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Der nächste große Wettbewerber für Netflix

Foto: The Motley Fool.

Netflix (WKN:552484) setzt auf Indien und glaubt, dass es die nächsten 100 Millionen Abonnenten in der Region bekommen wird. Es überrascht daher nicht, dass Ted Sarandos, Chief Content Officer von Netflix, behauptet, Indien sei der größte Content-Markt des Unternehmens, da es dort mehr Shows in Auftrag gibt als anderswo auf der Welt.

Schließlich scheint sich das Unternehmen in Indien durchzusetzen; früher wurde es dafür kritisiert, dass es eine sehr kleine Content-Bibliothek zu Premium-Preisen im Vergleich zu den Konkurrenten angeboten hat. Den indischen Markt zu knacken wird jedoch für Netflix leichter gesagt als getan, da eine der größten Produktionfirmen Indiens – Eros International (WKN:A1W7D2) – sich nun entschieden hat, auch ins Streaming-Geschäft einzusteigen.

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Das neue Problem von Netflix

Eros ist ein 40 Jahre altes Produktionsunternehmen in Indiens Filmhauptstadt Mumbai. Die glorreiche Geschichte des Unternehmens bei der Produktion, dem Erwerb und dem Vertrieb von indischen Filmen hat dazu beigetragen, eine riesige Bibliothek mit lokalen Produktionen aufzubauen wodurch man Netflix in diesem Markt einen Schritt voraus ist. In der Tat hat die Bibliothek von Eros mit mehr als 11.000 Filmtiteln mehr lokale indische Inhalte als Netflix und Amazon zusammen.

Kein Wunder, denn Eros hat in den letzten fünf Jahren 30 % der in Indien veröffentlichten Filme produziert oder vertrieben. Das Unternehmen nutzt diese umfangreiche Content-Bibliothek nun zu seinem Vorteil mit der vor sechs Jahren eingeführten Video-Streaming-Plattform Eros Now. Die Strategie hat Wunder bewirkt: Eros Now hat eine beeindruckende Fan-Community, die weltweit 100 Millionen Abonnenten in 135 Ländern zählt.

Netflix hat im Vergleich dazu 117 Millionen Abonnenten in 190 Ländern, sodass Eros Now trotz des späteren Markteintritts, 15 Jahre nach der Gründung des amerikanischen Streaming-Giganten, beeindruckend groß ist. Eros plant nun, die Monetarisierung der Streaming-Plattform voranzutreiben. Das Unternehmen plant, die zahlende Kundenbasis bis März nächsten Jahres auf 16 Millionen zu verdoppeln und glaubt, dass die Produktion lokaler Inhalte dazu beitragen wird, dieses Ziel zu erreichen.

Eros Now wird 50 Mio. US-Dollar für die Produktion von eigenen Programmen ausgeben, darunter Kurzfilme und episodenbasierte Inhalte. Dies verblasst im Vergleich zu 8 Mrd. US-Dollar bei Netflix für dieses Jahr, von denen ein erheblicher Teil in Indien ausgegeben werden könnte, da das Unternehmen erklärt hat, dass es dort mehr Shows in Auftrag gibt als anderswo.

Eros Now hat jedoch jetzt schon einen doppelten Vorteil gegenüber Netflix und muss nicht viel Geld ausgeben, um die Aufmerksam auf sich zu ziehen.

Der Vorteil von Eros

Der erste Vorteil von Eros Now ist die umfangreiche und vielfältige Contentbibliothek. Von den 11.000 Filmen, an denen das Unternehmen die Rechte besitzt, sind nur 7 % in Fremdsprachen und die restlichen in Hindi oder anderen Regionalsprachen. In der Tat verfügt Eros Now über eine stark diversifizierte, mehrsprachige Content-Bibliothek, da 40 % der indischsprachigen Filme regionaler Natur sind.

Im Vergleich dazu sind drei Viertel des indischen Contents von Netflix auf Englisch, was Eros Now in eine starke Position bringt, um mehr Abonnenten zu gewinnen. Dies war entscheidend für das Wachstum von Eros Now in Indien und hat die Anzahl der zahlenden Kunden im letzten Geschäftsjahr um beachtliche 276 % auf 7,9 Millionen erhöht. Netflix hatte Ende 2017 etwas mehr als eine halbe Million zahlende Abonnenten im Land.

Die Preisgestaltung ist der zweitgrößte Vorteil für Eros Now. Die Plattform bietet den Nutzern kostenlosen Zugang zu Filmtrailern sowie einen unbegrenzten Musik- und Musikvideozugang im Rahmen der Basismitgliedschaft. Wenn man weniger als 1 US-Dollar im Monat ausgibt, kann man auf den Plus-Plan umsteigen und unbegrenzt Filme, Fernsehsendungen und Original-Kurzfilme genießen.

Schließlich bietet der Premium-Plan bei einem Preis von weniger als 1,50 US-Dollar pro Monat den Nutzern Zugriff auf das gesamte Angebot von Eros Now, einschließlich hochauflösender Filme, Serien und inklusive Offline-Wiedergabe. Andererseits kostet die günstigste Mitgliedschaft von Netflix in Indien etwas mehr als 7 US-Dollar pro Monat.

So hat Eros Now eine mehrgleisige Strategie entwickelt, um Abonnenten mit einer kostenlosen Mitgliedschaft in das Ökosystem des Unternehmens zu locken. Dies macht es einfacher, diese Nutzer in zahlende Abonnenten umzuwandeln, dank attraktiver Preise und reichlich Content. Netflix hat in beiderlei Hinsicht viel nachzuholen.

Angst, etwas zu verpassen

Laut einem Bericht von Ernst & Young wird sich das Online-Video-Streaming-Publikum in Indien in den nächsten drei Jahren auf 500 Millionen verdoppeln, während sich der Abonnementumsatz auf fast 300 Mio. US-Dollar fast verdreifachen wird. Doch Netflix hat sich in Indien nicht durchgesetzt, obwohl das Unternehmen seit mehr als zwei Jahren auf diesem Markt tätig ist.

Ein teures Angebot und mangelnde Inhalte haben Netflix gelähmt und die Probleme des Unternehmens nehmen von Tag zu Tag zu, da die lokalenUnternehmen an beiden Fronten aggressiver werden. Netflix läuft derzeit Gefahr, Indiens Online-Streaming-Revolution – und die damit verbundenen finanziellen Vorteile – gegen Unternehmen wie Eros zu verlieren, die ein besseres Verständnis der Zuschauerbasis haben.

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Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfasst und am 22.07.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

John Mackey, CEO von  Whole Foods Market, ist im Vorstand von Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon und Netflix.

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