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Darum würde ich die Deutsche Bank-Aktie eher kaufen als die Commerzbank-Aktie

2 Frauen heben ablehnend ihre Hände Aktien
Foto: Getty Images

Es klingt vielleicht verrückt, wenn ich sage, dass ich die Deutsche Bank (WKN:514000)-Aktie irgendeiner anderen Aktie vorziehen würde. Denn derzeit scheint es fast unmöglich, etwas Positives an der Deutschen Bank zu finden.

Tatsächlich gibt es allerdings einen Punkt, der mir an der Deutsche Bank-Aktie besser gefällt als an der Commerzbank (WKN:CBK100)-Aktie.

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Warum das Privat- und Firmenkundengeschäft schwierig geworden ist

Dieser Punkt bezieht sich auf das Privat- und Firmenkundengeschäft. Praktisch jeder, egal ob Privatperson oder Unternehmen, benötigt Bankdienstleistungen wie ein Girokonto, ein Tagesgeldkonto oder ein Depot.

Hin und wieder benötigt man auch einen Kredit. Sei es für den Hausbau oder wenn Unternehmen Geld für eine Investition benötigen. Aber wie genau verdienen Banken mit diesen Dienstleistungen Geld?

Banken verdienen ihr Geld hauptsächlich auf zwei Arten. Zum einen durch die Erhebung von Gebühren, beispielsweise für die Nutzung eines Girokontos. Zum anderen aus der Differenz zwischen erhaltenen Kreditzinsen und bezahlten Zinsen, beispielsweise für Tages- oder Festgeldkonten.

So bezahlst du für einen Immobilienkredit beispielsweise circa 2 % Zinsen. Ein Tagesgeldkonto wirft, wenn du Glück hast, 0,5 % Rendite ab. Die Differenz ist der Ertrag der Bank. Natürlich müssen davon auch Angestellte, Investitionen und so weiter bezahlt werden, weshalb die Zinsdifferenz nicht eins zu eins dem Gewinn der Bank entspricht.

Bevor es das Internet gab, war es nicht unüblich, alle Finanzdienstleistungen bei seiner Hausbank in Anspruch zu nehmen. Girokonto, Tagesgeldkonto und wenn vorhanden auch den Hauskredit. Der Vergleich der unterschiedlichen Konditionen war mühsam, weil viele Filialen aufgesucht werden mussten, um ein Angebot zu erhalten.

Kurz gesagt: Banken, die im Privat- und Firmenkundengeschäft tätig waren, hatten es ziemlich einfach. Die Kunden waren wenig wechselwillig und sorgten so dafür, dass die Banken die Konditionen festlegen konnten, wie sie wollten, solange sie es nicht allzu sehr übertrieben.

Die Zeiten haben sich mit dem Siegeszug des Internets geändert, in mehrerlei Hinsicht. Zum einen können Kunden die Konditionen innerhalb kürzester Zeit online vergleichen. Für viele Produkte gibt es sogar Preisvergleichsportale, die den lukrativsten Anbieter innerhalb des Bruchteils einer Sekunde ausspucken.

Zum anderen hat das Internet den Direktbanken, das sind Institute ohne Filialen, Rückwind verliehen. Die gab es zwar auch vorher schon, aber Transaktionen per Telefon sind, naja, nicht jedermanns Geschmack. Das Internet vereinfacht die Kommunikation zwischen Direktbank und Kunden erheblich.

Die einfache Vergleichbarkeit und das gestiegene Angebot haben die Hemmschwelle der Kunden zum Wechsel bestimmter Dienstleistungen also deutlich gesenkt und damit eine Sache mehr denn je in den Fokus gerückt: die Konditionen!

Im Privat- und Firmenkundengeschäft sind die Konditionen damit praktisch zum einzigen Faktor geworden, der zählt. Verlangt meine Bank heute zwei Euro pro Monat Kontoführungsgebühr, dann wechsle ich sofort. Weil ich das auch umsonst haben kann. Und ich glaube, dass immer mehr Menschen so denken und handeln.

Das macht das Privat- und Firmenkundengeschäft zu einem beinharten Business – es sei denn, man ist die Bank, mit der niedrigsten Kostenstruktur. Ich glaube nicht, dass Institute wie die Commerzbank oder die Deutsche Bank mit ihren teuren Filialen über eine besonders niedrige Kostenstruktur verfügen.

Genau deshalb würde ich eher die Deutsche Bank-Aktie kaufen als die Commerzbank-Aktie. Denn die Commerzbank ist viel abhängiger vom Privat- und Firmenkundengeschäft, als es die Deutsche Bank ist.

So groß ist der Anteil des Privat- und Firmenkundengeschäfts

Ein Blick in die Geschäftsberichte der beiden Banken zeigt, dass die Commerzbank praktisch ausschließlich im Privat- und Firmenkundengeschäft tätig ist, während es bei der Deutschen Bank nicht einmal die Hälfte der Erträge ausmacht.

Anteil des Privat- und Firmenkundengeschäfts an den Gesamterträgen
Deutsche Bank                                                         38,5 %
Commerzbank                                                         98,2 %

Quelle: Geschäftsberichte 2017

Wer heute in die Commerzbank investiert, dem muss klar sein, dass diese einem knallharten Wettbewerb ausgeliefert ist, in dem immer mehr die Konditionen über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Ich glaube, dass diese Entwicklung noch längst nicht am Ende ist. Während ältere Menschen heute weiterhin eher auf ihre Hausbank setzen, egal wie viel das Tagesgeld abwirft, nutzen die jüngeren die Möglichkeiten des Internets schon jetzt.

In zwanzig Jahren werden die Jungen zu den Alten – und sie werden immer noch online Konditionen vergleichen. Und die Alten von heute wird es nicht mehr geben. Für klassische Filialbanken könnten also eisige Zeiten anbrechen. Und das würde die Commerzbank härter treffen als die Deutsche Bank.

Warum ich weder das eine noch das andere kaufen würde

Trotzdem würde ich mir heute auch die Deutsche Bank-Aktie nicht kaufen, auch wenn sie neben dem Privat- und Firmenkundengeschäft in einigen anderen Segmenten tätig ist, beispielsweise im Investmentbanking.

Das ist erst mal toll, nur leider habe ich absolut keine Ahnung von diesen Geschäften. Somit kommt mir weder die Commerzbank-Aktie noch die Deutsche Bank-Aktie auf absehbare Zeit ins Depot.

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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