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Wie deutsche Automobilhersteller zusammen mit Ford den Wettbewerbsvorteil von Tesla angreifen

Fans von Tesla (WKN:A1CX3T) sagen, dass das globale Schnellladenetzwerk mit dem Namen Supercharger einen wichtigen Vorteil gegenüber den großen Automobilherstellern darstellt.

Die Supercharger ermöglichen es Besitzern eines Tesla, überall hinzufahren, wie bei normalen Verbrennungsmotoren. Andere Besitzer von Elektroautos müssen mit Ladestationen vorlieb nehmen, die meist deutlich langsamer und seltener sind.

Es ist wahr, dass das Supercharger-Netzwerk Tesla geholfen hat, viele Kunden zum Umstieg auf Elektroautos zu bewegen. Aber es ist auch wahr, dass große Automobilhersteller nichts davon abhält, ihr eigenes Schnellladenetzwerk aufzubauen.

Und genau das passiert gerade in Europa. Ein solches Netzwerk könnte auch in den USA entstehen.

Ionity, eine Schnelllade-Joint Venture

Ionity, ein deutsches Unternehmen, welches letztes Jahr gegründet wurde, hat mit dem Aufbau eines Netzwerks von Schnellladestationen in ganz Europa begonnen. Es ist ein Joint Venture zwischen Ford Motor Company (WKN:502391), Daimler AG (WKN:710000), BMW AG (WKN:519000) und Volkswagen AG (WKN:766400) zusammen mit dessen Töchtern Porsche und Audi.

Diese vier Automobilhersteller machten 2017 47 % des Automobilmarktes in Europa aus. Bei den Luxusfahrzeugen liegt der Anteil noch viel höher.

Ionity plant, bis 2020 400 Schnellladestationen entlang europäischer Autobahnen zu bauen. Die Stationen sollen alle 120 Kilometer stehen, sodass sie nah genug sind, um Fahrzeuge zu unterstützen, die nur eine kurze Reichweite haben. (Tesla betreibt zurzeit 394 Supercharger in Europa und 159 sollen bald hinzukommen.)

Ionitys Stationen nutzen den CCS (Combined Charging System) DC Fast Standard, der sich zum am weitesten verbreiteten Standard bei Automobilherstellern (außer Tesla) in Europa und den Vereinigten Staaten entwickelt hat. (Sein größter Konkurrent ist der ChaDeMo-Standard, der von japanischen Automobilherstellern wie Nissan verwendet wird.)

Ionitys Stationen unterstützen eine Ladekapazität bis zu 350 Kilowatt. Das geht sehr schnell und ist mehr, als jedes bisherige Fahrzeug nutzen kann. Die Absicht dahinter ist, es so hoch zu auszulegen, dass die meisten Fahrzeuge, die sich in Entwicklung befinden oder in Zukunft entwickelt werden, unterstützt werden. (Ionity nennt seine ultraschnellen CCS-Ladestationen „High-Power Charging“ oder HPC.)

Dies ist nicht nur ein hypothetischer Plan. Ionity hat in 19 Ländern bereits Flächen erworben. Im April wurde in Deutschland die erste Station eingeweiht. Der Plan sieht vor, bis Ende des Jahres 100 Stationen einzurichten. Die Stationen sind von Designworks entworfen und haben ein einzigartiges Aussehen. Sie sollen von den Fahrern leicht als Ladestationen zu erkennen sein – wie bei Tankstellen.

Werden sie wie Supercharger kostenlos sein?

Die Ladestationen von Ionity werden nicht kostenlos sein (allerdings war die erste Station in Deutschland bis Ende Mai kostenlos). Aber Tesla verlangt für das Laden an seinen Ladestationen nun ebenfalls Geld.

Als die Supercharger eingerichtet wurden, waren sie für Teslabesitzer ohne Beschränkung kostenlos. Aber das Unternehmen hat dies schrittweise geändert. Momentan erhalten Besitzer des Model S und Model X 400 Kilowattstunden (KWh) pro Jahr inklusive. Damit kann man laut Tesla ca. 1600 Kilometer fahren. Überschreitet man das Limit, wird eine Gebühr fällig. Allerdings hat Tesla diese 2017 für viele Modell S und Modell X-Besitzer erlasen. Für Kunden, die beim Kauf von einem Freund geworben wurden, könnte sie dauerhaft wegfallen.

Model 3-Besitzer zahlen immer für die Nutzung der Supercharger.

Warum unterstützen diese Automobilhersteller Ionity?

Alle sechs Automobilhersteller (inklusive der VW-Töchter) betreiben beachtliche Entwicklungsprogramme für Elektrofahrzeuge. Der Gedanke hinter dem Joint Venture ist, dass europäische Kunden Elektroautos akzeptieren, sobald diese angeboten werden und die notwendige Infrastruktur verfügbar ist. Die Spritpreise in Europa sind hoch und das Bewusstsein gegenüber Umweltverschmutzung durch Verbrennungsmotoren ist im Zuge der Dieselabgasskandale gestiegen.

Ionity und die Automobilhersteller sind offen für weitere Automobilhersteller, die in das Unternehmen investieren wollen. Ionity hat deutlich gemacht, dass die Stationen unabhängig von der Marke funktionieren sollen.

Selbst Tesla kann sie nutzen, wenn Tesla irgendwann einen CCS-Adapter bereitstellt.

Könnte etwas wie Ionity in den USA funktionieren?

Ionity ist ein ernstzunehmender, glaubwürdiger und gut finanzierter Versuch. Mit fast 400 geplanten Stationen wird es eine ähnliche Größe haben wie das Teslanetzwerk heute. Damit bietet es ausreichend Unterstützung für Fahrten in Europa.

Wie sieht es mit den USA aus? Obwohl verschiedene Unternehmen daran arbeiten, Schnellladestationen in den USA zu errichten (auch Volkswagen beteiligt sich im Rahmen der Strafe für den Dieselgate-Skandal), würde ein Joint Venture, das von Automobilherstellern finanziert wird, der Anstrengung einen Schub verleihen. Wenn die USA irgendwann reif für Elektroautos sind, ist es sehr wohl möglich, dass wir etwas Ähnliches dort sehen.

Die Supercharger sind kein Wettbewerbsvorteil für Tesla

Hier ist die wichtige Lektion für Investoren von Tesla und anderen Unternehmen im Bereich Elektroautos. Obwohl das Superchargernetzwerk von Tesla heute einen Vorteil bietet, ist er nicht unüberwindlich. Und zumindest in Europa werden bereits Anstrengungen unternommen, ein funktionierendes Netz aufzubauen.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Ford.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 24.05.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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