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In das Internet der Dinge investieren: Ein Leitfaden für Anfänger

Das Internet ist mehr als eine Sammlung von Websites und Blogs, die man mit einem Computer, einem Tablet oder einem Smartphone aufrufen kann. Es ist das digitale Gewebe, das diese Seiten miteinander verbindet und es jedem ermöglicht, fast überall darauf zuzugreifen.

Das Internet der Dinge (engl.: Internet of Things = IoT) hebt das alles auf ein komplett neues Niveau. Es handelt sich nicht um eine Sammlung von Websites, sondern um Millionen von Geräten, die mit dem Internet verbunden sind, um Daten zu sammeln, die Nutzung und Funktionsweise zu beobachten und Systeme und Prozesse zu automatisieren.

Eine IoT-verbundene intelligente Türklingel sendet dir eine SMS, wenn sich jemand der Tür nähert, während ein IoT-verbundener Thermostat die Temperatur in deinem Haus steuert. Deine IoT-Uhr kann deinen Gesundheitszustand überwachen, und ein IoT-Kühlschrank sagt dir, dass die Milch sauer geworden ist, bestellt neue Milch nach und kann noch vieles mehr.

Was ist ein intelligentes Gerät?

Ein IoT-Gerät kann fast alles sein, wenn es richtig ausgestattet ist, und der Funktionsumfang für sogenannte “intelligente” Geräte kann sehr unterschiedlich sein. Intelligente Geräte sind solche, die einfache Befehle verstehen oder bestimmte Programme ausführen können.

Ein Smartphone ist ein fortschrittliches Beispiel für ein intelligentes Gerät. Dein Apple (WKN:865985) iPhone oder das Google Android-Handy von Alphabet (WKN:A14Y6H) (WKN:A14Y6F) ist viel näher an einem Computer als beispielsweise eine “intelligente” Leuchte, die ihre eigenen Ersatzlampen bestellen kann.

Per loser Definition ist jedes Gerät mit einer Internetverbindung, das etwas tut — wie z. B. Daten sammeln und weiterleiten — ein “intelligentes” Gerät. Wenn sich dein Ofen selbst ausschalten kann, nachdem du ihm einen Befehl über das Internet gesendet hast, ist es ein intelligentes Gerät. Dasselbe gilt für die Milliarden (genaue Zahlen sind schwer zu bestimmen) anderer verbundener Geräte.

Wie groß ist das Internet der Dinge?

Bis 2020 wird es schätzungsweise 20 Mrd. IoT-Geräte geben. Die Ausgaben für das IoT sind stetig gestiegen. Im Jahr 2009 betrug der Umsatz des IoT etwa 18 Mrd. US-Dollar, im Jahr 2017 wuchs dieser Wert auf 1,1 Billionen US-Dollar, und die Ausgaben werden bis 2019 voraussichtlich 1,71 Billionen US-Dollar erreichen.

Das ist eindeutig ein expandierender Bereich, der den Investoren viele Möglichkeiten bietet. Die Verbraucher haben IoT-Geräte wie Amazons (WKN:906866) Sprachassistent/Lautsprecher Echo mit der künstlichen Intelligenz Alexa mit offenen Armen empfangen. Hierbei handelt es sich um ein ausgeklügeltes Gerät, das theoretisch als Drehscheibe (Hub) für ein voll vernetztes Zuhause dienen könnte.

Man kann, wenn man will, mittels Alexa – bzw. intelligenter Lautsprecher – die Beleuchtung, die Haushaltsgeräte, die Haussicherheit und den Zugang zum Haus steuern. Was jedoch nicht bekannt ist — und das ist bei der Vorhersage der Zukunft des IoT die große Preisfrage — ist, wofür es die Leute benutzen werden. Einige nutzen es natürlich bereits als Smart-Home-Hub, andere nutzen es, um nach dem Wetter zu fragen oder einen Song abzuspielen.

Obwohl man den vollen Umfang der Anwendungen noch nicht sehen kann, ist klar, dass die Verbraucher diese Geräte kaufen. Laut einer Coldwell-Banker-Studie, über die CNBC im Jahr 2016 berichtete, besitzt mehr als ein Viertel aller Konsumenten ein Smart-Home-Gerät. Dieser Wert hat sich seitdem sicherlich erhöht.

Was ist ein intelligentes Zuhause/Smart Home?

Im Wesentlichen ist ein Smart Home ein Heim, das mit vernetzten Geräten ausgestattet ist — ein Heim, in dem IoT-Geräte die Automatisierung von Funktionen ermöglichen, die früher manuell gesteuert werden mussten. Das fängt bei einfachen Anwendungen an wie eine Tür ferngesteuert zu entriegeln oder ein paar Lampen einzuschalten. Es geht auch viel komplizierter — mit intelligenten Versionen von so ziemlich jedem verfügbaren Haushaltsgerät.

Man kann alles über ein Smartphone, einen Laptop oder Computer oder über ein Gerät wie Amazons Echo, Alphabets Google Home oder Apples HomePod steuern. Aber es ist wahrscheinlich, dass Smart Homes durch eine Kombination aus einem In-Home-Hub (wie den drei zuvor genannten) und einer Smartphone- oder Computer-basierten Schnittstelle gesteuert werden.

Immer mehr Alltagsgeräte werden zu intelligenten Geräten. Die Verbraucher können jetzt einen Ofen kaufen, der so programmiert werden kann, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt vorheizt. Es gibt auch intelligente Toiletten, die die Temperatur anpassen und gleichzeitig ein individuelles Set von “persönlichen Wäschen” anbietet. Smart kann eigentlich jedes Gerät werden — es gibt bereits intelligente Staubsauger und Mülltonnen auf dem Markt.

Welche Investitionsmöglichkeiten bietet das IoT?

Das IoT arbeitet hinter den Kulissen in unzähligen Bereichen. Die Palette der verbundenen Geräte reicht von relativ einfachen Aufgaben wie einer Lampenfassung, die den Besitzer warnen kann, wenn bald eine Ersatzlampe benötigt wird, bis hin zu einem Hightech-Medizinprodukt, das seine eigenen Reparaturen anordnen kann.

Theoretisch gibt es sehr wenig, was verbundene Geräte nicht können. IoT-fähige Sensoren können den Verkehr in einer Stadt beobachten und Ampeln entsprechend anpassen. Sie können auch in Flugzeugen eingesetzt werden, um Wartungsprobleme zu melden oder Nachschub für die Getränkewagen bestellen, bevor das Flugzeug landet.

Mit dem IoT kann so ziemlich alles überwacht oder automatisiert werden. Das ermöglicht die Gestaltung intelligenter Städte oder kleinere Anwendungen wie eine Uhr, die dir sagen kann, dass es an der Zeit ist, aufzustehen.

Das IoT ist ein Teil des breiteren Technologiemarktsegments. Dennoch gibt es innerhalb des IoT-Bereichs verschiedene Marktsegmente, in die du investieren kannst.

Unterhaltungselektronik

Diese Liste beinhaltet viele der größeren Technologieunternehmen sowie einige Marken, an die man vielleicht nicht denkt. Dazu gehören Apple, Amazon, Microsoft (WKN:850747), Google und so ziemlich jedes andere Unternehmen, das Technologiegeräte herstellt, die entweder direkt oder indirekt für IoT-Produkte verwendet oder benötigt werden.

Diese Kategorie ist auch die umfangreichste. Die meisten Menschen haben bereits mit einem Alexa-gesteuerten Gerät zu tun gehabt oder haben zumindest einen TV-Spot davon gesehen. Dieser Bereich ist für die Investoren vielleicht am einfachsten zu verstehen, da er sehr zukunftsorientiert ist und das Potenzial, vom Verkauf von Geräten zu anderen Wertschöpfungsmodellen (Abonnements, Smart-Home-Geräte, Bestellung von Lebensmitteln usw.) zu gelangen, sehr hoch ist.

Darüber hinaus sind Unternehmen wie General Electric und viele weniger bekannte Unternehmen, die IoT-Geräte verkaufen, auch IoT-Unternehmen — auch wenn man es ihnen nicht wirklich ansieht.

Gesundheitswesen

Das IoT hat verschiedene Auswirkungen auf den Gesundheitssektor. Unternehmen wie Apple nutzen die Daten der IoT-Smartwatches, um Informationen aus dem Gesundheitswesen zu sammeln und Lösungen zu erarbeiten, die der Öffentlichkeit zugute kommen. Wearables ermöglichen sowohl eine umfangreiche Datensammlung als auch ein sehr individuelles Tracking von der Häufigkeit der Bewegung bis hin zu Herzfrequenz und Schlafgewohnheiten.

Doch IoT-Geräte können noch viel mehr. IBMs (WKN:851399) Watson – die KI-Plattform des Unternehmens – betreibt eine Reihe von Gesundheitsdiensten. Dies schließt von der besserer Krebsbehandlungen bis hin zu alternativen Anwendungen von Medikamenten und zur besseren Verwaltung von Gesundheitsprogrammen alles ein.

Infrastruktur

Theoretisch wird ein smartes Auto in Zukunft in der Lage sein, mit der Stadt zu kommunizieren, in der es sich befindet, um zu bestimmen, wohin es fahren soll. Dies ermöglicht ein genaueres Verkehrsmanagement, verhindert Unfälle und könnte Transportprobleme lösen. Es bietet auch eine enorme Menge an verwertbaren Daten. Wie etwa Leo Sun von The Motley Fool schrieb:

In Barcelona verbindet ein stadtweites Wi-Fi-Netzwerk intelligente Wassertechnologien, automatische Straßenbeleuchtung, ferngesteuerte Bewässerung für Parks, On-Demand-Müllabfuhr, digitale Buslinien und intelligente Parkuhren. Durch diese Dienstleistungen konnten Staus, Umweltverschmutzung und der Gesamtverbrauch an Wasser und Strom deutlich reduziert werden.

In diesem Artikel stellte Sun fest, dass Cisco Systems davon ausgeht, dass intelligente Städte eine wichtige Wachstumsquelle sind. Das Unternehmen, schrieb er, “startete im vergangenen November ein 1-Milliarden-Dollar-Programm für intelligente Städte.”

Landwirtschaft

Viele der Konzepte, die für Städte gelten, lassen sich auch auf landwirtschaftliche Betriebe übertragen. “Der Markt für Präzisionslandwirtschaft wurde 2017 auf 4,42 Mrd. US-Dollar geschätzt und soll bis 2023 9,53 Mrd. US-Dollar erreichen”, heißt es in einem Bericht von Markets and Markets.

Precision Farming steigert die Erträge durch den Einsatz von IoT-verbundenen Sensoren zur Erfassung von Niederschlägen, Temperaturschwankungen und Bodenverhältnissen. Im Idealfall könnte diese Technologie den Anbau von Lebensmitteln billiger machen, was bessere Margen und niedrigere Preise ermöglicht.

Intelligente Autos

Smart Cars werden von einer Vielzahl von Herstellern und Technologieunternehmen entwickelt. Die Definition kann sogar die Bemühungen von Google Waymo beinhalten, selbstfahrende Autos an die verschiedenen Unternehmen zu liefern, die sprachgesteuerte digitale Assistenten in ihre Unterhaltungssysteme integriert haben.

Die Smart-Car-Technologie kann auch mit IoT ausgestattete Fahrzeuge beinhalten, die dir sagen, wann sie gewartet werden müssen. In einigen Fällen kann ein intelligentes Auto seine eigenen Schäden feststellen und sicherstellen, dass das Teil, das gebraucht wird, bereit steht, wenn du (oder es dich) zur Tankstelle fähr(s)t.

Top-IoT-Aktien

Aktie Ticker Marktkapitalisierung Kurs-Gewinn-Verhältnis
Microsoft MSFT 749 Mrd. USD 66
IBM IBM 126 Mrd. USD 22,5
Amazon AMZN 806 Mrd. USD 209
Apple AAPL 905 Mrd. USD 18
Alphabet GOOG, GOOGL 770 Mrd. USD 47
Intel INTC 227 Mrd. USD 21
AT&T T 232 Mrd. USD 6
Verizon VZ 204 Mrd. USD 6,5
T-Mobile TMUS 50 Mrd. USD 11
Sprint S 21 Mrd. USD 3

DATEN VON YAHOO.COM VOM 27.6.2018.

Die größte Herausforderung bei der Investition in das IoT ist, dass es sich um einen undefinierten breiten Bereich handelt, in dem die Hauptakteure alle unterschiedliche Einnahmen haben. Keines der Unternehmen auf der Liste ist ein reines IoT-Unternehmen. Das bedeutet, dass die Unternehmen, die IoT-Geräte, Software und Hardware herstellen, in anderen Märkten tätig sind und den Großteil ihres Umsatzes mit diesen anderen Vertriebskanälen erzielen. Im Großen und Ganzen sind es Technologieunternehmen, die sich der verbundenen Zukunft verschrieben haben, oder Marken, die hauptsächlich in angrenzenden Bereichen tätig sind, die das IoT als Wachstumsmöglichkeit sehen.

Microsoft

Einer der größten Verfechter des IoT, Microsoft, will Windows zum dominanten Betriebssystem (OS) des Bereiches machen. Das Unternehmen bietet Komplettlösungen mit einer IoT-Plattform, die die Cloud, das Betriebssystem und die Geräte umfasst. Den Kern bildet der Windows 10 IoT-Kern des Unternehmens — eine vereinfachte Version des Betriebssystems für verbundene Geräte.

Zusätzlich zum Angebot eigener IoT-Lösungen hat Microsoft seine Produkte für die Entwickler geöffnet. Es hat eine Plattform — ähnlich dem, was das Unternehmen für seine reguläre Windows-Suite von Produkten bietet — die den Entwicklern Tools bietet, um IoT-Dienste, -Geräte und -Lösungen zu erstellen. Das Unternehmen hat vor Kurzem auch beschlossen, zusätzliche 5 Mrd. US-Dollar für seine IoT-Bemühungen bereitzustellen — wie Microsoft Azure Vice President Julia White in einem Blogbeitrag erklärte:

Wir planen, noch mehr Ressourcen für Forschung und Innovation für den Bereich IoT bereitzustellen, der einen großen technologischen Vorsprung darstellt… Wir sind einzigartig positioniert, um das IoT zu vereinfachen, sodass jeder Kunde — unabhängig von Größe, technischer Expertise, Budget, Branche oder anderen Faktoren — vertrauenswürdige, vernetzte Lösungen schaffen kann, die das Geschäfts- und Kundenerlebnis sowie das tägliche Leben der Menschen auf der ganzen Welt verbessern.

IBM

Dieses Unternehmen hat sein IoT-Geschäft um die künstliche Intelligenz von Watson herum aufgebaut. Watson hat sich mit Schachmeistern auseinandergesetzt, ist bei Jeopardy aufgetreten und hat in aller Stille als KI-Gehirn für unzählige Projekte gedient.

Watsons IoT-Plattform von IBM ist als Unternehmenslösung konzipiert und stellt für IBMs Technologie eine Möglichkeit dar, andere Unternehmen bei der Entwicklung von Produkten und Lösungen zu unterstützen. Dies führte zu Projekten in verschiedenen Branchen, darunter Automotive, Einzelhandel, Fertigung und Energieversorger. Watson-basierte Lösungen wurden auch eingesetzt, um Unternehmen bei der Verwaltung von Vermögenswerten, Aktien und Anlagen zu unterstützen. IBM bietet eine Entwicklerplattform an, um Dritte zu ermutigen, neue Anwendungen für die Watson-KI zu entwickeln.

Amazon

Amazon ist ein subtiler Vorreiter bei der Einführung der IoT-Technologie in die Haushalte der Verbraucher. Zum Beispiel sind die Amazon-Dash-Buttons ein Beispiel für ein IoT-verbundenes Gerät. Der Verbraucher drückt einfach den Knopf und bestellt das Produkt, mit dem er verlinkt ist. Der Verbraucher kann einen Dash-Button in der Nähe seiner Kaffeemaschine oder einen für Geschirrspülmittel unter der Spüle in der Nähe der Spülmaschine platzieren. Das ist IoT in seiner einfachsten Form, aber es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Technologie in die Häuser der Menschen vordringen kann.

Das Unternehmen ist auch einer der Hauptakteure auf dem Markt der vernetzten Häuser. Amazons Echo-Geräte, die von der KI Alexa angetrieben werden, können als Digital-Home-Hub dienen und können IoT-verbundene Geräte steuern.

Darüber hinaus verfügt Amazon über eine IoT-Plattform, die über den Geschäftsbereich Web Services angeboten wird. Das ist eine Reihe von Tools, die dem ähneln, was IBM und Microsoft Unternehmen und Entwicklern anbieten, damit sie ihre eigenen Anwendungen für die Technologie erstellen oder von Amazon entwickelte Software und Lösungen implementieren können.

“AWS IoT Core ist eine Plattform, die es ermöglicht, Geräte mit AWS Services und anderen Geräten zu verbinden, Daten und Interaktionen zu sichern, Gerätedaten zu verarbeiten und darauf zu reagieren, und Anwendungen zu ermöglichen, auch wenn sie offline sind”, erklärt das Unternehmen auf seiner IoT-Webseite.

Apple

Apple konkurriert mit Amazon (und anderen) um die Führungsposition in vernetzten Haushalten und nutzt das iPhone als Controller in der Art und Weise, wie Amazon seine Echo-Geräte einsetzt. Das Unternehmen hat auch seinen eigenen digitalen Assistenten in Form des HomePod, aber die niedrigen Umsätze lassen darauf schließen, dass die Strategie mit dem Smartphone besser aufgehen sollte.

Apple ist aber auch über seine Uhren und die Daten, die über iPhone-Dienste wie Apple Health erfasst werden, in den Consumer-IoT-Markt eingestiegen. Diese intelligenten Geräte beobachten etwa die Anzahl der Schritte, die Herzfrequenz und anderes und ermöglichen es Apple, praktische Ratschläge zu geben, wenn der Nutzer danach sucht.

Natürlich stellt Apple eine IoT-Version seines IOS-Betriebssystems den Entwicklern auch über den HomeKit-Service zur Verfügung. Das Unternehmen hat mit HomeKit App-Entwickler, Gerätehersteller und sogar Hobby-Programmierer angesprochen und ihnen die Werkzeuge in die Hand gegeben, mit denen sie verbundene Produkte und Dienstleistungen erstellen können. Auf kommerzieller Ebene arbeitet Apple auch mit Unternehmen aus den Bereichen Automotive, Einzelhandel und Fertigung zusammen, um IoS-basierte IoT-Produkte und -Dienstleistungen zu entwickeln.

Alphabet

In gewisser Weise ist Alphabets Google die Nachzüglermarke hinter IBM, Microsoft und Amazon, die alle Cloud-basierte Dienste anbieten, die Unternehmen bei der Analyse von Daten aus einem Netzwerk von IoT-verbundenen Geräten unterstützen. Das begann sich im Februar zu ändern, als das Unternehmen den ehemaligen CTO von Samsung, Injong Rhee, einstellte, um das IoT-Geschäft zu leiten. Rhees frühes Ziel, war laut einem Blog-Post, Alphabets verschiedene Projekte im Zusammenhang mit dem IoT richtig zu positionieren, die von selbstfahrenden Autos, über virtuelle Google Home-Assistenten bis zu Cloud-basierten Diensten reichen.

“Eines der ersten Dinge, die ich mit meinen Google-Kollegen tun möchte, ist, diese Bemühungen zu koordinieren und konzentriert neu auszurichten — und dabei unterschiedliche Produktlinien für Verbraucher und Unternehmen schaffen,” schrieb Rhee laut dem Artikel von Reuters in seinen Blog.

Alphabet hat im Ergebnisbericht für das vierte Quartal erstmals die Umsätze aus der Cloud herausgelöst. CEO Sundar Pichai bemerkte, dass die Google Cloud “bereits ein 1-Milliarden-Dollar-Geschäft pro Quartal” sei und dass seine G Suite Gruppe von Cloud-Produktivitäts- und Collaboration-Tools mehr als 4 Mio. zahlende Kunden habe. Das liegt deutlich unter den wichtigsten Konkurrenten wie etwa Amazon, die im Jahr 2017 einen Cloud-Umsatz von über 17 Mrd. US-Dollar verzeichneten.

Google verfügt natürlich auch über eine Home-Produktfamilie. Das sind IoT-Lautsprecher und intelligente Assistenten, die den Echo-Geräten von Amazon sehr ähnlich sind.

Intel

Der Chiphersteller stellt seine IoT-Vision auf seiner Website ziemlich gut dar. Intel (WKN:855681) unterteilt seine IoT-Strategie in drei Segmente:

  1. Das Unverbundene verbinden. “Das bedeutet, nicht verbundene Geräte zu nehmen und Sensoren und Technologien hinzuzufügen, die es ermöglichen, Daten in die Cloud zu übertragen, wo sie analysiert und in verwertbare Erkenntnisse umgewandelt werden können”, so das Unternehmen.
  2. Intelligente und vernetzte Dinge bauen: Dies bedeutet, dass neue Geräte, die das Unternehmen oder seine Partner erstellen, von Anfang an mit Konnektivität ausgestattet sein sollten.
  3. Eine autonome Welt schaffen: Intel entwickelt Geräte, die intelligent genug werden, um selbstständig zu funktionieren. Das bedeutet, dass sie Echtzeit-Entscheidungen treffen, nachdem sie von der Umgebung gelernt und Daten zur Leistungssteigerung herangezogen haben.

Wie viele der anderen Akteure auf dieser Liste hat auch Intel eigene Produkte und arbeitet mit Partnern zusammen, die seine Prozessoren und Chips kaufen. Damit ist das Unternehmen in einer guten Position, um seine IoT-Umsätze zu steigern.

ARM

Ein weiterer Chiphersteller, ARM (WKN:913698), der sich vollständig im Besitz der japanischen SoftBank befindet, betreibt seine eigene Cloud-IoT-Plattform namens Mbed. Der Service basiert auf dem unternehmenseigenen Mbed OS. Wie die anderen Unternehmen auch, versucht ARM, IoT-Lösungen sowie Tools für seine Partner anzubieten.

“Die Mbed Cloud Device Management Lösung bietet flexible, sichere und effiziente IoT-Management-Funktionen für eine Reihe von Geräteprofilen und kann als Cloud-Lösung, als On-Premise-Lösung mit cloud-ähnlichen Funktionen ohne Abhängigkeit von einer Public Cloud oder als Hybrid-Lösung eingesetzt werden”, erklärt das Unternehmen auf seiner Website.

ARM ist kürzlich eine Partnerschaft mit NVIDIA eingegangen, die es den Chipherstellern erleichtern wird, die nächste Generation der Unterhaltungselektronik, mobilen Geräte und IoT-Gadgets mit umfassenden Lernfähigkeiten auszustatten. Die beiden Unternehmen werden die Open-Source Deep-Learning-Accelerator-Architektur von NVIDIA in ARMs Machine-Learning-Chip-Design Project Trillium integrieren. Dies soll es den IoT-Chipherstellern ermöglichen, KI-Features schnell in ihre Produkte zu integrieren.

AT&T/Verizon/T-Mobile/Sprint

Diese vier großen Mobilfunkanbieter verfügen über ein Funkspektrum, mit dem Informationen von verbundenen Geräten in die Cloud übertragen werden. Dieses Spektrum und seine Nutzung für zukünftige Anforderungen macht einen großen Teil des Arguments von T-Mobile aus, warum das Unternehmen Sprint übernehmen sollte. Die Mobilfunkanbieter nutzen das Spektrum, um Daten im ganzen Land zu übertragen.

Alle vier Unternehmen arbeiten an Plänen zum Aufbau von 5G-Netzen der nächsten Generation. Obwohl diese schnellere Technologie möglicherweise nicht für einen intelligenten Toaster benötigt wird, um dich wissen zu lassen, dass dein Toast fertig ist, werden 5G-Netzwerke die Kapazität erhöhen, indem sie den High-End-Verkehr, wie z. B. die Videowiedergabe, von anderen Teilen der Anbieter-Netzwerke entfernt.

Die Mobilfunkanbieter sind neben ihren aktiven Bemühungen, das Smart-City-Konzept voranzutreiben, sozusagen die passiven Gewinner im IoT-Bereich. Ihre Dienste werden benötigt, um Informationen von verbundenen Geräten in die Cloud zu übertragen. Solange sie diese Dienste effektiv monetarisieren können, sollten sie vom Wachstum des IoT profitieren.

IoT ist nicht eine Sache

Klar ist, dass das IoT gerade erst begonnen hat und einige seiner Anwendungen man sich noch nicht einmal vorstellen kann. Verbundene Geräte, die durch maschinelles Lernen aktiviert werden, können Daten und Muster entschlüsseln, die der Mensch nur schwer erkennen kann. Beispielsweise können uns selbstfahrende Smart Cars dabei helfen, Arbeitszeiten festzulegen, die auf der Minimierung des Verkehrs basieren, und verbundene Kühlschränke können uns verraten, warum wir nicht (oder doch) abnehmen.

Es sind viele verschiedene Möglichkeiten, die relativ klein beginnen. Eine intelligente Glühbirne, die sich ausmacht, wenn niemand im Raum ist, oder ein Auto, das dir vorbeugend sagen kann, dass es gewartet werden muss, sind nur die ersten Anwendungen des IoT.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten ist Mitarbeiterin von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Eigentum von Microsoft.

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Dieser Artikel wurde von Daniel B. Kline auf Englisch verfasst und am 28.06.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.