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Warum Ford und Volkswagen zu Verbündeten werden

Die Ford Motor Company (WKN:502391) und die Volkswagen AG (WKN:719000) haben angekündigt, „eine strategische Allianz zu untersuchen“.

Die beiden Unternehmen machten deutlich, dass es sich hier weder um eine Fusion noch um einen Cross-Ownership-Deal handelt – ihre Vereinbarung enthält keinen Austausch von Aktien, wie sie es in einer gemeinsamen Ankündigung formuliert haben.

Aber um was für einen Deal handelt es sich?

Was wir über den Deal zwischen VW und Ford wissen

Sehen wir uns erst einmal an, was sie gesagt haben. Hier sind die wichtigsten Punkte aus der gemeinsamen Erklärung der Unternehmen.

  • VW und Ford prüfen eine strategische Allianz, um die Wettbewerbsfähigkeit jedes Unternehmens zu stärken und die Kunden weltweit besser zu bedienen.
  • Die beiden eruieren eine Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen;
  • ein potenzieller Bereich, der einzige, der in der Ankündigung klar herausgestellt wurde, ist die gemeinsame Entwicklung einer Reihe von Nutzfahrzeugen.
  • Ford und VW haben eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Der wichtigste Punkt dabei ist, dass die Absichtserklärung kein Bündnisvertrag ist. Es handelt sich um ein Dokument, das die Bedingungen umreißt, festlegt, dass gemeinsame Daten vertraulich zu behandeln sind etc. und dass man gemeinsam untersuchen will, ob Vereinbarungen in bestimmten Bereichen sinnvoll sind.

Warum Ford und VW bei Nutzfahrzeugen zusammenarbeiten könnten

Interessant ist der Bereich der möglichen Zusammenarbeit, den Ford und VW in der Stellungnahme genannt haben – Nutzfahrzeuge. Das ist ein Teil des Fahrzeugmarktes, in dem sich die Stärken von VW und Ford ergänzen.

Ford ist natürlich ein wichtiger Akteur im Bereich der Nutzfahrzeuge in den USA und Europa. Nicht nur, dass das Unternehmen jedes Jahr Hunderttausende von Pickups der
F-Serie an gewerbliche Kunden verkauft, auch seine Transit-Linie von kommerziellen Lieferwagen ist ein weltweiter Bestseller. Aber dabei handelt es sich (zumindest für Lkw-Standards) meist um kleinere Fahrzeuge; und obwohl Ford auch schwere Lkw im Angebot hat, ist dieser Sektor ziemlich überschaubar – und das Unternehmen stellt keine großen Sattelzüge oder große Busse her.

VW hingegen stellt große Lkw und Busse her. Die Tochterunternehmen Scania und MAN, die schwere Lkw, Busse und Großmotoren bauen, erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 27 Mrd. Euro (31 Mrd. US-Dollar). Es gibt auch ein Nutzfahrzeuggeschäft der Marke VW, das Lieferwagen und einen kleinen Pickup herstellt, die beide mit dem Angebot von Ford konkurrieren, aber die weltweiten Verkaufszahlen von Ford in diesen Segmenten nicht erreichen.

Könnte Ford davon profitieren, wenn das Unternehmen bei schwereren Lkw mit VW zusammenarbeitet? Könnte VW von der Zusammenarbeit mit Ford bei Nutzfahrzeugen profitieren? Könnten beide davon profitieren, wenn sie ihre Technologie und ihr Wissen bündeln, vielleicht in einer gemeinsamen Anstrengung, selbstfahrende Nutzfahrzeuge zu entwickeln?

Das sind wahrscheinlich die Fragen, die sich Ford und VW gerade stellen.

Es kommt überraschend oft vor, dass rivalisierende Autohersteller zusammenarbeiten

Scheint es nicht merkwürdig, dass Ford und VW – die auf der ganzen Welt konkurrieren und besonders heftig in Europa gegeneinander vorgehen – beschließen, zusammenzuarbeiten?

Keineswegs – die Investoren sind oft überrascht, wenn sie erfahren, dass konkurrierende Automobilhersteller in bestimmten Bereichen häufig zusammenarbeiten. Zum Beispiel gibt es nur wenige harte Konkurrenten wie Ford und General Motors (WKN:A1C9CM), aber die beiden haben sich zusammengetan, um zwei neue kraftstoffeffiziente Getriebe zu entwickeln. Jeder Autohersteller hat seine eigene spezielle Software für die Getriebe entwickelt, aber der Hauptteil der Hardware wurde gemeinsam entwickelt.

Ford hat auch mit Toyota (WKN:853510) an einem Hybrid-Antriebsstrang für Pickup-Trucks zusammengearbeitet, obwohl die beiden schließlich beschlossen, bei diesem Projekt dann doch eigene Wege zu gehen. In Europa beteiligt sich Ford an einem Joint Venture mit VW, der Daimler AG und der BMW AG zum Aufbau eines Netzes von Hochgeschwindigkeitsladestationen für Elektrofahrzeuge.

Auch GM ging mehrere gemeinsame Vereinbarungen mit anderen Automobilherstellern ein, darunter zwei Verträge mit Honda rund um Brennstoffzellen und Batterie-Packs für Elektrofahrzeuge. Ebenso machte VW ähnliche Deals, darunter einen Technologie-Sharing-Deal rund um die Brennstoffzelle zwischen der VW-Tochter Audi und Hyundai, der erst vor Kurzem publik wurde.

Die meisten der anderen globalen Autohersteller haben eine oder mehrere ähnliche Vereinbarungen getroffen.

Das Ergebnis: VW und Ford treten sich gegenseitig in die Reifen.

Obwohl die beiden Unternehmen speziell Nutzfahrzeuge als einen Bereich nannten, in dem sie zusammenarbeiten könnten, deutete Ford Global Markets Chief Jim Farley an, dass es auch noch in weiteren Bereichen der Partnerschaft zukünftig eine Zusammenarbeit geben könnte:

„Diese potenzielle Allianz mit dem Volkswagen-Konzern ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wir als Unternehmen fit werden können, indem wir ein erfolgreiches globales Produktportfolio schaffen und unsere Fähigkeiten erweitern. Wir freuen uns darauf, in den kommenden Tagen gemeinsam mit dem Volkswagen-Team herauszufinden, wie wir die sich wandelnden Bedürfnisse der Nutzfahrzeugkunden besser bedienen können – und vieles mehr.“

Unterm Strich wurde aber nur gesagt, dass Ford und VW reden und einige Ideen erforschen. Wenn die Gespräche fruchtbar sind, können wir erwarten, dass die beiden irgendwann eine strategische Allianz ankündigen. Aber im Moment handelt es sich nur um Gespräche.

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Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 21.06.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt BMW und Ford.

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