The Motley Fool

Die 5 günstigsten Aktienmärkte der Welt

Die Indizes in den USA und Europa steigen mit kleinen Unterbrechungen seit über neun Jahren. Deshalb stellt sich für den Investor die Frage: Welche Märkte sind überhaupt noch günstig bewertet? Diese versuche ich hier zu beantworten.

Bewertungsverfahren

Oft schauen Investoren auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis, um zu beurteilen, ob ein Markt günstig bewertet ist oder nicht. Aber die Märkte sind so unterschiedlich, wie es auch die Aktien sind. Einige Indizes sind sehr zyklisch, weil sie sehr viele Rohstoffaktien enthalten, andere enthalten mehr Aktien von Dauerinvestments.

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Um alle diese Punkte zu berücksichtigen, habe ich den Mittelwert aus Kurs-Umsatz-, Kurs-Gewinn-, Kurs-Cashflow- sowie Kurs-Buchwert-Verhältnis und umgedrehter Dividendenrendite gebildet und nach den günstigsten Werten sortiert. So werden viele Faktoren berücksichtigt.

Dies sind die Ergebnisse

Land Kurs-Gewinn-Verhältnis Kurs-Cashflow-Verhältnis Kurs-Buchwert-Verhältnis Kurs-Umsatz-Verhältnis umgedrehte Dividendenrendite Mittelwert
Russland 7,60 4,20 0,90 0,80 1,89 3,08
China 7,90 4,20 1,00 0,60 2,56 3,25
Türkei 8,20 5,60 1,20 0,80 2,56 3,67
Ungarn 9,80 5,60 1,30 0,70 3,33 4,15
Griechenland 13,70 4,80 0,70 0,70 3,45 4,67

Quelle: StarCapital, eigene Berechnungen

An erster Stelle ist derzeit Russland zu nennen.

Hier notieren die Aktien im Durchschnitt noch unter Buchwert. Dies liegt vor allem daran, dass der Index sehr viele Rohstoffwerte enthält. Diese sind sehr konjunktursensibel. Deshalb weist der Index auch große Schwankungen auf. Der russische Markt wird derzeit noch von Sanktionen gedrückt.

An zweiter Stelle steht China.

Seit 2015 ist die Shanghaier Börse um 45 Prozent gefallen, während die Börsen in Europa und den USA weiter nach oben gezogen sind. Hier schwächten sich die Wachstumsaussichten ab. Oft war unsicher, ob die angestrebten Wachstumsraten erreicht werden können. Deshalb wurde hier verkauft. Die Kreditnachfrage der Investoren sank. Der Aufschwung wird weiter staatlich gestützt. Oft wird auch angezweifelt, ob die Kredite auch wirklich alle ausreichend besichert sind.

An dritter Stelle steht die Türkei.

Hier ist der Markt in diesem Jahr um über 20 Prozent gesunken. Aktuell verliert die Türkische Lira stärker an Wert und die Inflation klettert. Diese Entwicklung hat natürlich mit den politischen Einflüssen zu tun, die speziell die ausländischen Investoren zunehmend abschrecken. Der wichtige Tourismus leidet ebenfalls unter der Entwicklung zum totalitären Regime. So werden ganze Unternehmen beschlagnahmt. Dies schafft kein Vertrauen bei den Investoren und Unternehmen. Sie halten sich deshalb eher zurück.

Auf Platz 4 ist derzeit Ungarn.

Hier ist die Börse seit Anfang des Jahres um 15 Prozent gefallen. Seit 2015 war sie zuvor kräftig gestiegen. Zwar ist die aktuelle Politik sozial ungerecht, fördert aber umso mehr die Wirtschaft. So wuchs die Leistung seit 2013 immer zwischen 2,1 und 4,2 Prozent. Die Arbeitslosigkeit sank von 10,2 auf 4,2 Prozent. Die letzten Kursrückgänge scheinen also nur eine Korrektur zu sein.

Auf Platz 5 befindet sich Griechenland.

Das Land befindet sich seit 2007 permanent in einer Dauerkrise. Das Allzeithoch aus dem Jahr 1999 lag bei 5.712 Punkten. Heute notiert die Börse 86 Prozent darunter. Griechenlands Krise hat viele Ursachen. So gibt es kein funktionierendes Finanzsystem, das die Steuern effektiv einsammelt. Zudem wird, wie bei vielen anderen Regierungen, meist mehr ausgegeben als eingenommen. Den größten negativen Einfluss hat aber der Euro, wodurch die Produkte des Landes, ohne eine sonst natürliche Abwertung, zu teuer sind. Zudem würde eine Abwertung mehr ausländische Unternehmen anziehen.

Wie könnte man investieren? 

Du wirst dich sicherlich fragen: Warum soll ich in diese problembehafteten Länder investieren? Viele Studien zeigen, dass niedrig bewertete Indizes in den nächsten 10 bis 15 Folgejahren outperformen. Dabei ist es einfacher, den gesamten Markt über einen ETF zu kaufen. Hierbei ist das Ausfallrisiko, gegenüber der Wahl von Einzelaktien, geringer. Zudem bräuchtest du sehr genaue Kenntnisse, um in Einzelwerte zu investieren.

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