt, über zwei Jahre nach Abschluss des Buyouts, habe ich immer noch keine einzige Aktie verkauft. Seit vier bis sechs Jahren halte ich meine Investition, die jetzt unter dem Namen SSR Mining läuft, und in dieser Zeitspanne hat sich der Wert der Investition um ein Vielfaches erhöht. Es ist so weit, dass die Position einen sehr hohen Prozentsatz meines investierten Portfolios ausmacht, obwohl ich regelmäßig zwischen acht und zwölf Aktien halte.

Und doch werde ich nicht diversifizieren, indem ich meinen Anteil verkaufe. Warum? Weil ich glaube, dass SSR Mining eine großartige Investitionsmöglichkeit ist. Es ist eines der günstigsten Bergbauunternehmen, das auf dem zukünftigen Cashflow pro Aktie basiert, es hat niedrige Gesamtkosten für die Goldproduktion, und es ist dabei, neue Silberproduktion in Argentinien zu starten. Da sich meine Investment-Philosophie nicht geändert hat, hat sich auch mein Bedarf an zusätzlicher Diversifikation nicht verändert.

Also: Risikominimierung durch Diversifikation ist oft klug, aber nicht immer eine gute Idee.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 21.7.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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