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Was Dialog Semiconductor davon hätte, Synaptics zu schlucken

Foto: Getty Images

Was wollen die Power-Management-Spezialisten von Dialog Semiconductor (WKN:927200) eigentlich von einer Touchpad-Firma wie Synaptics (WKN:529873)? Bei vielen Beobachtern sind erst einmal Fragezeichen hochgepoppt, als bekannt wurde, dass die beiden fusionieren wollen. Bei genauerem Hinsehen könnte das allerdings durchaus Sinn ergeben.

Zwischen schrumpfenden Umsätzen und neuer Expansion

Während Dialog Sorgen wegen Apple (WKN:865985) hat und schon in den kommenden Quartalen mit schrumpfender Nachfrage ihres Hauptkunden rechnen muss, sind bei Synaptics bereits die Umsätze im Kerngeschäft weggebrochen – zumindest temporär.

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Als Reaktion suchen sie ihr Heil in neuen Geschäftsfeldern wie dem Internet der Dinge oder Infotainment-Systemen im Auto. Dazu haben sie kleinere und mittelgroße Übernahmen getätigt sowie auch die Forschungsausgaben signifikant erhöht. Dadurch ergeben sich zwar neue Wachstumspotenziale, aber zunächst lastet es auf der Profitabilität.

Beide sind derzeit nahezu unschlagbar günstig bewertet, wenn wir Kennzahlen wie das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) heranziehen. Wo bei Halbleiter-Konkurrenten ohne strukturelle Probleme derzeit zum Teil geradezu Phantasiepreise bezahlt werden, liegen die Bewertungen bei Dialog und Synaptics eher im Bereich von traditionellen Automobilzulieferern:

in Mrd. USD  Synaptics Dialog Semiconductor
Umsatz letzte 12 Monate 1,67 1,41
Eigenkapital zum 31.03. 0,70 1,37
Börsenwert 18.07. 1,68 1,37
KUV 1,01 0,97
KBV 2,40 1,00

Quelle: Morningstar, eigene Kalkulationen
Kann nun aus zwei Unternehmen, die sich ganz schön in der Defensive befinden, etwas Größeres entstehen? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir herausfinden, wo und wie die Kombination einen Mehrwert schaffen könnte.

Wo beide stärker werden

Bei genauerem Hinsehen findet sich eine ganze Reihe von Bereichen, wo die Technologie der beiden Halbleiter-Unternehmen sich ausgezeichnet ergänzen könnte:

  • Headsets: Beide haben Kopfhörer als aussichtsreiches Anwendungsfeld ausgemacht. Synaptics liefert fortgeschrittene Sound-Chips für moderne USB-C und kabellose Systeme, von Dialog kommen passende Chips für den sparsamen Stromverbrauch.
  • Haptics: Berührungsempfindliche Komponenten zur Touch-Steuerung oder Fingerabdruckerkennung ist das klassische Thema von Synaptics. Seit Kurzem hat sich auch Dialog mit Chips für die stromsparende Feinsteuerung der Vibrations-Rückmeldung in dieses Feld vorgewagt. Zusammen könnten sie perfekt abgestimmte Systeme liefern.
  • IoT: Vom Konsumenten-orientierten Internet der Dinge wollen beide profitieren. Synaptics bietet dafür seine führenden Audio-Chips zur Optimierung der Spracherkennung, welche die klassischen Nutzerschnittstellen Maus, Knöpfe und Touchscreens immer häufiger ersetzt. Dialog auf der anderen Seite hat energiesparende Bluetooth-Funkchips und Sensoren sowie komplette Entwicklungssysteme im Angebot.
  • Neue Anwendungsfelder: In diesem Zusammenhang wollen auch beide in Bereiche wie Automotive und Virtual Reality vorstoßen. Zusammen hätten sie sicherlich bessere Chancen, dort schneller Fuß zu fassen.
  • LED: Beleuchtung stellt für beide eine Diversifizierungschance dar. Synaptics hat Treiber für OLED-Displays im Programm und Dialog seine eigenen LED-Treiber 2017 mit LED-Hintergrundbeleuchtungstechnik von ams (WKN:A118Z8) ergänzt.

Für mich wirkt das recht aussichtsreich. Beide sind intensiv bestrebt, neue Geschäftsfelder aufzubauen, tun sich aber schwer dabei, eine kritische Größe zu erreichen. Das könnte sich mit vereinten Kräften auf einen Schlag ändern.

Offene Frage: der Preis

Unklar ist allerdings noch, zu welchen Konditionen solch ein Deal über die Bühne gehen könnte. Synaptics hat nach meiner Einschätzung kurz- bis mittelfristig die besseren Wachstumsaussichten, während Dialog viel profitabler ist und zudem schuldenfrei mit einer Menge Bargeld in der Kasse. Synaptics musste zuletzt Verluste verkraften und Dialog droht eine Schrumpfkur, wenn die absehbaren Ausfälle nicht schnell genug kompensiert werden können (was weiterhin unklar bleibt).

Sowohl vom aktuellen Finanz- und Wachstumsprofil als auch vom Technologieportfolio her wirkt das auf mich sehr komplementär, weshalb ich mir schon vorstellen könnte, dass eine Fusion für Aktionäre Mehrwert leisten könnte. Dazu muss Dialog die optisch etwas höher bewertete Synaptics aber ohne größere Übernahmeprämie bekommen.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Dialog Semiconductor. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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