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Warum dieses chinesische Unternehmen Batterien für Elektroautos in Deutschland bauen wird

Während Tesla (WKN: A1CX3T) noch an einem Vertrag zum Bau von Elektroautos in China arbeitet, hat ein chinesischer Hersteller von Elektroautobatterien angekündigt, eine Batteriefabrik in Deutschland zu bauen. Und mindestens ein deutscher Autohersteller hat bereits erklärt, die in dieser Fabrik hergestellten Produkte kaufen zu wollen.

Der chinesische Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology Ltd., besser bekannt als CATL, kündigte an, in Deutschland eine Fabrik zur Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge zu bauen. Die Nachricht folgt einer weiteren zugehörigen Ankündigung, in welcher die BMW AG (WKN: 519000) bestätigt hat, einen Großauftrag zum Kauf von Batterien von CATL unterzeichnet zu haben.

Es wird erwartet, dass ein großer Teil dieser Batterien für BMW aus eben dieser neuen Fabrik in Deutschland kommen wird. Hier erfährst du alles, was wir darüber wissen.

Über den Plan von CATL, eine deutsche Fabrik zu bauen

Die Vereinbarung, die am Montag vom chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang und Beamten in Thüringen unterzeichnet wurde, verpflichtet CATL zum Bau einer Batteriefabrik, die bis 2022 auf eine jährliche Kapazität von 14 Gigawattstunden (GWh) ausgebaut wird. Die Fabrik soll in der thüringischen Hauptstadt Erfurt errichtet werden.

Die Fabrik von CATL soll schrittweise ausgebaut werden, wobei die Produktionskapazität mit jeder Phase zunehmen wird. CATL wird rund 280 Millionen Dollar für den Bau der ersten Stufe ausgeben. Nach Fertigstellung wird die Fabrik etwa 600 Arbeiter beschäftigen.

CATL-Vorsitzender Robin Zeng sagte gegenüber Reuters, dass das Unternehmen hofft, Batterien an alle europäischen Autohersteller liefern zu können. Er führte aus, dass wenn die erste Fabrik in Thüringen erfolgreich sei, das Unternehmen den Bau weiterer Batteriefabriken in Europa in Erwägung ziehen würde.

Viele der Batterien aus der neuen Fabrik werden an BMW gehen

In einer separaten Vereinbarung, die erst kürzlich bekannt gegeben wurde, hat BMW zugestimmt, Batteriezellen von CATL im Wert von 4 Milliarden EUR zu kaufen. Davon werden rund 1,5 Milliarden EUR nach Inbetriebnahme aus dem neuen Werk in Erfurt kommen; der Rest wird aus bestehenden CATL-Fabriken in China importiert.

BMW hinkt seinen Hauptkonkurrenten mit der Einführung von elektrischer Antriebstechnologie hinterher. Das Unternehmen plant, erst im nächsten Jahr eine elektrische Version seines kleinen Mini Cooper auf den Markt zu bringen, gefolgt von einer vollelektrischen Variante seines großen X3-SUV im Jahr 2020. Ein Sedan, welcher als technologisches Vorzeigeprodukt angedacht ist, wird etwa 2021 folgen; intern bezeichnen BMW-Führungskräfte dieses Fahrzeug als iNEXT.

BMW schließt sich als CATL-Kunde seiner Konkurrenz, der Volkswagen AG (WKN: 766403) an. VW wird in den nächsten Jahren mehrere elektrische Fahrzeuge auf den Markt bringen, und hat mit CATL und zwei seiner koreanischen Konkurrenten, LG Chem (WKN: 650109) und Samsung SDI  (WKN: 923086), Batterieverträge im Gesamtwert von rund 25 Milliarden USD abgeschlossen. Ein weiterer BMW-Konkurrent, die Mercedes-Benz Mutter Daimler AG (WKN: 710000), sagte, dass sie in Verhandlungen mit CATL über den Kauf von Batterien aus dem Werk in Erfurt stehe.

Fazit: Es ist (noch) keine Gigafactory, aber es ist wichtig

Wenn sie vielleicht eines Tages fertig ist, wird Teslas Gigafactory in Nevada jährlich Batterien im Wert von 150 GWh produzieren. Ähnlich wie CATLs geplante Fabrik in Deutschland wird auch die Gigafactory in Etappen gebaut. Man rechnet damit, dass dort dieses Jahr rund 35 GWh an Batteriezellen produziert werden.

Die neue CATL-Fabrik wird also nicht annähernd so groß sein, aber das muss sie auch nicht. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Produktionsleistung der deutschen Autohersteller mit elektrischen Langstreckenfahrzeugen mit der von Tesla mithalten kann. Wenn diese neue Fabrik ausgelastet wird, kann man davon ausgehen, dass CATL aggressiv vorgehen und mehr Fabriken in Europa bauen wird.

Für CATL ist diese Fabrik ein guter und sinnvoller Schritt. CATL ist damit gut positioniert, um mit VW, BMW und Daimler langfristig sowie nicht nur in Europa ins Geschäft zu kommen: Alle drei Automobilhersteller bauen Fahrzeuge auch in China.

CATL ging erst im letzten Monat an die Börse, wird derzeit nur in Shenzhen gehandelt und ist derzeit noch kein großes Unternehmen. Anleger die jedoch von dem erwarteten Aufschwung der Elektromobilität profitieren möchten, würden gut daran tun, diese Aktie im Auge zu behalten.

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John Rosevear besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 10.7.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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