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Die 3 einzigen Möglichkeiten überdurchschnittliche Renditen zu generieren

Foto: Getty Images

Die meisten Investoren würden gerne überdurchschnittliche Renditen erzielen. Leider sagt die Mathematik, dass das nicht geht – es können nicht 100 % aller Investoren zu den besten 50 % gehören.

Aber es gibt Möglichkeiten für den Einzelnen, das zu erreichen. Und zwar genau die folgenden drei:

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1. Möglichkeit: Durch einen Informationsvorsprung

Ende Juni konnte man die Aktie des Fußballclubs Juventus Turin für 0,66 Euro kaufen. Am 10. Juli wechselte sie für 0,90 Euro den Besitzer. Das entspricht einem nicht so schlechten Plus von 36 % in ein paar Tagen. Was dazwischen lag war der Wechsel des seit Jahren vermeintlich besten Fußballers der Welt, Christiano Ronaldo, von Real Madrid zu Juventus.

Offensichtlich war dieser der Grund für den aktuellen Optimismus bei der Aktie. Wer nun schon ein paar Tage vor der offiziellen Bekanntgabe des Wechsels davon wusste, der hätte demnach ordentlich von dieser Information profitieren können. Im Zeitalter des Internets und der Künstlichen Intelligenz ist es jedoch praktisch unmöglich für uns private Anleger, einen Wissensvorsprung gegenüber anderen besonders aufzubauen.

Es sei denn, man ist bei einem Unternehmen beschäftigt und erhält kursrelevante Informationen bevor sie öffentlich werden. Oder, um beim obigen Beispiel zu bleiben: Man ist zufällig der beste Kumpel von Christiano Ronaldo und wusste schon vorher von seinem Vorhaben.

Nur bewegt man sich auf sehr dünnem Eis, wenn man auf Basis solcher Informationen handelt, dies ist nämlich illegal. Also ist es nicht zu empfehlen.

2. Möglichkeit: Durch andere Interpretation derselben Informationen

Bleiben wir der Einfachheit halber bei obigem Beispiel, auch wenn ich Fußballclubs nicht als die unbedingt besten Investitionsobjekte betrachte. Der Markt findet ganz offensichtlich, dass Juventus Turin mit einem Christiano Ronaldo mehr wert ist als vorher – unter anderem sprechen dafür eventuell deutlich höhere Sponsoring-, Ticketing-, und Merchandising-Einnahmen.

Das könnte man aber auch anders sehen. Immerhin ist Ronaldo 33 Jahre alt und dürfte die Blüte seiner Schaffenszeit hinter sich haben. Dazu kommt, dass Juventus gerade seinen zwar auch in die Jahre gekommenen, aber immer noch Weltklasse-Torhüter Buffon an Paris verkaufte. Der Club könnte dadurch kurz- bis mittelfristig einen erheblichen Verlust in der sportlichen Substanz erleiden, die ihn weniger wettbewerbsfähig macht und so die kurzfristig erwarteten Mehreinnahmen langfristig mehr als kompensieren.

Diese Meinung würde ganz offensichtlich dieselben Informationen anders interpretieren als der große Rest des Marktes. Entsprechend würde man sich positionieren und könnte davon profitieren.

Ein anderes, besser nachzuvollziehendes Beispiel ist die aktuelle Entwicklung in der Autoindustrie. Gemessen an ihren Kurs-Gewinn-Verhältnissen sind die deutschen Autobauer allesamt im Vergleich zum Rest des Marktes saugünstig bewertet. Der Markt erwartet offensichtlich, dass diese Unternehmen in der Zukunft weniger Gewinne einfahren werden. Gründe für diese Einschätzung findet man genug, immerhin steht die Industrie vor mehreren hochgradig relevanten technologischen Veränderungen (Elektromobilität, autonomes Fahren, Carsharing, um nur drei zu nennen).

Man könnte sich allerdings auch auf der Gegenseite positionieren, weil man zum Beispiel nicht glaubt, dass in der Zukunft weniger Fahrzeuge von einem bestimmten Hersteller nachgefragt werden und weil dieser eventuell auch durch Kooperationen oder Eigenentwicklungen mit die besten Lösungen in der Zukunft anbieten wird. Wer die aktuelle Lage so interpretiert, der steht heute eventuell vor einer einzigartigen Investitionschance.

3. Möglichkeit: Durch einen längeren Zeithorizont

Die durchschnittliche Haltedauer von Aktien ist in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurückgegangen – betrug sie einmal mehrere Jahre, sind es jetzt nur noch Tage oder sogar weniger. Das meiste Kapital an der Börse ist folglich damit beschäftigt, ständig rein und wieder rauszugehen.

Man kann sich also alleine dadurch von der Masse differenzieren, indem man einfach mit einem längeren Zeithorizont investiert. Das hat nebenbei auch noch den schönen Effekt, dass man dadurch seine Gewinnchancen maximiert, zumindest wenn man die Daten aus 143 Jahren US-Aktienmarkt heranzieht, wie man in der folgenden Grafik sieht.

Datenquelle: Robert Shiller und Fool.com

Historisch gesehen gleicht ein Zeithorizont von nur einem Tag an der Börse praktisch einem Münzwurf, in nur 52 % der Fälle erzielte man eine positive Rendite. Hält man Aktien hingegen mindestens fünf Jahre, erzielt man schon in vier von fünf Fällen eine positive Rendite. Bei einem Zeithorizont von 20 Jahren hat man bisher sogar ausnahmslos immer eine positive Rendite erzielt.

Keiner der Wege ist einfach

Der erste Weg hin zu überdurchschnittlichen Renditen ist für uns Privatanleger fast ausgeschlossen. Der zweite Weg ist dafür realistischer, erfordert jedoch eine überdurchschnittliche Gabe, nicht nur anders zu denken als die Masse, sondern dabei gleichzeitig auch noch öfter Recht zu haben.

Der dritte Weg ist der vermeintlich einfachste. Allerdings erfordert dieser auch eine hohe Leidensfähigkeit, denn die Renditen am Aktienmarkt kommen nicht geradlinig. Je länger man investiert ist, desto wahrscheinlicher muss man auch mit einem temporären Absturz rechnen. Damit muss man emotional zurechtkommen, was den meisten Leuten oft leider nicht gelingt, weil man auch dabei anders handeln muss als der Rest des Marktes (man muss halten oder kaufen, wenn alle anderen panisch verkaufen). Das kann Unbehagen hervorrufen.

Wer jedoch bereit ist, diesen Preis zu zahlen, der hat hervorragende Chancen, dafür belohnt zu werden.







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Bernd Schmid besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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