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Erich Sixt verkennt Elektroautos – weil er bei BMW und nicht bei Tesla kauft

Foto: BMW

Der langjährige Unternehmer Erich Sixt verstehet sicher einiges von Autos, schließlich hat er die Autovermietung Sixt (WKN:723132) richtig groß gemacht.

Deswegen wurde diese Woche auch intensiv von den Medien aufgegriffen, dass er überhaupt nichts von Elektroautos hält. Er hat ihre Reichweite als Katastrophe bezeichnet, vor Rohstoffengpässen bei Kobalt gewarnt und Elektroautos überhaupt als schweren politischen Fehler abgestempelt.

Vielleicht hätte er aber eine ganz andere Meinung, wenn er nicht so viel bei BMW (WKN:519000) sondern eher bei Tesla (WKN:A1CX3T) bestellt hätte.

Einseitige Erfahrungswerte

Wer sich einen Tesla bei Sixt ausleihen will, geht leer aus. Zwar gibt es auf der Sixt-Internetseite eine eigene Seite für Tesla, dort heißt es aber aktuell „Leider ist dieses Fahrzeugmodell momentan nicht Teil unserer Flotte.“

Stattdessen gibt es bei Sixt das Elektromodell BMW i3, eigentlich auch nicht verwunderlich, schließlich kooperieren die beiden Unternehmen aus dem Münchener Raum schon lange miteinander. Nicht ganz klar ist, welche Ausführung des BMW i3 Teil der Sixt-Flotte ist.

Da man in den näheren Angaben eine Reichweite von ca. 160 km nennt, scheint es die alte Version zu sein, mit einer schlechteren Batterie. Die kam in Tests gerne auch mal deutlich weniger weit als 160 km, vor allem wenn man ein Stück Autobahn gefahren ist. Der ADAC nannte 80 bis 110 km eine realistische Einschätzung für die Alltagsreichweite. Kein Wunder, dass Erich Sixt der Meinung ist, dass die Reichweite von Elektroautos eine Katastrophe ist, das dürfte bei den Autos in seiner Flotte auch der Fall sein.

Mit einem Tesla würde man nicht nur ein Stück, sondern deutlich weiter kommen. Mal abgesehen davon, dass sowohl mit dem Model S als auch mit dem Model 3 von Tesla-Fans unter extrem guten Bedingungen Reichweitenrekorde um die 1.000 km aufgestellt wurden, sind auch die Alltagsreichweiten schon sehr gut.

Mit einem Model S 100D kommt man offiziell 613 km weit, von denen im Alltag noch ungefähr 400 bis 500 km übrig bleiben, das Model 3 hat in seiner teueren Version sogar eine ähnliche Reichweite. Wir sprechen hier also von Reichweiten, die um ein Vielfaches höher sind als die von Sixt-BMWs. Hätte Sixt mehr Erfahrung mit Tesla-Autos, würde Erich Sixt die Reichweite von Elektroautos womöglich nicht mehr als Katastrophe bezeichnen.

Tesla hat das Kobaltproblem längst gelöst, BMW steckt mittendrin

Auch beim Thema Kobalt fällt der Vergleich zwischen Tesla und BMW nicht gerade schmeichelhaft für die Bayern aus. Wie Erich Sixt richtigerweise betont, ist das für Batterien unverzichtbare Kobalt schwer zu bekommen. Mehr als die Hälfte der weltweiten Kobalt-Förderung findet im politisch instabilen Kongo statt, und die guten Lieferbedingungen haben sich oftmals schon chinesische Abnehmer gesichert.

Für Tesla ist das aber kein sonderliches Problem mehr, denn es produziert als erster die innovativen NMC 811-Batterien. Diese haben ein namensgebendes Nickel-Mangan-Kobalt-Verhältnis (in der englischen Kurzform NMC) von 8:1:1. Mit dieser Technologie kann Tesla nicht nur bessere Batterien produzieren, sondern auch auf jede Menge Kobalt verzichten.

Laut einer Schätzung benötigt man je nach Batterieart sehr unterschiedliche Mengen an Kobalt für ein Elektroauto mit einer Leistung von 50 kWh:

Batterietechnologie benötigtes Kobalt, in kg
NMC 111 19,9
NMC 622 9,1
NMC 811 4,5
NCA 18650 6,9

Quelle: ARK Investment Management

Tesla spart sich also mehr als drei Viertel des Kobalts im Vergleich zu den herkömmlichen NMC 111-Batterien. Dagegen sieht BMW ziemlich alt aus. Laut Bloomberg verbaut BMW nicht nur noch immer NMC 111-Batterien in seinen i3s, sondern es will erst im Jahr 2021 auf NMC 622-Batterien setzen und 2025 NMC 811-Batterien verwenden.

Dass bei solchen Zeitplänen die Beschaffung des zuletzt stark im Preis gestiegenen Kobalts noch jahrelang ein Problem sein wird, sollte nicht verwundern. Ich frage mich, ob Erich Sixt mitbekommen hat, wie unabhängig Tesla bereits vom Kobalt geworden ist. Gut möglich, dass er nur die Schlagzeilen über den mürrischen Elon Musk gelesen hat, anstatt tatsächlich den Quartalsbericht zu lesen, in dem über die Neuerungen in Teslas Batterietechnologie berichtet wurde.

Die zwei großen Argumente, die Erich Sixt gegen Elektroautos anführt, sehen nicht besonders überzeugend aus, wenn man sich mit Tesla auskennt.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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