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Zwei deutsche Aktien, von denen ich derzeit lieber die Finger lasse

Eigentlich bin ich ein optimistischer Mensch. Gerade als Value-Investor mit dem Hang zu Dividendenaktien versuche ich regelmäßig, auch in unbeliebten Aktien einen vielversprechenden Kern zu identifizieren. Manchmal verbergen sich ja in derartigen Kandidaten die besten langfristigen Chancen.

Bei manchen Aktien jedoch fällt mir eine derart optimistische Sicht allerdings alles andere als leicht. Wie beispielsweise gegenwärtig bei der DAX-Aktie Deutsche Bank (WKN: 514000) sowie dem MDAX-Aspiranten ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777).

Die schwierige Deutsche Bank

Eigentlich erscheint die Aktie der Deutschen Bank auf den ersten Blick zu günstig, um wahr zu sein. Bei einem 2017er-Buchwert je Aktie in Höhe von 32,83 Euro und einem momentanen Kurs von 9,52 Euro (04.06.2018, maßgeblich für alle Kurse) beträgt das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) hier gerade einmal 0,29. Das kann durchaus so manchen Value-Investor auf den Plan rufen.

Dennoch sollten alle smarten Investoren beachten, dass im Hause der Deutschen Bank bei Weitem noch nicht alle Krisen beendet sind. Meldungen über Wechsel in der Führungsetage, umstrittene Bonuszahlungen an die Mitarbeiter sowie zuletzt eine Abwertung durch die US-amerikanische Rating-Agentur Standard & Poors machten in den vergangenen Monaten die Runde.

Vor allem Letzteres verleitete den frisch gekürten Deutsche-Bank-Lenker Sewing persönlich dazu, die Mitarbeiter aufzumuntern. Verzweiflungstat oder Aufbruchstimmung zur operativen Wende? Da bin ich derzeit überfragt. Vielleicht auch ein bisschen was von beidem.

Aber bei den vielseitigen und ungelösten Problemfeldern, die sich im Dunstkreis der Deutsche Bank aufgetan haben, bin ich vom langfristigen Potenzial der Aktie alles andere als überzeugt. Zumal mich die umstrittenen Bonuszahlungen daran zweifeln lassen, ob hier wirklich die Anleger im Vordergrund stehen oder doch eher die Mitarbeiter.

ProSiebenSat.1 mit Megatrendproblem im Nacken

Auch im Hause ProSiebenSat.1 Media stimmt in meinen Augen das Gesamtpaket nicht. Zwar ist diese Aktie innerhalb der letzten Monate ebenfalls erheblich unter die Räder gekommen, jedoch gibt es auch hier gute Gründe für diesen Abverkauf.

Maßgeblich hängen diese damit zusammen, dass das Kerngeschäft von ProSiebenSat.1 Media allmählich gewisse Schwachstellen aufweist. Streaminganbieter wie Netflix und Co. sind für immer mehr Zuschauer attraktiv, wodurch das klassische TV-Geschäft allmählich in den Hintergrund gerät. Zudem ist es nicht nur die Neuheit, die derartige Streaminganbieter so verlockend erscheinen lässt, sondern auch die Möglichkeit, das, was man sehen will, jederzeit konsumieren zu können. Die Chancen stehen daher meiner Meinung nach nicht schlecht, dass die klassischen TV-Anbieter noch weiter in den Hintergrund rücken.

Im Ergebnis hat das dazu geführt, dass ProSiebenSat.1 Media zuletzt seine Umsatz- und Ergebnisprognosen immer weiter zurückstufen musste. Da hier der Trend in Anbetracht der beschriebenen Probleme noch nicht aufgehalten ist, kommt für mich ein Einstieg derzeit nicht infrage.

Ach ja, und falls man sich gegenwärtig auf die verlockend große Dividende stürzen möchte: Auch hier gibt es gewisse Anzeichen, dass der Zenit überschritten sein könnte. Mehr dazu natürlich im verlinkten Artikel.

Unüberschaubare Probleme und ein unattraktiver Megatrend …

… bilden in dieser Übersicht die Grundlage, weshalb ich mich zumindest gegenwärtig von der Deutschen Bank und ProSiebenSat.1 Media fernhalte. Wie gesagt, beide Aktien sind vor allem im historischen Vergleich durchaus preiswert zu haben und es gibt gewiss auch gute Gründe, die möglicherweise für eine Investition sprechen.

Doch wie mein Foolisher Kollege Marlon sagte: Manchmal ist günstig noch nicht günstig genug. Und ich glaube, bei diesen beiden Aktien könnte das leider durchaus zutreffend sein.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

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