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Porsche startet die Elektrooffensive und bleibt hinter Tesla

Foto: Getty Images

VW (WKN:766400)-Tochter Porsche bläst zum Großangriff gegen Tesla (WKN:A1CX3T). Was lange als Mission E bekannt war, wird nun nächstes Jahr als Taycan auf den Markt gebracht.

Der deutsche Traditionshersteller verfehlt aber schon bei grundlegenden Zahlen die von Tesla gesetzte Messlatte, und das bedeutet nichts Gutes für die Zukunft der deutschen Automobilwirtschaft.

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Der Elektro-Sportwagen aus Deutschland kommt

Langsam tasten sich die deutschen Hersteller an Elektroautos ran. So wird im nächsten Jahr auch erstmals ein richtig sportlicher Stromer auf den Markt kommen. Der Taycan ist, wenn man nach dem urteilt, was man bisher sehen kann, ein schicker Sportwagen nach Porsche-Tradition.

Lange dachte man sich bei den deutschen Herstellern, dass man, sobald man dann auch Lust hat, in die Elektrowelt einsteigen kann, und mit den tollen Modellen Tesla in den Schatten stellen wird. Dass diese Strategie aufgeht, ist aber noch lange nicht bewiesen, und ein Vergleich der Eckdaten zeigt, dass Porsche hier noch nicht der große Wurf gelungen ist, obwohl man jahrelang an dem ersten Elektromodell getüftelt hat.

Porsche gibt sich bei der Beschleunigung die Blöße

Man kauft einen Porsche gerade deswegen oder zumindest auch deswegen, weil man ein schnelles Auto haben will. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gilt hier als wichtige Messlatte. Die soll der Taycan in 3,5 Sekunden schaffen.

Das ist aber deutlich langsamer als die stärkste Version des Tesla Model S, welche die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,7 Sekunden schafft, sowie das Model X, das einen Wert von 3,1 Sekunden vorweisen kann. Das wirklich Peinliche ist aber nicht in erster Linie der schlechtere Wert des Taycan, sondern, dass weder Model S noch Model X Sportwagen sind. Das Model S ist eine Limousine und das Model X ein wuchtiger SUV, und trotzdem sind beide schneller als der schlanke und flache Taycan.

Außerdem gibt es schon seit 2015 eine Version des Model S, das den Taycan überbieten kann, was heißt, dass Porsche einen jahrelangen Rückstand hat. Falls dann wie geplant der Tesla Roadster im Jahr 2020 auf den Markt kommt, wird der Taycan richtig alt aussehen, denn Teslas nächster Sportwagen soll von 0 auf 100 km/h in etwas über 1,9 Sekunden beschleunigen.

Endlich gute Reichweite, aber trotzdem nicht beeindruckend

Auch bei der Reichweite ist es Porsche nicht gelungen, neue Maßstäbe zu setzen. Immerhin hat man sich hier aber ziemlich ins Zeug gelegt. Der Taycan soll eine NEFZ-Reichweite von 500 km haben und auch über eine beeindruckende Schnellladefunktion verfügen.

Das ist aber noch ziemlich weit davon entfernt, was Tesla bieten kann. Ein Tesla Model S P100D hat eine NEFZ-Reichweite von 613 km. Hier ist es aber andersherum als bei der Beschleunigung, denn die Kompaktheit eines Sportautos ist ein Nachteil, da weniger Platz für den Akku vorhanden ist. Deshalb ist es durchaus verständlich, dass der Taycan nicht mit Teslas Spitzenmodell mithalten kann. Trotzdem bleibt festzustellen, dass auch hier Porsche keine neuen Maßstäbe setzen kann.

Die Überheblichkeit ist nicht gerechtfertigt

Man kann die Kommentare kaum zählen, in denen die deutsche Automobilbranche mit Überheblichkeit auf die neue Konkurrenz aus Kalifornien reagiert hat. Die vorherrschende Meinung war immer, dass die deutschen Autohersteller Tesla ohne Probleme komplett übertrumpfen können.

Mit dem Taycan kommt nun im nächsten Jahr tatsächlich ein attraktiver und komplett elektrischer deutscher Sportwagen auf den Markt. In vielen wichtigen Aspekten bleibt Tesla aber immer noch die Messlatte.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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