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Warum die Q2-Ergebnisse von Pfizer schwächer ausfallen könnten, als dir lieb ist

Als Pfizer (WKN: 852009) im Mai über die Ergebnisse des ersten Quartals 2018 berichtete, gab es gute und schlechte Nachrichten. Das Ergebnis des großen Pharmaunternehmens stieg und übertraf die Erwartungen der Wall Street. Der Umsatz lag jedoch unter den Konsensus-Schätzungen der Analysten.

Was können Anleger erwarten, wenn Pfizer am 31. Juli das Ergebnis für das zweite Quartal 2018 bekannt gibt? Ich vermute, dass die Zahlen der Pharmafirma schwächer ausfallen könnten, als du es erwartest. Hier sind drei Gründe dafür.

1. Dieselben alten Probleme bleiben weiter bestehen

Im ersten Quartal 2018 waren Pfizers größte Herausforderungen die rückläufigen Umsätze mit Produkten, die ihren Patentschutz verloren haben, und die anhaltenden Rückgänge im Bereich der sterilen Injektionspräparate. Rechne deshalb, in diesen beiden Bereichen, bitte nicht mit Verbesserungen.

Es würde mich nicht überraschen, wenn diese Probleme Pfizer im zweiten Quartal 2018 noch mehr schaden würden als im ersten. Der Grund ist Viagra. Im vergangenen Jahr 2017 erzielte das Medikament gegen Erektionsstörungen im zweiten Quartal mehr Umsatz als im ersten. Nach dem Verlust der Alleinvertriebsrechte von Viagra Ende 2017 verzeichnete Pfizer im letzten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang von 45 %. Ich denke, im zweiten Quartal 2018 könnte der Rückgang gegenüber dem Vorjahr noch schlimmer ausfallen.

Die Ergebnisse für sterile Injektionspräparate werden sich wahrscheinlich auch nicht verbessern. In der Telefonkonferenz zum ersten Quartal 2018 sagte Albert Bourla, dass das Unternehmen hier im zweiten Quartal 2018 einen weiteren Umsatzrückgang erwartet.

2. Fragezeichen bei Schlüsselblockbustern

Die drei wichtigsten Wachstumstreiber für Pfizer sind derzeit Ibrance, Eliquis und Xeljanz. Im ersten Quartal 2018 war das Umsatzwachstum allerdings sowohl bei Ibrance als auch bei Xeljanz geringer als von Analysten erwartet. Die große Frage für Pfizer ist deshalb, ob die Blockbuster-Medikamente im zweiten Quartal 2018 wie erwartet wachsen werden.

Auf die Frage nach der relativ schwachen Leistung von Ibrance im ersten Quartal 2018 antwortete Pfizers CEO Ian Read, dass diese auf “Vorratsveränderungen” zurückzuführen sei. In seinen einleitenden Bemerkungen während der Telefonkonferenz für das erste Quartal 2018 sagte Read, dass der Umsatz von Ibrance und Xeljanz durch das “Kaufverhalten der Kunden” negativ beeinflusst wurde. Ich glaube, dass diese Erklärungen richtig und für das zweite Quartal 2018 ein kleineres Problem sind.

Gleichzeitig würde ich aber nicht ausschließen, dass das Wachstum von Pfizer durch den Wettbewerb mit neuen Produkten am Markt beeinträchtigt wird. Eli Lilly (WKN: 858560), zum Beispiel, meldete kürzlich einen Umsatz von fast 58 Millionen USD für das Brustkrebsmedikament Verzenio. Novartis (WKN: 904278) gab bekannt, dass ihr Brustkrebsmedikament Kisquali im zweiten Quartal 2018 einen Umsatz von 59 Millionen USD erzielte. Sowohl Verzenio als auch Kisquali treten direkt gegen Ibrance an.

3. Weniger Zuwächse durch Einmaleffekte als im ersten Quartal 2018

Es gibt einen Bereich, in dem Pfizer im zweiten Quartal 2018 fast mit Garantie schlechter abschneiden wird als im ersten. Die sonstigen Einnahmen des Unternehmens beliefen sich im ersten Quartal 2018 auf rund 320 Millionen USD, doch Pfizer rechnet im Gesamtjahr für diesen Bereich nur mit Einnahmen von 400 Millionen USD. Wenn also Pfizers Schätzung für das Gesamtjahr richtig ist, ist es eine mathematische Gewissheit, dass die sonstigen Einnahmen im zweiten Quartal 2018 niedriger ausfallen werden.

Dieser hohe Betrag an sonstigen Einnahmen im ersten Quartal 2018 resultierte hauptsächlich aus einmaligen Meilensteinzahlungen in Höhe von rund 115 Millionen USD und aus nicht realisierten Gewinnen auf Aktien in Höhe von 110 Millionen USD. Im zweiten Quartal 2017 wies Pfizer sonstige Einnahmen in Höhe von 66 Millionen USD aus. Wenn das Unternehmen also im zweiten Quartal 2018 nicht fast alle für das Gesamtjahr erwarteten sonstigen Einnahmen ausweist, werden sowohl die Vorjahres- als auch die Quartalsvergleiche negativ ausfallen.

Das ist nicht schlimm, aber ein paar Millionen hier und ein paar Millionen dort können sich summieren. Angesichts der anhaltenden Herausforderungen aufgrund sinkender Medikamentenverkäufe bei Mitteln, die ihre Exklusivität verloren haben, und des Rückgangs bei sterilen Injektionspräparate sowie der Unsicherheiten bei Ibrance und Xeljanz könnten weniger Einmaleffekte einen Unterschied ausmachen, ob Pfizer die Schätzungen für das zweite Quartal 2018 erreicht oder verfehlt.

Aber bessere Tage liegen voraus

Es mag so klingen, als wäre ich gegen Pfizer, aber das bin ich nicht. Ich denke, dass die Firma enttäuschende Resultate für das zweite Quartal 2018 verkünden könnte – obwohl es eine kleine Wahrscheinlichkeit für eine positive Überraschung gibt. Doch was auch immer Pfizer für das zweite Quartal 2018 berichtet, wird für das Gesamtbild wahrscheinlich keine große Rolle spielen.

Was für Pfizer wirklich zählt, sind die langfristigen Perspektiven. Ich würde behaupten, dass der große Pharmawert in dieser Hinsicht ziemlich gut dasteht. Die negativen Themen, mit denen Pfizer derzeit konfrontiert ist, dürften in den nächsten Jahren weniger belasten. Die Pipeline des Unternehmens ist wahrscheinlich vielversprechender als je zuvor. In der Zwischenzeit erwirtschaftet Pfizer weiterhin einen starken Cashflow und zahlt eine hohe Dividende, die den Anlegern ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollte.

Sicher, es gibt Dinge, die nicht schön sind an Pfizer. Einige dieser Probleme werden wahrscheinlich sehr deutlich zu Tage treten, wenn das Unternehmen seine Zahlen für das zweite Quartal 2018 vorlegt. Aber ich denke, langfristig gibt es viel mehr positive für als negative Argumente gegen diese Aktie.

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Keith Speights besitzt Aktien von Pfizer. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.  

Dieser Artikel von Keith Speights erschien am 27.07.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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