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Da stimmt was nicht: Verdächtig hohe Aktienrückkäufe am US-Aktienmarkt

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Aktienrückkäufe sind aktuell der größte positive Treiber der Börsen, insbesondere in den USA. Normalerweise ist das eine gute Sache, aber mich macht das misstrauisch.

Die Zahlen sind überwältigend

„Das Einzige, was die Aktienmärkte jetzt noch über Wasser hält, sind Aktienrückkaufprogramme.“ (CNBC, 2. Juli)

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Über diese These wird in diesen Tagen diskutiert. Im gerade beendeten zweiten Quartal haben US-Unternehmen schier unglaubliche 434 Mrd. US-Dollar an Rückkäufen angekündigt. Das ist nochmal fast doppelt so viel als im Vorquartal.

Während sich bei uns gerade die Allianz (WKN:840400) und Novartis (WKN:904278) hervortun, gehören in den USA Nike (WKN:866993) und Apple (WKN:865985) zu den großen Akteuren bei diesem Spiel. Sie allein geben jeweils Milliarden heraus. Schon im März hat die Bank J.P. Morgan prognostiziert, dass 2018 mindestens 800 Mrd. US-Dollar an Rückkäufen genehmigt werden, ein Anstieg von stolzen 51 % gegenüber 2017.

Die Gründe

Ein guter Teil davon ist auf die Unternehmenssteuerreform zurückzuführen, die seit Anfang des Jahres in Kraft ist. Die geringere Belastung reduziert die Geldabflüsse, welche folglich bevorzugt von der Staatskasse in Aktionärshände umgeleitet werden. Zudem transferieren nun viele Konzerne ihre im Ausland gehorteten Vermögen zurück in die USA, was zuvor mit hohen Kosten verbunden gewesen wäre.

Grundsätzlich könnten die Unternehmen auch etwas anderes mit diesen Geldmitteln anstellen. Zu den Alternativen gehören Übernahmen, Schuldentilgung, Investitionen oder Sonderdividenden. Einiges davon wird auch gemacht, aber nichts ist beliebter als eigene Aktien zurückzukaufen.

Wo ich ein Problem sehe

Nun muss man sich allerdings fragen, wie sinnvoll das ist. Schließlich befinden sich gerade die US-Börsen weiterhin nahe ihrer Allzeithochs. Dass unter diesen Bedingungen ein wertschöpfender Schnäppchenpreis erzielbar ist, wirkt unwahrscheinlich. Der Verringerung der Aktienanzahl steht somit eine erhebliche Reduktion der Substanz gegenüber. Nur wenn die erhoffte Steigerung der Eigenkapitalrendite durch den Kredithebeleffekt tatsächlich eintritt, lohnt sich die Maßnahme langfristig für die treuen Aktionäre.

Zwei andere Gruppen profitieren hingegen direkt von der Kursstützung. Zum einen das Top-Management, insofern dessen variables Gehalt von der Aktienkursentwicklung abhängt. Zum anderen die verkaufswilligen Aktionäre. Es sind diese, über denen das Füllhorn ausgeschüttet wird. Darunter sind auch institutionelle Anleger wie Fonds.

Wenn man sich jetzt noch überlegt, dass Fondsmanager und Unternehmenslenker regelmäßig ihre Köpfe zusammenstecken, dann drängt sich bei mir ein Gedanke auf: Dienen die aufgeblasenen Rückkaufprogramme auch dazu, dass Fonds zu guten Preisen ihre Portfolios bereinigen können? Klar ist jedenfalls, dass bei jedem Aktienrückkauf eines Konzerns auf der anderen Seite ein Verkäufer steht. „Investoren sagen Verkaufen. Unternehmen sagen Kaufen.“ titelte kürzlich der Institutional Investor dazu.

Wird der nächste Crash also nur noch am seidenen Faden zurückgehalten? Nicht unbedingt, aber wenn eines deiner Portfoliounternehmen kürzlich eine Verdoppelung der Rückkäufe angekündigt hat, dann solltest du dies vielleicht etwas genauer hinterfragen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Nike. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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