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Wie 1 Million Kleinunternehmer Amazon zu ihrem Vorteil Nutzen

Foto: The Motley Fool.

Ist Amazon (WKN:906866) ein Riese, der kleine Unternehmen beim Streben nach weltweiter Dominanz vernichtet? Oder hilft es im Gegenteil sogar kleinen Unternehmen in einem Win-Win-Szenario? In den USA gibt es zwei völlig unterschiedliche Ansichten über die Auswirkungen von Amazon auf kleine Unternehmen.

Präsident Trump hat letztes Jahr getwittert: „Amazon richtet großen Schaden für Einzelhändler an, die Steuern zahlen. Städte und Bundesstaaten in den USA leiden – viele Arbeitsplätze gehen verloren!“ Amazon rückt seine Beziehung zu kleinen Unternehmen jedoch in ein ganz anderes Licht. Das Unternehmen hat kürzlich seinen ersten Small Business Impact Report veröffentlicht, der besagt, dass mehr als eine Million kleine und mittlere Unternehmen in den USA ihre Produkte über Amazon verkaufen.

Anstatt von dem riesigen Online-Händler zermalmt zu werden, nutzen diese Unternehmen Amazon zu ihrem Vorteil. Bloß wie?

Amazon als Hebel

Den kleinen Einzelhändlern stehen Herausforderungen bevor. Eine Sache ist es, eine große Anzahl von Kunden zu gewinnen. In der stationären Handelswelt kommt es immer auf die Lage an. In der Online-Welt ist es nicht anders. Denn nur eine relativ kleine Anzahl von Websites hat einen überproportionalen Anteil am Online-Traffic.

Erfolgreicher Online-Verkauf erfordert auch eine starke Vertriebskraft. Wenn Kunden ihre Produkte nicht schnell genug erhalten – oder gar zu viel für den Versand zahlen müssen – tut dies kleinen Unternehmen weh.

Und da ist das uralte Thema für kleine Unternehmen: der Bedarf an Kapital. Eine von Guidant Financial und LendingClub durchgeführte Umfrage unter aufstrebenden Geschäftsinhabern ergab, dass das größte Problem für kleine Unternehmen der fehlende Cashflow ist.

Hier kommt Amazon ins Spiel. Das Unternehmen unterstützt kleine Unternehmen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Ein Hebel ermöglicht es, viel mehr Gewicht zu stemmen – in dem Fall gibt Amazon Kleinbetrieben Mittel, über die sie normalerweise nicht verfügen würden.

Die Website von Amazon ist mit mehr als 250 Millionen Besuchern pro Monat die Nummer 3 im Traffic. Der Verkauf von Produkten über den Amazon Marketplace bietet kleinen Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte in den größten Einzelhandelsmarkt der Welt zu bringen.

Kleine Unternehmen, die sich an Fulfillment by Amazon (FBA) beteiligen, erhalten Zugang zum riesigen und begehrten Vertriebsnetz des Unternehmens. Mit FBA liefern kleine Einzelhändler ihre Produkte vorab an Amazon Fulfillment-Center. Amazon übernimmt dann die Verpackung, den Versand und sogar den Kundendienst.

Amazon hat sein Kreditprogramm für Unternehmen im Jahr 2011 gestartet. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mehr als 1 Milliarde Dollar an kleine und mittlere Unternehmen in den USA verliehen.

Überraschende Zahlen

Wie groß ist der Einfluss der symbiotischen Beziehung zwischen Amazon und kleinen Unternehmen? Das dürfte einen schon ein bisschen überraschen:

Amazons Small Business Impact Report besagt, dass weltweit mehr als 900.000 Arbeitsplätze über den Amazon Marketplace geschaffen wurden. Auch wenn das Unternehmen nicht genau angab, wo diese Arbeitsplätze geschaffen werden, konnte man sehen, welche Bundesstaaten die meisten kleinen und mittleren Unternehmen haben, die bei Amazon verkaufen. Kalifornien führte die Liste mit mehr als 175.000 an, gefolgt von New York und Florida mit mehr als 81.000 bzw. 75.000.

Etwa die Hälfte der bei Amazon gekauften Artikel wird kleinen und mittleren Unternehmen abgekauft. Das Unternehmen gab an, dass die Top-Kategorien der von diesen Unternehmen verkauften Produkte Gesundheit und Körperpflege, Haushalt, Elektronik, Beauty, Bekleidung, Sport und Spielzeug seien.

Amazon profitiert definitiv von den Dienstleistungen, die es diesen kleineren Unternehmen bietet. Das Unternehmen erzielte im ersten Quartal 2018 enorme Ergebnisse, die durch Provisionen und Fulfillment-Gebühren von 9,3 Milliarden Dollar erheblich gesteigert wurden – eine Steigerung von 44 % gegenüber dem Vorjahr.

Aber auch viele der kleinen Geschäftspartner machen sich gut. Amazon legte offen, dass mehr als 20.000 kleine und mittlere Unternehmen im vergangenen Jahr über eine Million Dollar Umsatz über die Online-Plattformen erzielt haben. Diese Möglichkeit zur Umsatzsteigerung erscheint attraktiv: Mehr als 300.000 kleine und mittlere Unternehmen haben 2017 mit dem Verkauf bei Amazon begonnen.

Und die meisten kleineren Unternehmen, die mit Amazon zusammenarbeiten, denken, dass die Beziehung ihnen hilft. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass über zwei Drittel (68 %) der Kleinunternehmer, die online verkaufen, sagen, dass Amazon ihre Verkäufe positiv beeinflusst hat.

Zwei Seiten der Medaille

Natürlich ist das nicht alles nur wunderbar. Viele kleine Unternehmen, die bei Amazon verkaufen, fühlen sich wettbewerbsfähig. Einige mögen aber den doch signifikanten Anteil an Gebühren, den Amazon sich zahlen lässt, nicht. Andere denken, dass die von Amazon aufgezwungenen Verpflichtungen zur Teilnahme an Verkaufsförderungsmaßnahmen sehr plump ist.

Die Realität ist, dass Amazon einen positiven und einen negativen Einfluss auf kleine Unternehmen hatte. Einige wurden vom Riesen zerquetscht. Andere haben sich angepasst und gelernt, durch die Nutzung der Ressourcen, die Amazon zur Verfügung stellt, Erfolg zu haben. Auch Jahre nach der Gründung bedeutet Amazon eine bedeutende Veränderung für kleine Unternehmen. Und bei jedem Wandel gibt es immer Verlierer – aber eben auch Gewinner.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

Dieser Artikel von Keith Speights erschien am 31.5.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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