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Besserer Kauf: Telekom oder Telefónica?

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Stell dir vor, du müsstest zwischen zwei Aktien wählen. Beide kommen aus der gleichen Branche, sind in ihrer jeweiligen Heimat marktführend und haben ein ähnliches Geschäftsmodell. Nur, wie sollst du dich entscheiden, wenn beide Unternehmen sich so gleichen?

Ich habe über diesen Fall einmal nachgedacht und stelle dir heute zwei Unternehmen vor, bei denen du vor genau dieser Entscheidung stehen könntest. Es geht um die Deutsche Telekom (WKN:555750) und ihren spanischen Gegenspieler Telefónica (WKN:850775), die meiner Meinung nach eine perfekte Demonstration für so einen Fall sind. Aber nun genug geredet. Was solltest du also vor dem Kauf beachten?

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Fundamentalkennzahlen

Wenn du dich mit den Unternehmen noch nicht eingehend beschäftigt hast, solltest du zunächst einen Blick in die Bilanz werfen. Interessant sind dabei neben grundsätzlichen Kennzahlen wie Umsatzwachstum die Gewinnmargen und das EBITDA-Multiple, das besonders bei Telekommunikationsaktien aufgrund hoher Abschreibungen wichtig ist.

Mit 2,5 % war das Umsatzwachstum der Telekom im Jahr 2017 nicht sonderlich beeindruckend und könnte bei den Anlegern tatsächlich sogar Besorgnis auslösen, da die Bonner auf dem Kapitalmarkttag angekündigt haben, die Ausschüttung der Dividende an die Gewinnentwicklung zu koppeln. Gewinne können zwar ohne Umsatzwachstum noch steigen – also durch Margenverbesserung –, dieses Wachstum hat jedoch seine Grenzen.

Auf bereinigter Basis ist die EBITDA-Marge mit 29,7 % geringfügig besser als im Vorjahr mit 29,3 %. Somit stieg der Gewinn etwas schneller als der Umsatz. Derzeit (19.6.2018) geben Investoren der Telekom-Aktie ein EBITDA-Multiple in Höhe von 6,1, etwas niedriger als einige weltweite Wettbewerber wie Vodafone (7,3) und Verizon (6,6).

Im direkten Vergleich sehen wir prinzipiell weniger Wachstum bei Telefónica. Im Jahr 2017 lag deren Umsatz mit 52 Mrd. Euro um Haaresbreite niedriger als 2016 mit 52,04 Mrd. Euro. Die OIBDA-Marge – ähnlich zum EBITDA –, die Telefónica verwendet, ist aber 2017 von 29,1 % auf 31,1 % gestiegen. Mittlerweile liegt die Telefónica-Aktie ein bisschen günstiger als die von Telekom, mit einem EBITDA-Multiple von 5,9.

Bewertung der Chancen

Wenn Analysten eine Einschätzung abgeben, ob eine Aktie steigt oder fällt, schauen sie sich vor allem die Geschäftsstrategie, Produkte und Wettbewerber an. Außerdem versuchen sie, eine Prognose für die Zukunft des jeweiligen Business zu erstellen.

Konkret gesagt: Sind die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens gefragt, ist die Konkurrenz darin besser oder schlechter aufgestellt und wird das, was das Unternehmen produziert, auch in Zukunft noch gefragt sein?

Bei den meiner Ansicht nach wichtigsten Punkten, also Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbssituation, sind beide Unternehmen hervorragend aufgestellt. Telekommunikation ist einer der ganz großen Wachstumsmärkte. Man denke alleine an autonomes Fahren, Internet of Things usw. Diese Anwendungen benötigen schnelle Datenraten, die nur mit der 5G-Mobilfunktechnologie realisierbar sind.

Diese Netze aufzubauen, wird allerdings Milliarden Euro an Investitionsvolumen verschlingen. Nur wenige Unternehmen verfügen sowohl über die Expertise als auch das Kapital, um solche Netze zu realisieren. Sowohl die Telekom als auch Telefónica sind in ihrer Heimat die jeweiligen Marktführer und werden dort meiner Meinung nach im Bereich 5G eine zentrale Rolle spielen.

Das Marktpotenzial

Schon hier wird es bei einem Vergleich zwischen Telekom und Telefónica sehr interessant. Denn während die Bonner sich vor allem auf den europäischen Markt und mit ihrer Tochter T-Mobile US (WKN:A1T7LU) auf Nordamerika konzentrieren, bedient die spanische Telefónica insbesondere den gigantisch großen Wachstumsmarkt des (spanischsprachigen) Lateinamerika.

Telefónica ist also in Schwellenländern tätig, in denen künftig (bei steigenden Lohnniveaus) noch weitere Umsatzsteigerungen zu erwarten sind, während die Telekom ihre Produkte überwiegend in weitestgehend gesättigten westlichen Märkten anbietet.

In Europa sind beide Unternehmen stark vertreten, jedoch ist die Situation in den Heimatmärkten sehr unterschiedlich. Während Telefónica in Spanien vor allem im B2C-Bereich de facto keinen Wettbewerb durch die Deutsche Telekom fürchten muss, stehen sich auf dem deutschen Markt beide Anbieter als Mobilfunknetzbetreiber und direkte Wettbewerber gegenüber.

Die Kursentwicklung ist nicht alles

Die letzten drei Jahre liefen weder für die Telekom- noch für die Telefónica-Aktie gut. Im Wettbewerb um Anlegertränen wäre Telefónica wahrscheinlich der Gewinner.

Aber all das ist Vergangenheit und als Anleger blicken wir nach vorn. Entscheidend ist daher vor allem, herauszufinden, ob ein Unternehmen unterbewertet ist. Das heißt: Spiegelt der Aktienkurs den wirklichen Wert bzw. das Marktpotenzial des Unternehmens wider?

Ein grandioser und erfolgreicher Investor wie Warren Buffett verfolgt exakt diese Investmentstrategie. Er steigt in (renommierte) Unternehmen ein, deren Geschäft er für aussichtsreich, aber an den Aktienmärkten für unterbewertet hält.

Wie bereits oben angegeben, sind beide Aktien an der EBITDA-Multiple-Basis günstiger als viele ihrer Hauptwettbewerber (Vodafone und Verizon) bewertet. Die Frage für Anleger wäre nun, ob die Qualität dieser beiden Unternehmen mit den höher bewerteten Wettbewerbern vergleichbar ist.

Fazit: Welche Aktie wählen?

Müsste ich persönlich mich zwischen den beiden genannten Aktien entscheiden, würde ich mich auf Basis der zuvor genannten Punkte höchstwahrscheinlich für Telefónica entscheiden. Zwar schneidet die Deutsche Telekom insbesondere in Sachen Gewinn und Marktkapitalisierung deutlich besser ab, gleichwohl sehe ich bei Telefónica noch deutliches Wachstumspotenzial.

Nicht nur in Lateinamerika, sondern auch in Deutschland. Hier stehen sich beide Unternehmen gegenüber, jedoch ist die Telekom hier Marktführer und läuft Risiko, Kunden an Wettbewerber wie Vodafone und Telefónica zu verlieren.

Der Telekom droht übrigens noch ein weiteres ganz großes Risiko: Die Fusion ihrer amerikanischen Mobilfunktochter T-Mobile US mit Sprint (WKN:A1W1XE) muss noch von den dortigen Behörden genehmigt werden. Das ist keineswegs in trockenen Tüchern.

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Björn König besitzt Aktien der Telefónica Deutschland Holding. The Motley Fool besitzt Aktien von Verizon Communications. The Motley Fool empfiehlt T-Mobile US.

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