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General Electric ist aus dem Dow geflogen – welche Aktie fliegt als nächstes?

Als Index dürfte in der Geschichte kein anderer so sagenumwoben sein wie der Dow Jones Industrial Average. Trotz seiner oft beschriebenen Mängel ist der 122 Jahre alte Dow älter als jeder andere US-Index, mit Ausnahme des Dow Jones Transportation Index, und die Wall Street und die Investoren erwarten von ihm nach wie vor einen Einblick in den Zustand des US-Aktienmarktes und der Wirtschaft allgemein.

Allerdings hat sich in den 122 Jahren recht viel im Dow getan. Seit der offiziellen Einführung am 26. Mai 1896 gab es mehr als 50 Änderungen im Index. Der ursprüngliche Dow enthielt sogar nur 12 Unternehmen. Später wurde der Index dann am 4. Oktober 1916 auf 20 Aktien und am 1. Oktober 1928 auf 30 Unternehmen erweitert. Einige dieser Änderungen kamen, weil ein Unternehmen den Dow verlassen hat und durch ein neues Unternehmen ersetzt wurde. Es gab aber auch Tage wie den 1. April 1901, als fast die Hälfte der im Dow gelisteten Unternehmen durch einen neuen Schub ersetzt wurden.

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Dow-Veteran General Electric ist nicht mehr dabei

Eine sichere Bank in all den Jahren war General Electric (WKN:851144). Der Mischkonzern GE gehörte zu den Gründungsmitgliedern von 12 Aktien am 26. Mai 1896 und war – auch wenn man in den ersten Jahren immer mal wieder rausflog – bis vor wenigen Wochen eine feste Größe im Index.

Aber dann entschied Mitte Juni das S&P Dow Jones Index-Komitee, das für die Überwachung der Dow-Komponenten verantwortlich ist und sicherstellt, dass sie die US-Wirtschaft widerspiegeln, dass es an der Zeit wäre, General Electric aus Amerikas bekanntestem Aktienindex zu bannen. Da der Dow eher ein preisgewichteter als ein marktkapitalgewichteter Index ist und die GE-Aktie in den letzten zwei Jahren mehr als 60 % ihres Wertes verloren hatte, war der Einfluss auf den Dow im Vergleich zu Boeing, das einen mehr als 25-mal höheren Aktienkurs als General Electric hatte, tatsächlich sehr gering.

Am 26. Juni 2018 war es dann offiziell: General Electric wurde aus dem Dow gelistet, und die Walgreens Boots Alliance wurde stattdessen in den renommierten Index aufgenommen.

Drei Aktien auf dem heißen Dow-Stuhl

Da also Veränderung immer mal wieder vorkommt, kann man sich fragen, welche Aktie wohl als nächstes über die Klippe springt. Für mich gibt es einen klaren Favoriten auf die zweifelhafte Ehre, sehe die Möglichkeit aber noch bei zwei weiteren Aktien.

Pfizer

Einerseits ist da der Big Pharma-Riese Pfizer (WKN:852009). Wenn man bedenkt, dass der Dow ein preisgewichteter Index ist, ist der aktuelle Aktienkurs von Pfizer mit knapp über 37 Dollar der niedrigste im Index. Traditionell macht sich das S&P Dow Jones Index-Komitee Sorgen, wenn der Abstand zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Aktienkurs über das Verhältnis 10:1 hinausgeht. Im Moment liegt der Abstand zwischen Boeing und Pfizer unter dieser Marke, aber er hat sich im vergangenen Jahr gefährlich erhöht.

Schlimmer noch als der relativ niedrige Kurs der Pfizer-Aktie ist, dass das Management des Unternehmens seit Jahren an seiner Unternehmensstrategie festhält. Vor einigen Jahren war man überzeugt, dass das Unternehmen sein etabliertes Arzneimittelgeschäft (d.h. Medikamente, wo das Patent ausgelaufen ist oder auszulaufen droht) ausgliedern könnte, was nie der Fall war. Dann, erst vergangene Woche, verkündete Pfizer die Absicht, sich in drei getrennte Geschäftsbereiche umzuwandeln: „Innovative Medicines“ für Biosimilars und eine neue Geschäftseinheit für Krankenhäuser, „Established Medicines“ und „Consumer Healthcare. Dies ist dann derselbe Geschäftsbereich Consumer Healthcare, den Pfizer seit Monaten (erfolglos) zu verkaufen versucht.

Da Pfizer eine Abspaltung einer seiner Sparten oder den Verkauf seiner Sparte Consumer Healthcare nicht vollständig ausgeschlossen hat, könnte Pfizer als nächstes rausfliegen – vor allem, weil Merck auch die Pharmaindustrie im Dow vertritt.

American Express

An zweiter Stelle und mit ähnlicher Wahrscheinlichkeit sehe ich das Kreditkartenunternehmen American Express (WKN:850226). Trotz fast 36 Jahren „Amtszeit“ im Dow und einem gesunden Aktienkurs von 101 Dollar gibt es immer noch Grund zu der Annahme, dass American Express nicht mehr lange dabei sein könnte.

Wir dürfen nicht vergessen, dass das S&P Dow Jones Indeces-Komitee nur 30 freie Plätze zu vergeben hat, um die amerikanische Wirtschaft so gut wie möglich abzubilden. Wenn American Express das einzige Zahlungsdienstleistungsunternehmen im Dow wäre, wäre alles paletti. Aber im September 2013 wurde Visa (WKN:A0NC7B) in den Dow mitaufgenommen, was zu einer gewissen Redundanz im Index führte. Gut, American Express als Kreditgeber und Zahlungsdienstleister, Visa hingegen ausschließlich Zahlungsdienstleister. Trotzdem sind das sehr ähnliche Unternehmen.

Aber hier ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: der Marktanteil. Auch wenn der Dow 30 multinationale Unternehmen repräsentiert, ist das ultimative Ziel des Komitees, die bestmögliche Momentaufnahme der US-Börse und der wirtschaftlichen Realität zu erhalten. Laut WalletHub hielt Visa im Jahr 2016 in den USA einen Marktanteil von 50,6 %, während American Express mit nur 22,9 % auf Platz zwei lag. Visa hatte auch mehr Kreditkarten in den USA im Umlauf als die Wettbewerber MasterCard, Discover Financial Services und American Express zusammen.

AmEx könnte sich schon bald nicht mehr im Dow befinden, sollte man sich ein weiteres operatives Missgeschick leisten, so wie vor ein paar Jahren, als man sich von Costco trennte.

DowDuPont

Kommen wir nun zu einer Aktie im Dow, die scheinbar die Nase vorn hat, wenn es darum geht, nicht länger gelistet zu werden. Die Rede ist vom Chemikalienriese DowDuPont (WKN:A2DN8H), der vor kurzem eine Fusion zwischen Dow Chemical und dem lange im Dow gelisteten Unternehmen DuPont abschloss.

Trotz eines relativ hohen Aktienkurses von 66 Dollar sprechen zwei Fakten gegen DowDuPont.

Zunächst möchte ich auf die Kommentare von David Blitzer, dem Geschäftsführer und Vorsitzenden des Indexkomitees von S&P Dow Jones Indeces, eingehen. Blitzer sagte nach dem Rauswurf von GE: „Die US-Wirtschaft hat sich verändert: Verbraucher-, Finanz-, Gesundheits- und Technologieunternehmen sind heute stärker vertreten, und die relative Bedeutung von Industrieunternehmen ist geringer.“ DowDuPont passt in keine dieser vier genannten Kategorien und gehört damit zu jenen Branchen, auf die das Komitee weniger Wert zu legen scheint.

Wichtiger noch ist, dass DowDuPont sich bis zum Ende des ersten Halbjahres 2019 in drei separate Unternehmen aufteilen will. Diese drei Unternehmen werden sich auf die drei Kernbereiche von DowDuPont konzentrieren: Materialwissenschaften (auch bekannt als „Dow“), Landwirtschaft (bekannt als „Corteva Agriscience“) und Spezialprodukte (bekannt als „DuPont“). Wenn diese Ausgliederungen stattfinden, werden der Aktienkurs und die allgemeine Bedeutung von DowDuPont abnehmen. Das dürfte meiner Vermutung nach spätestens im Herbst 2019, wenn nicht sogar früher, passieren.

Und jetzt? Abwarten, Tee trinken und schauen, ob sich diese Prognosen tatsächlich bewahrheiten.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Visa und empfiehlt Aktien von Costco Wholesale.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 16.7.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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