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Warum die Daimler-Aktie in diesem Jahr um 19 % eingebrochen ist

Es ist bislang kein einfaches Jahr für alle Investoren von Daimler (WKN: 710000). Startete die Aktie noch auf einem Niveau von ca. 70,60 Euro ins neue Jahr 2018, finden wir das Papier derzeit bei lediglich 57,30 Euro (23.07.2018) wieder. Das ist immerhin ein Verlust von etwa 19 %.

Wer es einfach und oberflächlich halten möchte, kann natürlich einfach auf die Korrekturen der letzten Wochen und Monate verweisen. Gewiss haben auch diese dazu beigetragen, dass die Daimler-Aktie nun mit einem Discount von 19 % gehandelt wird.

Allerdings existieren bei näherer Betrachtung zudem so manche fundamentalen Gründe, die zum Einbrechen der Daimler-Aktie im ersten Halbjahr geführt haben könnten.

Der böse, böse Abgasskandal

Ein wichtiger Grund, weshalb die Daimler-Aktie in diesem Jahr noch nicht so recht in der Gunst der Anleger schwelgen konnte, hängt sicherlich mit dem Abgasskandal zusammen.

Wie im Juni dieses Jahres bekannt wurde, konnte sich Daimler nicht dem Verdacht der Manipulation von Abgaswerten entziehen und wurde in der Folge dazu verdonnert, deutschlandweit 238.000 Automobile zurückzurufen. Europaweit wurde von über 770.000 Fahrzeugen berichtet, die nachgebessert werden müssen.

Neben dem finanziellen Schaden, den ein solcher Rückruf mit sich bringt, dürften viele Investoren ebenfalls einen Reputationsschaden für die Marke Daimler fürchten. Denn Rückrufaktionen von einem solchen Ausmaß hinterlassen bei den Konsumenten zumeist auch immer einen faden Beigeschmack hinsichtlich der Qualität.

Trump und drohende Handelskriege

Erschwerend kommt hinzu, dass Trump derzeit auf Konfrontationskurs mit der seiner Ansicht nach ungerechten Weltwirtschaft ist. Neben den primär adressierten Konfliktparteien China und Europäische Union tauchten hierbei auch immer wieder die Namen größerer europäischer Automobilhersteller auf.

Allen voran mit von der Partie, wie könnte es auch anders sein, natürlich auch Daimler. Erst Anfang Juli nahm Trump Mercedes, die Kernmarke des Stuttgarter Automobilherstellers, wieder ins Visier, um die seiner Meinung nach grassierende Ungleichheit im globalen Handel anzuprangern. Deutschland würde seinen Mercedes in die USA schicken, jedoch könne die USA kaum eigene Fahrzeuge nach Deutschland absetzen, so sinngemäß der Vorwurf.

Auch dieses politische Dilemma überschattet daher seit Jahresbeginn die Aktie von Daimler. Einfuhrzölle und die Aussicht auf weitere Eskalationsstufen in den schwelenden Konflikten sind nun mal kein sonderlich fruchtbarer Boden für den zukünftigen Absatz von Daimler.

Angst vor nachlassendem Absatz

Ebenfalls besorgt könnte so mancher Anleger zudem über die generellen weltweiten Absatzprognosen sein. Einige Analysten rechnen nämlich derzeit damit, dass manche Regionen, wie beispielsweise die Vereinigten Staaten sowie das Vereinte Königreich, zumindest auf dem Absatz-Zenit angelangt sein könnten. Manche hätten diesen vielleicht sogar schon überschritten.

Daher könnten nicht nur die drohenden Handelskriege auf die Wachstumsbremse der Automobilhersteller drücken, sondern auch die globalen Marktverhältnisse innerhalb der Automobilbranche. Auch derartige Prognosen könnten folglich zumindest ein kleines Mosaik in einem größeren Problem-Gesamtbild darstellen.

Foolisher Schlussstrich

Wie wir nun also gesehen haben, gibt es gewiss einige Problembereiche, die für reichlich Skepsis in Bezug auf die Daimler-Aktie gesorgt haben. Sei es der Abgasskandal oder turbulente und ungewisse Marktbedingungen, die insgesamt zu keinen idealen Marktbedingungen für die Daimler-Aktie führten.

Im Umkehrschluss könnte das natürlich eine interessante, womöglich fundamental unterbewertete Gelegenheit mit mittlerem einstelligen KGV und hoher Dividendenrendite geschaffen haben. Trotzdem heißt es natürlich weiterhin Augen auf, was die besagten Problemfelder angeht. Sowie möglicherweise im Hinblick auf weitere wegweisende Zukunftsthemen wie die Elektromobilität und Mobilitätsdienstleistungen generell.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Daimler.