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So verlierst du beim Börsencrash Geld

Foto: Getty Images

Gestern habe ich euch geschrieben, dass ich mir über Marktcrashs Sorgen mache.

Das Lustige daran ist, dass ich seit dem Verfassen dieses Artikels nicht eine … nicht zwei … sondern drei Anzeigen für Aktienhandelssysteme auf YouTube gesehen habe.

Kein Witz.

In allen dreien war die Rede vom Aktienhandel mithilfe eines kurzfristigen Systems. Alle drei behaupteten, dass die in der Werbung dargestellte Person Millionen damit verdient hätte. Alle sagten, dass dies in nur wenigen Minuten pro Tag möglich sei.

Der Grund, warum ich das anspreche, ist, dass solche Werbungen eher dann auftauchen, wenn die Börse nahe eines Hochs ist.

Der Grund dafür ist einfach. Wenn es an der Börse gut läuft, bekommen immer mehr Leute das dumpfe Gefühl, dass sie etwas verpasst haben. Etwas Lebensveränderndes, etwas, das sie sehr wohlhabend hätte machen können.

Wenn sie eine Werbung für „den schnellen und einfachen Weg“ (aus einer der Anzeigen) sehen, um „ein erfolgreicher Trader zu werden“, dann stürzen sie sich darauf.

Die Vermarkter dieser Handelssysteme wissen das. Daher geben sie mehr Geld für Werbeflächen aus.

Ich sagte gestern, dass ich mir Sorgen wegen eines Crashs mache …

… doch das macht mir noch mehr Sorgen.

Marktbeobachter betrachten den Hype um Aktien oft als eines der Zeichen für eine Börsenspitze.

Aber was mich noch mehr beunruhigt sind Menschen, die alberne Dinge in einer Hausse tun, die sie viel Geld kosten werden. Von welchen „albernen“ Dingen spreche ich? Hier sind ein paar:

1. Daytrading. In einer Studie, die über 15 Jahre hinweg Handelsergebnisse untersuchte, schrieben die Forscher der University of California, dass „weniger als 1 % aller Tageshändler in der Lage ist, vorhersehbar und zuverlässig überdurchschnittlich hohe positive Erträge abzüglich aller Gebühren zu erzielen“. Ob Bullen- oder Bärenmarkt – Daytrading ist einfach keine gute Idee.

2. Zu viel Risiko. Daytrading allein ist schon schlimm genug, aber oft werden schon während Bullenmärkten Anfänger dazu verleitet, nur in die risikoreichsten Unternehmen zu investieren. Tatsächlich war eine der Dienstleistungen, die mir in der Werbung angeboten wurde, der Handel mit kleinen Biotech-Aktien. (The Motley Fool Deutschland hat kürzlich einen Sonderbericht über Biotech-Aktien veröffentlicht. Dabei handelt es sich aber nicht um Daytrading – das machen wir bei The Fool nicht! Wir haben uns auch nicht nur auf die risikoreichsten Biotechs beschränkt. Wir haben eine diversifizierte Gruppe von Aktien über mehrere Risikostufen hinweg identifiziert).

3. Mit Hebel handeln. Möglicherweise ist die schlimmste „Sünde“ von allen der Einsatz von Leverage (Fremdkapital) für Investitionen oder den Wertpapierhandel. Besonders spät in einer Hausse, und besonders, wenn man nicht sehr erfahren ist. Hebel werden oft gehyped, weil es deine Gewinne erhöhen kann. Aber weißt du was? Es wird auch deine Verluste erhöhen.

Wenn du eine Anleitung für den schnellen Verlust von viel Geld möchtest, wären diese drei Dinge ein sehr guter Start.

Wenn du dein Geld lieber behalten möchtest, dann solltest du diese drei Dinge tunlichst vermeiden.

Kenne ich das Geheimnis, wie man über Nacht Millionär wird?

Tut mir leid, das tue ich nicht.

Ich kenne auch keine Geheimnisse, wie man die Spitze des Marktes garantiert identifiziert. Oder wie man Aktien auswählt, die nie einbrechen werden.

Aber ich habe über viele Jahre hinweg investiert und mein Portfolio langfristig aufgebaut, indem ich hochwertige Unternehmen gekauft habe, die ihre Gewinne mit der Zeit steigern. The Motley Fool hat dasselbe getan – in den USA, in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Welt. Dieser Ansatz hat dazu geführt, dass in einem Fool-Service nach dem anderen marktbeherrschende Renditen erzielt wurden.

Es mag nicht so aufregend erscheinen wie der Gedanke, mittels Daytrading über Nacht Millionen zu machen. Aber ich wage zu behaupten, dass es realistischer ist. Zudem ist es die Art der Investition, die zum Erfolg von Starinvestoren wie Warren Buffett und Peter Lynch geführt hat.

Was ich damit sagen will …

Während die Hausse weiter voranschreitet, werden die Investoren in Versuchung geführt, Risiken einzugehen, die sie normalerweise nicht eingehen würden – wie Daytrading, übermäßige Risiken und den Einsatz von Hebeln.

Mein Vorschlag wäre: Gib der Versuchung nicht nach.

Die Investition in große Unternehmen zu attraktiven Kursen hat sich durch alle Marktzyklen hindurch bewährt. Ich denke, es wird weiterhin gut funktionieren, und zwar für jene Investoren, die bereit sind, realistisch und geduldig zu sein.

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