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Rocket Internet macht mit seinen Börsentöchtern Aktionäre reich

Es gab reichlich Häme, als der großspurige und als unternehmerisch aggressiv verschriene Oliver Samwer aktienkurstechnisch mit seiner Startup-Schmiede Rocket Internet (WKN:A12UKK) auf die Nase fiel. Investoren, die während der euphorischen Wochen kurz nach dem Börsengang eingestiegen sind, haben den Wert ihres Kapitals aktuell ungefähr halbiert und auch wer die Aktie gezeichnet hat, liegt noch stark im Minus.

Was aber viele nicht wissen, ist, dass seitdem alle an die Börse gebrachten Rocket-Internet-Beteiligungen ihren Aktionären gute bis hervorragende Renditen beschert haben. Ein guter Anlass, einmal einen Blick auf die Börsengänge der hübschen Töchter zu werfen (alle Kursdaten sind Schlusskurse vom 15. Juni).

Delivery Hero: +61 % (DAX +5 %)

Der Essenslieferdienst Delivery Hero (WKN:A2E4K4) ging als erste Rocket-Internet-Beteiligung an die Börse, seitdem Rocket Internet selbst börsennotiert ist. Bevor Rocket Internet an die Börse ging, haben sie den Internetmodehändler Zalando an die Börse gebracht.

Es gab nicht wenige Börsenbeobachter, die die Idee, dass eine Bestellplattform Milliarden Euro wert sein soll, als lächerlich abgetan haben, und die dem Börsengang einen katastrophalen Start prophezeiten. Bisher hat dem Markt die Kombination aus starkem Wachstum, einem noch lange nicht gesättigten Markt und näher rückender Profitabilität aber gefallen. Die Aktie hat sich seit ihrem Debüt im Juni 2017 zwölfmal besser entwickelt als der DAX.

HelloFresh: +29 % (DAX -3 %)

Nachdem davor ein Essenslieferdienst an die Börse gebracht wurde, kam mit HelloFresh (WKN:A16140) ein Lebensmittellieferant aufs Börsenparkett. Der Börsengang musste zuvor schon einmal verschoben werden und viele waren sich sicher, dass dann auch der endgültige Termin ein schwarzer Tag mit roten Kursnotierungen werden würde. Die Zweifel am Geschäftsmodell wurden durch die großen Problem beim US-Konkurrenten Blue Apron verstärkt.

Letztendlich lief der Börsengang Anfang November des letzten Jahres aber relativ gut und HelloFresh-Aktionäre wurden mit einer deutlich positiven Entwicklung belohnt, innerhalb eines Zeitraums, in dem der deutsche Leitindex Kursverluste verzeichnet hat. Der Markt belohnt das noch immer massive Wachstum des Unternehmens.

Home24: +28 (DAX -1 %)

Ganz neu ist Home24 (WKN:A14KEB) an der Börse. Der Internetmöbelhändler ging letzte Woche an die Börse. Im Vorfeld waren viele um den Erfolg des Börsengangs besorgt, denn Home24 schreibt rote Zahlen und kann diese im Gegensatz zu Delivery Hero und HelloFresh nicht mit rasantem Wachstum kompensieren.

Die Börse scheint aber trotz der vielen pessimistischen Stimmen insgesamt eine positive Meinung zu der Notierung von Home24 zu haben. Der Börsengang fand letzten Freitag statt. Am ersten Handelstag ist die Aktie von ihrem Ausgabekurs in Höhe von 23 Euro auf zeitweise über 30 Euro gestiegen. Am Ende des Tages blieb noch ein Plus von 28 %, und das an einem Tag, an dem der DAX ungefähr ein Prozent Minus verzeichnete.

Oliver Samwer zeigt sich lernfähig

Natürlich wird bei allen drei Unternehmen erst die langfristige Entwicklung zeigen, in welchem Maß Anleger tatsächlich belohnt werden. Es ist auch immer noch möglich, dass die Aktien ihre Kursgewinne wieder abgeben.

Da allerdings alle drei Börsengänge bisher als voller Erfolg zu verbuchen sind, kann man hier durchaus ein Muster vermuten. Ich denke, dass Unternehmenschef Oliver Samwer vom eigenen Börsendebüt gelernt hat. Rocket Internet hatte damals die Preisspanne komplett ausgereizt und wurde dafür am ersten Handelstag mit einem dicken Kursverlust von 13 % bestraft. Seitdem scheint es so, als ob Oliver Samwer lieber eher tief stapelt, um dann nach dem Börsengang positiv überraschen zu können.

Das kostet Geld beim ersten Kassemachen, ist aber langfristig gut für den Ruf und die Glaubwürdigkeit. In meinen Augen muss man Oliver Samwer lassen, dass er lernfähig ist. Wer ihm bei den letzten drei Börsengängen vertraut hat, wurde reich belohnt.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Rocket Internet. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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