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Bayer und Monsanto – der schlechteste Deal aller Zeiten?

Foto: Bayer AG

Bayer (WKN:BAY001) und Monsanto (WKN:578919) dürfen bald fusionieren. Ein Grund zur Freude ist das nicht.

Aber du hast recht, das mit dem Superlativ in der Überschrift wäre nicht nötig gewesen. Der schlechteste Deal aller Zeiten ist ja bekanntlich das Atomabkommen mit Iran — und das Pariser Klimaabkommen sowie NAFTA und sämtliche andere Freihandelsverträge. Der (zweit?)mächtigste Mann der Welt muss es wissen.

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Wie auch immer: Hier sind drei Gründe, warum ich glaube, dass Aktionäre sich noch lange über diesen miesen Deal ärgern werden.

Grund 1: Die Auflagen sind zu groß

Schön wäre es gewesen, wenn die weltweiten Wettbewerbsbehörden die Übernahme einfach so durchgewunken hätten. Bayer hätte seine Agro-Sparte mit Monsanto zusammengelegt und wäre zum dominanten Spieler der Branche aufgestiegen. Synergien und eine erhöhte Preissetzungsmacht hätten die Gewinne in die Höhe schießen lassen.

Stattdessen muss Bayer nun wohl oder übel einen wichtigen Teil des eigenen Geschäfts verkaufen und bleibt im Wesentlichen mit der teuer hinzugekauften Monsanto zurück. Die Leverkusener mussten ja auch jede Kröte schlucken, weil bei einem Platzen des Deals Milliardenzahlungen an die Amerikaner fällig gewesen wären, ein Unding!

Grund 2: Alle anderen profitieren

Mit der Zusammenlegung der Geschäfte hat es also nicht richtig geklappt, sodass Monsanto sich unter dem Bayer-Dach voraussichtlich ähnlich entwickeln wird wie zuvor eigenständig.

Ganz anders die Konkurrenz: Syngenta verstärkt maßgeblich das Agro-Geschäft von ChemChina und die fusionierte DowDuPont (WKN:A2DN8H) hat mit Corteva Agriscience eine konkurrenzfähige Einheit gebildet, während BASF (WKN:BASF11) und die FMC Corporation (WKN:871138) sich mit unproblematischen Zukäufen im Zusammenhang mit den anderen Deals deutlich nach vorne arbeiten konnten.

So wie es für mich aussieht, gehören alle zu den Gewinnern, nur Bayer nicht.

Grund 3: Mit dem Image geht es bergab

Bayer stand mal für rauchende Schlote und gefährliche Abwässer. „Was da fließt, weiß nur der liebe Gott“, titelte der Spiegel noch 1986 nach einer Greenpeace-Aktion im Rhein bei Leverkusen.

Über die Jahre hat Bayer sich jedoch eher zu einem Musterknaben der Chemie- und Pharmabranche entwickelt, mit vergleichsweise hohen Umwelt- und Sozialstandards. Der Konzernumbau von Werner Wenning und Marijn Dekkers war ein voller Erfolg, der Kurs der Bayer-Aktie ging bis 2015 geradezu durch die Decke.

Dann wurde zunächst die vermeintlich ertragsschwache MaterialScience-Sparte abgespalten, heute Covestro (WKN:606214), und schließlich der Monsanto-Deal eingefädelt. Seither geht nichts mehr beim Bayer-Kurs.

Covestro ist aus meiner Sicht ein positives Unternehmen, welches etwa mit Innovationen für Leichtbau, moderne Oberflächen und Wärmedämmung auf sich aufmerksam macht. Mir gefällt das gut und die Aktie hat sich seit 2015 verdreifacht, wovon Bayer nur zu einem kleinen Teil profitierte.

Stattdessen hat man jetzt mit Monsanto eine Marke im Haus, die für viele Menschen ein Gräuel ist. Gentechnik, Monokulturen, Bienensterben und drangsalierte Kleinbauern – das sind nur einige der negativen Assoziationen. Es wird ein hartes Stück Arbeit, diese möglicherweise nur teilweise berechtigte Kritik abzuschütteln und das beschädigte Bayer-Kreuz wieder zum Strahlen zu bringen.

Jetzt geht es ans Eingemachte

Die zig Milliarden für den Zukauf werden voraussichtlich über den Sommer fließen. Ein guter Teil dafür wurde bereits durch Verkäufe von Unternehmensteilen, begebene Anleihen und einbehaltene Gewinne eingesammelt. Die erneut erhöhte Dividendenausschüttung ließ man sich sozusagen vom neuen staatlichen Großaktionär aus Singapur bezahlen. Weitere milliardenschwere Maßnahmen sind in Planung.

Zu den Gewinnern von dem allen gehören neben der BASF vor allem die Credit Suisse (WKN:876800) sowie die anderen an dem Deal beteiligten Finanzdienstleister und Berater, welche vermutlich einen dreistelligen Millionenbetrag von der monströsen Transaktionssumme für sich abgreifen können.

Unter Berücksichtigung aller Faktoren ist die Bayer-Aktie derzeit trotz des reduzierten Kursniveaus für mich nicht interessant. Sobald das Management nach der Fusion seine Strategie im Detail erläutert, könnte sich das aber natürlich ändern – mal abwarten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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