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Gigaset-Aktie stürzt ab: Wann endet das Trauerspiel?

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

„Gigaset bestätigt positiven Ausblick“ – klingt doch eigentlich voll OK, oder? Fanden die Aktionäre aber nicht und kehrten den Mobilfunkern den Rücken.

Das ist passiert

Gigaset (WKN:515600) ist eines der Unternehmen, wo Anleger seit sehr, sehr langer Zeit auf den Turnaround warten. Auch ich habe Gigaset seit Jahren auf der Watchlist, um im richtigen Moment zuzuschlagen. Am 1. Juni hat Gigaset endlich seine Zahlen für das 1. Quartal präsentiert und die Aktionäre suchten wie immer nach Licht am Ende des Tunnels.

Das Management gab sich — wenig überraschend — auch dieses Mal wieder zuversichtlich, was die Aussichten angeht. Schwerer für die Anleger wiegt aber offenbar der Umsatzrückgang von 58,4 auf 51,1 Mio. Euro im Vorjahresvergleich. Aufbruchstimmung sieht anders aus.

Na und?

Verursacht wurde das Debakel durch ein angeblich „rückläufiges Marktumfeld“ bei den Mobilteilen für Privathaushalte. Gerade mal noch 37 Mio. Euro wurden im größten Geschäftsbereich umgesetzt. Insbesondere im außereuropäischen Markt ist die Marke Gigaset offenbar praktisch tot.

Auch die Hoffnung, dass das Geschäft mit Geschäftskunden, Smartphones oder vernetzter Haustechnik sichtbare Wachstumsdynamik bekommt, wurde zunächst erneut enttäuscht. Nur um klägliche 1,3 Mio. Euro ging es dort insgesamt voran.

Entsprechend der schwachen Umsatzentwicklung ging es auch auf der Profitseite nicht voran. Ein weiterer Abfluss von „freien“ Barmittelüberschüssen (eigentlich UNTERschüssen) in Höhe von 23 Mio. Euro wirkt bedrohlich, wenn man sieht, dass das Eigenkapital nur noch 22 Mio. Euro beträgt, bei liquiden Mitteln von 26 Mio. Euro zum 31. März.

Und jetzt?

Der Frage, ob das Management das Ruder wohl noch herumreißen kann, können wir nicht ausweichen. Man muss den Tatsachen ins Auge sehen. Der niedrige Kurs beschränkt den Spielraum, was Kapitalerhöhungen angeht und wie viel Geduld die Fremdkapitalgeber noch haben, ist ebenfalls fraglich. Mindestens bis zum Ende des Geschäftsjahrs sollte die Finanzierung allerdings gesichert sein.

Die große Unbekannte bleibt weiterhin, ob die Strategie bis dahin zünden wird. Die Hoffnung aufgeben sollte man nicht. Aus Kooperationen wie etwa mit NFON (WKN:A0N4N5), aus dem zunehmend besser positionierten Smartphone-Geschäft oder auch den integrierten sensorbasierten Vernetzungs-Lösungen könnte mit etwas Geschick positive Dynamik entstehen. Ich behalte die Aktie daher auf meiner Watchlist und warte weiterhin auf überzeugende Signale.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Gigaset. 

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