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Meine Top-Aktie im Juli

Welche Aktie sollte man jetzt kaufen? Keine einfache Frage. Schließlich gibt es einige großartige Aktien am Markt. Manche sind unterbewertet und dürften deshalb nicht allzu lange auf diesem Niveau verweilen.

Manche steigen ohne jedes Anzeichen einer Verlangsamung. Andere wiederum sind einfach phantastische Unternehmen, an denen man langfristig beteiligt sein sollte.

Ich denke, dass Alphabet (WKN:A14Y6F) in die letzte Kategorie fällt. Nach Abwägung aller Faktoren habe ich mich entschieden, Googles Mutterkonzern als Top-Aktie für den Monat Juli auszuwählen.

Im Folgenden erfährst du, warum ich das so sehe.

Das Kerngeschäft ist eine Cash-Cow

Cash ist King, in mehrerlei Hinsicht. Wenn ein Unternehmen keine hohen Cashflows generiert, kann es passieren, dass das Geld für notwendige Investitionen in die Zukunft des Unternehmens fehlt. Oder es muss sich so viel Geld dafür leihen, dass die Schulden Probleme machen könnten.

Verfügt ein Unternehmen hingegen über solide Cashflows, kann das Geld investiert werden und so zu schnellerem Wachstum führen. Oder die Anleger kommen in den Genuss von Aktienrückkäufen und steigenden Dividenden.

In den letzten 12 Monaten stieg der Free Cashflow von Alphabet über die 20 Milliarden Dollar Marke. Am Ende des ersten Quartals betrug der Cashbestand fast 103 Milliarden US-Dollar.

Alphabets Kerngeschäft ist also ohne Frage ein Cash-Cow. Und das Kerngeschäft heißt Werbung! Über 85 % der Umsätze kommen von Kunden, die für Werbung bezahlen. Vieles davon wird von Alphabets eigenen Websites, wie der Suchmaschine, Google Maps, Gmail und YouTube generiert.

Auch am wachsenden Netzwerk von Drittanbietern, die Googles Werbeprogramm nutzen, um Werbung auf ihren Websites zu schalten, verdient das Unternehmen prächtig.

Bisher hat das Unternehmen seine Gewinne reinvestiert und Aktien zurückgekauft, anstatt eine Dividende auszuschütten. Im letzten Jahr hat Alphabet über 16,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert, das sind knapp 15 % des Gesamtumsatzes.

Gleichzeitig hat man fast 5,2 Milliarden eigene Aktien zurückgekauft.

Alphabet verfügt über einen tiefen Burggraben

Natürlich gibt es auch Unternehmen, die mal Cash-Cows waren, diese Bezeichnung inzwischen aber nicht mehr verdienen. Aufgrund des tiefen Burggrabens glaube ich allerdings, dass Alphabet dieses Schicksal nicht ereilen wird, zumindest nicht in naher Zukunft.

Im Mittelalter waren die Schlösser und Burgen oft von Wassergräben umgeben, um sie vor angreifenden Feinden zu schützen. Verfügt auch Alphabet über einen solchen, natürlich sprichwörtlichen, Burggraben? Ich sage ja! Und zwar in Form einiger Wettbewerbsvorteile.

Bedenke: Das Wort Google wird inzwischen sogar als Verb eingesetzt. Wenn du etwas im Internet suchst, dann googelst du es! Nehmen wir einmal an, jemand gibt dir eine Milliarde Dollar, um damit ein neues Unternehmen zu gründen. Würdest du eine neue Suchmaschine entwickeln? Wohl eher nicht, außer du möchtest das Geld einfach zum Fenster hinaus werfen!

Google ist einfach zu dominant! Sicher, Microsoft hat mit seiner Suchmaschine Bing vor einigen Jahren gewisse Erfolge erzielt. Bings Aufstieg ging allerdings zu Lasten anderer Suchmaschinen und nicht zu Lasten von Google.

Auch der Netzwerkeffekt arbeitet für Alphabet. Je mehr Menschen die Produkte von Alphabet nutzen, desto wertvoller wird das Netzwerk. Denn ein großes, starkes Netzwerk sorgt dafür, dass sich immer Menschen diesem Netzwerk anschließen. Und das macht das Netzwerk noch wertvoller und… du weißt, worauf ich hinaus möchte!

Bestens aufgestellt, um neue Märkte zu erobern

Allerdings wäre die Alphabet-Aktie nicht meine Top-Aktie im Juli, wenn sie nur über diese defensiven Qualitäten verfügen würde. Glücklicherweise steckt in Alphabet wegen seiner zahlreichen Aktivitäten in Wachstumsmärkten jede Menge Potential. Ich denke, dass der Google-Konzern in einigen davon einer der großen Gewinner sein könnte.

Ganz oben stehen die selbstfahrenden Autos. Die Alphabet-Tochter Waymo ist führend was die Technologie für selbstfahrende Autos betrifft. Ein Morgan Stanley-Analyst glaubt sogar, dass alleine Waymo 70 Milliarden US-Dollar wert ist.

Auch im Cloud-Geschäft mischt Alphabet kräftig mit. Das Unternehmen bietet seine Dienstleistungen in diesem Bereich günstiger an als die Hauptkonkurrenten. Zusätzlich erhöht Alphabet die Sicherheit und liefert schnellere Prozesse.

Auch im Gesundheitssektor könnte das Unternehmen bemerkenswerte Erfolge erzielen. Alphabet-Tochter Verily arbeitet mit mehreren großen Partner zusammen, um unter anderen Miniatur-Glukose-Monitore, Kontaktlinsen, die den Glukosegehalt ermitteln können, künstliche Intelligenz zur Früherkennung von Augenkrankheiten, chirurgische Robotersysteme und molekulare Karten für entzündliche Krankheiten zu entwickeln.

Und das ist nur ein Teil von Verilys Produktpipeline!

Warum soll man die Alphabet-Aktie gerade im Juli kaufen?

Könnte der Aktienmarkt in den nächsten Monaten einbrechen und uns so bessere Kaufgelegenheiten für die Alphabet-Aktie bescheren, als das zum heutigen Preis der Fall ist?

Vielleicht. Wie auch immer, es gibt keine Garantie dafür, dass dieser Fall tatsächlich eintritt, trotz der aktuellen Spannungen in den weltweiten Handelsbeziehungen.

Es gibt ein altes Investment-Sprichwort: Die Märkte klettern an einer Wand aus Sorgen nach oben. So könnte es also durchaus sein, dass die Börsen bis zum Jahresende weiter steigen.

Es gibt nichts Besonderes im Juli und genau das macht ihn zum perfekten Monat, um die Alphabet-Aktie zu kaufen. Für mich gilt ohnehin: Jeder Zeitpunkt ist ein guter Zeitpunkt, um sich die Alphabet-Aktie ins Depot zu legen!

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten ist Mitarbeiterin von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Eigentum von Microsoft.

Keith Speights besitzt Aktien von Alphabet (A-Aktien). The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A- und C-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 05.07.2018 auf Fool.com veröffentlicht.  Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.