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5 Dinge, die Investoren noch nicht über die kanadische Marihuanabranche wussten

Foto: Getty Images

Egal, ob du ein begeisterter Cannabisinvestor bist oder nur ein Beobachter, es gibt wahrscheinlich ein paar Dinge, die du über die kanadische Marihuanabranche noch nicht wusstest. Hier sind ein paar der wichtigsten Punkte, die für dich interessant sein könnten:

1. Exporte werden der Schlüssel zum Erfolg sein

Die Legalisierung von Cannabis für Erwachsene soll ca. 5 Milliarden US-Dollar für die Branche bringen. Aber nicht das gesamte in Kanada angebaute Cannabis wird im eigenen Land verbraucht. In Wirklichkeit haben die Cannabisbauern ihre Produktion erhöht, um sich langfristige Lieferverträge mit mehr als zwei Duzend Ländern zu sichern, die medizinisches Marihuana erlauben.

Mit Ausnahme der Niederlande exportiert kein anderes Land außer Kanada Marihuana. Australien und Israel haben Pläne, selbst zu exportieren, aber dort wird nur wenig angebaut im Vergleich zu den Mengen, die kanadische Bauern auf dem internationalen Markt anbieten wollen.

2. Cannabissteuern sind so niedrig, dass legales Gras Bier und Schnaps den Rang ablaufen könnte

Ein Faktor für die erfolgreiche Einführung von Freizeitcannabis in Kanada ist laut Premier Minister Justin Trudeau die Beseitigung des Schwarzmarktes. Dafür müssen die Preise für legales Gras mit den Schwarzmarktpreisen mithalten können. Die geplante Steuer auf Marihuana soll bei 0,77 US-Dollar je Gramm liegen, wenn das Produkt weniger als 7,70 US-Dollar kostet, und 10 %, wenn es teurer ist – Stand Oktober 2017. Im Vergleich dazu kann in Kalifornien der Kauf von Freizeitmarihuana bis zu 45 % Steuern kosten.

Wie gut ist das für Kanadier? Laut Aaron Wudrick, Direktor der Taxpayers Federation, müssen Kanadier für Schnaps 80 %, für Wein 65% bis 70 % und für Bier ca. 50 % Steuern zahlen. Diese Lücke bei der Besteuerung könnte Konsumenten bewegen, von Alkohol die Finger zu lassen und stattdessen Cannabis zu konsumieren. Dadurch scheint die Investition von Constellation Brand in Canopy Growth (WKN:A140QA) klug.

3. Die rechtlichen Bedingungen sind in jeder Provinz anders

Du solltest aber wissen, dass jede Provinz in Kanada die Legalisierung anders umsetzen kann. Beispielsweise haben alle Provinzen das Alter für den legalen Gebrauch auf 19 Jahre festgelegt, außer Alberta. Hier dürfen Personen bereits ab 18 legal Marihuana kaufen.

Ein weiterer Unterschied? Manche Provinzen haben privat betriebene Einzelhandelsläden, andere nicht. Quebec und Ontario beispielsweise erlauben den Verkauf nur von Läden, die von der Regierung betrieben werden und online. Saskatchewan hingegen hat überhaupt keine staatlichen Verkaufsstellen. Hier bieten nur private Händler online und offline das Gras an.

4. Bought-Deal-Platzierungen haben den Unternehmen Geld gebracht

Um die Produktion auszuweiten, mussten die kanadischen Potaktien viel Kapital aufnehmen. Dafür stand nur ein Mittel zur Verfügung: Bought-Deal-Platzierungen. Ein solcher Deal ist wie der Verkauf einer Aktie, Aktienoption, Wandelanleihe oder eines Optionsscheines an einen Investor oder eine Investorengruppe, um Kapital aufzunehmen. Da Marihuana noch illegal ist, wollten Banken mit diesem Geschäft nichts zu tun haben.

Das Positive ist, dass die Potaktien so mehr als genug Kapital aufgenommen haben, um ihr Geschäft zu steigern. Die oben erwähnte Canopy Growth hat seine lizenzierte Anbaukapazität seit Jahresbeginn auf 0,22 Millionen Quadratmeter ausgedehnt. Der Plan sieht 0,53 Millionen Quadratmeter vor.

Natürlich hat dieser leichte Zugang zu Kapital seinen Preis: Eine steigende Zahl im Umlauf befindlicher Aktien. Dies könnte den Gewinn je Aktie in den kommenden Jahren negativ beeinflussen.

5. Die Branche hat einen Nachfrageüberschuss, aber nicht mehr lange

Zu guter Letzt solltest du daran denken, dass die meisten Nachfrageprognosen geraten sind. Die Branche hat anfangs zu wenig Cannabis. Dies liegt daran, dass die Bauern noch dabei sind, ihre Geschäfte auszuweiten sowie Anbaulizenzen von Health Canada zu erhalten. Manche große Anbieter in der Branche dürften die volle Anbaukapazität bis 2020 noch nicht erreicht haben.

Es ist jedoch möglich, dass Cannabis in den kommenden Jahren mehr als genug vorhanden sein wird. Die Produktionskapazität soll bis 2020 auf vielleicht 2,4 Millionen Kilogramm wachsen. Wenn man die Schätzungen der Regierung hernimmt, die mit einer erwarteten Inlandsnachfrage zwischen 800.000 Kilogramm und 1 Million Kilogramm rechnet, stellt sich die Frage, wohin die überschüssigen 1 oder mehr Millionen Kilogramm gehen. Exporte könnten die Lösung sein, darum sind sie für die Branche so wichtig. Wenn der Export aber nicht alles schlucken kann, dann sollte man mit einem deutlichen Preisverfall rechnen.

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The Motley Fool hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 02.06.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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