MENU

Evotec wird weiter wachsen und erfolgreich sein – hier die Gründe

Foto: Getty Images

Von der Shortseller-Attacke im Oktober 2017 konnte sich die Aktie von Evotec (WKN:566480) trotz guter Zahlen und prognostizierten 30 % Wachstum für 2018 noch nicht befreien. Shortseller halten derzeit immer noch mehr als 6 % der Aktien und setzen damit weiter auf fallende Kurse. Welche Richtung der Aktienkurs aufgrund der Unternehmensentwicklung gehen sollte, lässt sich aufgrund der Komplexität nicht exakt vorhersagen, aber zumindest tendenziell ermitteln. Und das Ergebnis ist überzeugend.

Wichtige Meilensteine wurden erreicht

Die Übernahme von Aptuit in 2017 ergänzt das Leistungsspektrum von Evotec ideal und ermöglicht es dem Unternehmen nun, als weltweit einziger One-Stop-Shop für die Pharmaindustrie aufzutreten. Dabei wächst der Markt für Wirkstoffforschungs-Outsourcing um ca. 10 % pro Jahr, und Evotec ist weltweit einer der wichtigsten Player in diesem Bereich.

Und auch die Akquisition der Antiinfektiva-Sparte von Sanofi rundet das Portfolio weiter ab und bringt zudem durch Übernahme der Wissenschaftler neue Expertise in diesem wichtigen Bereich, denn neue Antibiotika sind aufgrund der Bedrohung durch multiresistente Bakterien dringend nötig.

Die Pipeline

Evotec und seine Partner entwickeln eine Pipeline mit mehr als 80 First-in-class-Projekten, bei deren Wirkstoffen die Hamburger Miteigentümer sind. Und Miteigentümer zu sein bedeutet, dass Evotec neben Meilensteinzahlungen auch Tantiemen an möglichen zukünftigen Verkäufen erhalten wird.

Evotecs Kernexpertise besteht in Atemwegs- und neuronalen Erkrankungen, Diabetes, Fibrose, Schmerz, Onkologie sowie Antiinfektiva. Jeder einzelne Bereich hat Marktpotenziale von zig Milliarden Euro.

Programm Therapeutischer Bereich/Indikation Partner Status
EVT201 ZNS – Schlafstörungen Jingxin Phase II
EVT401 Immunologie & Entzündungskrankheiten CONBA Group Phase I
ND Frauengesundheit – Endometriose Bayer Phase I
ND Frauengesundheit – Endometriose Bayer Phase I
ND Frauengesundheit – Endometriose Bayer Phase I
SGM-1019 Entzündungskrankheiten Second Genome Phase I
CT7001 Onkologie Carrick Phase I
ND Atemwegserkrankungen Böhringer Ingelheim Phase I
ND Chronischer Husten Bayer Phase I
Verschiedene Frauengesundheit – Endometriose Bayer Präklinisch
ND Immunologie & Entzündungskrankheiten Topas Therapeutics Präklinisch
EVT770 Stoffwechsel – Diabetes MedImmune Präklinisch
EVT801 Onkologie Sanofi Präklinisch
EVT701 Onkologie Sanofi Präklinisch

Tab. 1: Ausschnitt aus der Evotec-Pipeline (Quelle: Evotec)

Die Pipeline in Tab. 1 zeigt die Vielzahl der Projekte, bei denen vor allem diejenigen in klinischen Phasen das meiste Geld in die Kassen von Evotec spülen. Je reifer also die Pipeline, desto höher die Einnahmen für Evotec.

Viel Geld ist kurz- bis mittelfristig vor allem bei den bedeutendsten Allianzen mit BayerPfizer, Sanofi und Celgene zu verdienen (siehe Tab. 2). Hier zeigt sich ganz deutlich, dass Evotec bei entsprechenden Entwicklungserfolgen langfristig deutlich wachsen kann – nur wie viel?

Partner Bayer Sanofi Pfizer Bayer Celgene Sanofi
Indikation Chronische Nierenerkrankungen Immunonkologie Fibrose Endometriose iPSC iPSC
Meilenstein-potenzial > 300 Mio. Euro > 200 Mio. Euro > 100 Mio. Euro > 500 Mio. Euro > 250 Mio. USD* > 300 Mio. Euro
Tantiemen-potenzial > 10 % unbekannt unbekannt > 10 % > 10 % > 10 %

Tab. 2: Umsatzpotenzial aus den wichtigsten Allianzen (* Summe pro Projekt)

Die iPSC (induced pluripotent stem cells)-Plattform ist in dieser Form einzigartig, sodass Celgene im Gegensatz zu Sanofi gleich an mehreren Projekten bei neurodegenerativen Erkrankungen zusammen mit Evotec forscht. Potenzielle Meilensteinzahlungen liegen hier bei 250 Mio. US-Dollar pro Projekt, d. h. allein aus diesen Allianzen in Tab. 2 sind insgesamt Meilensteinzahlungen von vermutlich mehr als 2 Mrd. Euro möglich.

Die Zahlen

Der Umsatz 2017 lag bei einem Plus von über 46 % bei ca. 250 Mio. Euro, während der Gewinn um 26 % auf 63,2 Mio. Euro anstieg.

Bei den mehr als 50 Forschungsprojekten bekommt Evotec meist Abschlagszahlungen von ca. 10 Mio. Euro und erhebliche Forschungsgelder. Bei den mehr als 25 fortgeschritteneren Projekten in der Präklinik sind es dann schon durchschnittlich 150 Mio. Euro an Meilensteinzahlungen und in den mehr als zehn Projekten in klinischer Phase winken nach Zulassung durchschnittlich 8 % an Umsatzbeteiligungen.

Umsatz und Gewinn sollen daher 2018 um mindestens 30 % steigen. In Q1 2018 stiegen die Gewinne schon um 38 % von 12,4 auf 17,2 Mio. Euro, sodass die Richtung mehr als stimmt.

Erfolgswahrscheinlichkeit für klinische Projekte

Es gibt detaillierte Statistiken, wie wahrscheinlich die Zulassung eines Medikaments in den verschiedenen klinischen Phasen ist (siehe Abb. 1).

Abb. 1 Wahrscheinlichkeit von Medikamentenzulassungen (Quelle: Biotechnology Innovation Organization)

Daraus lässt sich nun rein statistisch ermitteln, wie viel Geld Evotec mit seinen Projekten einnehmen kann (siehe Tab. 4). Konservativ angenommen ist hier ein Medikamentenumsatzpotenzial von nur 500 Mio. Euro pro Jahr und Präparat.

Klinische Phase Anzahl Zulassungswahrscheinlichkeit in % Wahrscheinliche Meilensteine in Mio. Euro bei durchschnittlich 300 Mio. Euro pro Projekt Wahrscheinliche Tantiemen p.a. bei 10 % von durchschnittlich 500 Mio. Euro Jahresumsatz
2 1 15 45 8
1 8 9,6 230 38
Präklinik 25 2* 150 25
Summe     425 71

Tab. 4 Hochgerechnete Einnahmen aus Projekten (* eigene Annahmen)

Fazit

Evotec ist allein durch sein Tagesgeschäft der Services schon erfolgreich. Überdurchschnittlicher Erfolg wird aber erst durch Meilensteinzahlungen erreicht, die in besonderem Maße ergebniswirksam sind.

Die Gretchenfrage ist deshalb, wie weit die Wirkstoffe in klinischen Phasen kommen und ob sie es dann zur Zulassung schaffen, nach der Evotec dann auch noch Tantiemen bekommt.

Wie du jetzt gesehen hast, deuten die Anzahl der Projekte, die Erweiterung strategischer Allianzen und der bisherige Erfolg an, dass es mit Evotec aller Voraussicht nach auch in Zukunft weiter deutlich aufwärts gehen wird.

Wie du 1 Million an der Börse machst

Nur 9 Schritte, kann es so einfach sein? Erfahre in diesem Sonderbericht, Wie du 1 Million an der Börse machst: eine Anleitung in 9 Schritten, worauf du dich konzentrieren musst, wenn du Millionär werden möchtest. Dies ist eine Strategie auch für Phasen, an denen die Börse nur seitwärts läuft. Lies jetzt das komplette Know-How in diesem Bericht, zusammengestellt von den Profis von Motley Fool! Klick hier, um kostenlosen Zugang zu erhalten.

Stefan Graupner besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Celgene.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool

Ich würde gerne E-Mails von euch zu Produktinformationen und –angeboten von The Fool und seinen Geschäftspartnern erhalten. Jede dieser E-Mail wird einen Link zum Abbestellen zukünftiger E-Mails beinhalten. Mehr Informationen dazu, wie The Fool persönliche Daten sammelt, speichert und handhabt finden sich in den Datenschutzhinweisen von The Fool.