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Amerikas Machtgehabe: Kollateralschäden bei Gazproms Nord Stream 2

Foto: Gazprom

Bei den Nachrichten aus Amerika unter Trump kommt man kaum hinterher. EU-Zölle bedrohen die deutsche Automobilwirtschaft, chinesische Technologieunternehmen sollen nur erschwert in Amerika investieren können und auch die Anrainerstaaten Kanada und Mexiko stehen unter Beschuss, wenn auch oft nur per Twitter.

Die gerade genannten Nachrichten waren aber nur eine kleine Auswahl der Trump-Nachrichten, und auch nur solche aus dem Feld der internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Da ist die Versuchung groß, es gleich ganz aufzugeben, da überhaupt noch mitzukommen.

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Das ist aber nicht für alle zu empfehlen, denn die Zukunft einiger Unternehmen hängt stark von Handlungen der US-Regierung ab. Vor allem Aktionäre von Gazprom (WKN:903276) sollten regelmäßig tief wühlen, wenn sie wissen wollen, wie sich das Unternehmen entwickeln wird.

Dieser Nebenschauplatz hat es in sich

Aktuell ist die Beziehung zwischen Russland und den USA eher ein Nebenschauplatz, auch deswegen, da es nicht alles in die Zeitung schafft. Russland-Sanktionen sind schon länger Teil von Trumps Politik, aber so richtig ernst hat er noch nicht gemacht.

In den letzten Wochen scheint die Debatte aber wieder aufzuleben, vielleicht aber weniger um Russland zu schaden, sondern eher um Europa im aufkeimenden Handelskrieg zu erpressen. Das Wall Street Journal hat aus mehreren Quellen erfahren, dass Trump Bundeskanzlerin Merkel gedroht habe, sich nur auf eine Verhandlung der Handelsbeziehungen einzulassen, wenn Deutschland seine Unterstützung der Gazprom-Pipeline Nord Stream 2 fallen lasse.

Es scheint so, als ob die deutsche Bundeskanzlerin Härte bewiesen hätte, und nicht auf diese Forderung eingegangen ist.

Was die Amerikaner anrichten können

Da die USA natürlich nicht einfach vorschreiben können, was in Europa passiert, hat man schon lange einen indirekten Weg vorbereitet, um Nord Stream 2 aufzuhalten oder den Bau der Pipeline zumindest zu erschweren.

Es wird gedroht, die an dem Projekt beteiligten Unternehmen mit Sanktionen zu belasten. Das ist eine ziemlich bekannte Gruppe. An Nord Stream 2 sind Uniper (WKN:UNSE01), Engie (WKN:A0ER6Q), OMV (WKN:874341), Shell (WKN:A0D94M) und BASF (WKN:BASF11)-Tochter Wintershall beteiligt.

Der einzige beruhigende Aspekt ist, dass die meisten dieser Unternehmen sehr stark auf den europäischen Markt, teilweise sogar vor allem auf ihre Heimatmärkte, fokussiert sind, und deshalb amerikanische Sanktionen nicht bis in den Kern reichen würden. Trotzdem könnte Amerika, wenn es sich richtig ins Zeug legt, massiven Schaden anrichten, und sowohl vielleicht Nord Stream 2 noch aufhalten als auch die daran beteiligten Partner empfindlich treffen.

Besonders ein paar hochrangige Mitglieder der amerikanischen Regierung sollen hier Druck machen. Das renommierte Magazin Foreign Policy zitierte eine mit dem Thema vertraute Person mit den folgenden Worten: „Sie werden mit allen Mitteln versuchen, Nord Stream zu blockieren.“

Unklar ist, ob Amerika hier einfach politische Macht ausüben will, um den Handelsstreit beeinflussen zu können, oder ob es seiner vielversprechenden Flüssiggas-Industrie einen Schub geben möchte. Überhaupt ist das alles bisher mehr Wortgefecht als ein tatsächliches Desaster, die Bauarbeiten an Nord Stream 2 schreiten noch immer voran.

Es ist mittlerweile ziemlich beeindruckend, dass Deutschlands Regierung sich auch nach anhaltendem Druck aus der EU und nun auch den USA von dem Projekt noch nicht abgewandt hat. Das zeugt einerseits von Prinzipientreue und andererseits unterstreicht es auch, wie wichtig zusätzliches Gas für Deutschland ist, das sich gerade von Kohle und Atomenergie gleichzeitig abwendet. Es könnte am Ende die strategische Bedeutung von Nord Stream 2 sein, die das Projekt rettet. Diese zusätzliche Einnahmequelle für Gazprom ist noch nicht verloren.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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