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Die Aktie von NVIDIA: Das Bärenargument „Sie ist überbewertet“ hat große Löcher

Foto: Getty Images

Die Aktie von NVIDIA (WKN:918422) hat in den letzten drei Jahren bis zum 1. Juni erstaunliche 1.090 % geschafft und die 38,2 % Rendite des S&P 500 deutlich geschlagen.

Viele Anleger fragen sich daher: „Ist es zu spät, NVIDIA-Aktien zu kaufen?“ Meine Meinung ist nein, ist es nicht. Der Spezialist für Grafikprozessoren (GPUs) profitiert von mehreren enormen Trends, die sich noch in der Anfangsphase befinden, darunter E-Sports und künstliche Intelligenz (KI), und ist auch in der Lage, große Gewinne zu erzielen, wenn selbstfahrende Autos im ganzen Land zugelassen werden.

Aber was ist mit all den Bären, die immer meckern, dass NVIDIA-Aktien „überbewertet“ oder „überteuert“ sind?

Ein grundlegendes bärisches Argument, dass NVIDIA „überbewertet“ ist

So wie es heute eine ganze Reihe von Bärenarten auf der Welt gibt (acht, um genau zu sein), gibt es eine ganze Reihe von Varianten der Bärenthese, dass die NVIDIA-Aktien überteuert sind.

Im Kern jedoch scheinen die meisten von ihnen so etwas wie das hier zu sagen: „NVIDIA ist ein großartiges Unternehmen, aber das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist sehr hoch (was auch immer es zu diesem Zeitpunkt ist).“ Einige der Bären verwenden das nachlaufende Kurs-Gewinn-Verhältnis, während andere das künftige verwenden, um ihre Meinung zu untermauern. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der NVIDIA-Aktie liegt derzeit bei 42,9 bzw. 33,2 für das künftige. (Diese beiden Kennzahlen sind wohl die am häufigsten verwendeten Bewertungskennzahlen. Das nachlaufende KGV wird berechnet, indem der Kurs einer Aktie durch den Gewinn pro Aktie (EPS) eines Unternehmens im vergangenen Jahr geteilt wird, für das künftige wird  die Konsensschätzung der Wall Street für das kommende Jahr verwendet.)

Die bärische These, dass die Aktie von NVIDIA „überteuert“ ist, hat große Löcher

Hier sind die wichtigsten Probleme mit der Bärenthese, dass die NVIDIA-Aktie überbewertet ist.

1. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis berücksichtigt nicht das Ergebniswachstum

Diese häufig verwendeten Kennzahlen sehen die Bewertung im Vakuum. Viel nützlicher sind die Kennzahlen, die das Ergebniswachstum berücksichtigen. Eine solche Kennzahl ist das Kurs-Gewinn-Wachstumsverhältnis (PEG), also das KGV einer Aktie dividiert durch ihr Gewinnwachstum über die letzten 12 Monate. Viele Faktoren kommen ins Spiel, aber eine allgemeine Faustregel, die für viele Branchen gilt, ist, dass ein PEG von 1,0 bedeutet, dass eine Aktie ungefähr fair bewertet ist. Obwohl wir nicht sicher sein können, was die Zukunft bringen wird, ist das PEG von 0,43 der NVIDIA-Aktie ermutigend und deutet darauf hin, dass die Aktie zum aktuellen Kurs attraktiv bewertet sein wird.

NVDA PEG Ratio (TTM) Chart

Daten von YCharts.

2. Das zukünftige KGV und PEG verwenden Schätzungen, keine tatsächlichen Ergebnisse

Das zukünftige KGV wird anhand des Konsenses der Wall Street-Analysten für den Gewinn pro Aktie eines Unternehmens für das kommende Jahr berechnet, während das künftige PEG auch die Konsensprognose für das Gewinnwachstum eines Unternehmens gegenüber dem Vorjahr verwendet. Es gibt ein großes Problem mit den Bären, die diese beliebige Kennzahl verwenden: die Wall Street ist nämlich schrecklich darin, die Einnahmen von NVIDIA richtig zu schätzen!

3. Die Gewinnschätzungen der Wall Street sind wahrscheinlich zu niedrig

In den letzten Jahren hat NVIDIA die vierteljährlichen Gewinnschätzungen der Wall Street konsequent und deutlich übertroffen. In den letzten vier Quartalen hat NVIDIA beispielsweise die EPS-Schätzungen der Analysten um folgende Prozentsätze übertroffen (Quelle: Yahoo! Finance):

  • Q1 2019: 34,7 %.
  • Q4 2018: 53,1 %
  • Q3 2018: 41,5 %
  • Q2 2018: 31,4 %

Im Durchschnitt unterschätzte die Wall Street den Gewinn pro Aktie von NVIDIA im vergangenen Jahr um 39,9 %! Es gibt auch keine aktuelle Verbesserung der Schätzungen, was mir nahe legt, dass NVIDIA die Schätzungen der Wall Street zumindest für einige Zeit einhalten wird. Sollte dies der Fall sein, wird sich die NVIDIA-Aktie als nicht so kostspielig erweisen, wie es derzeit auf der Grundlage von Bewertungskennzahlen erscheint, die die Gewinnprognosen der Wall Street verwenden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nvidia.

Dieser Artikel wurde von Beth McKenna auf Englisch verfasst und am 04.06.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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